
Für viele Frauen ist eine Schwangerschaft geprägt von Vorfreude, Hoffnung und dem Wunsch, gut vorbereitet zu sein. Ihr achtet auf Ernährung, Bewegung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen.
Was jedoch überrascht: Nur etwa drei von zehn Schwangeren nehmen Folsäure so ein, wie es tatsächlich empfohlen wird1 – obwohl sie zu den wichtigsten Bausteinen der frühen Prävention gehört. Und Vorsorge beginnt sogar früher, als viele denken.
Was genau ist Folat – und was ist Folsäure?
Folat ist ein natürlich vorkommendes B-Vitamin (B9), das in Lebensmitteln wie grünem Gemüse, Hülsenfrüchten oder Vollkornprodukten enthalten ist. Es ist jedoch empfindlich gegenüber Hitze, Licht und Lagerung2 – häufig geht ein Teil des Vitamins bei der Zubereitung verloren.
Folsäure hingegen ist die synthetisch hergestellte, stabilere Form von Folat.3 Sie wird in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt und ist für den Körper besonders gut verfügbar. Zudem lässt sie sich zuverlässig dosieren2 – ein wichtiger Vorteil, wenn es um eine bewusste und ausreichende Versorgung geht.
Warum Folat für Mutter und Baby so wichtig ist
Folat und Folsäure spielen eine zentrale Rolle bei vielen grundlegenden Prozessen im Körper:
- Bildung von Erbmaterial (DNA)2
- Zellteilung und Zellwachstum2
- Entwicklung von Gehirn und Rückenmark2
Gerade in der Schwangerschaft steigt der tägliche Bedarf an Folat im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen mit 300 µg Folat deutlich an3:
- Schwangere: 550 µg3
- Stillzeit: 450 µg3
pro Tag.
Allein über die Ernährung ist dieser erhöhte Bedarf nur schwer zu decken, weshalb Fachleute die ergänzende Einnahme von Folsäurepräparaten empfehlen.
Der entscheidende Zeitpunkt ist früher als viele denken
Die Entwicklung des sogenannten Neuralrohrs – aus dem sich später Gehirn und Rückenmark bilden – findet in den ersten vier Wochen der Schwangerschaft statt.4 Zu diesem Zeitpunkt wissen viele Frauen noch gar nicht, dass sie schwanger sind. Damit sich das Neuralrohr vollständig schließen kann, ist eine ausreichende Folatversorgung entscheidend. Geschieht der Verschluss nicht vollständig, kann ein sogenannter Neuralrohrdefekt entstehen.4 Ein nachgewiesener und vermeidbarer Risikofaktor dafür ist ein Folatmangel.5
Die gute Nachricht: Eine frühzeitige und ausreichende Einnahme von Folsäure kann das Risiko deutlich senken.5 Die offizielle Empfehlung lautet daher: Täglich 400 µg Folsäure zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung supplementieren – bereits ab Kinderwunsch.4
Kleine Entscheidung, große Wirkung
Folsäure ist kein "Nice-to-have", sondern sollte ein zentraler Bestandteil der Schwangerschaftsvorsorge sein. Die rechtzeitige Versorgung ist einfach umzusetzen und wissenschaftlich gut belegt.
Mehr erfahren
Informiert euch umfassend rund um die Bedeutung einer ausreichenden Folsäureversorgung auf Fürsorge. Vorsorge. Folsäure. Dein Baby zählt auf dich. Hier findet ihr verständliche Infos, Ernährungstipps und Orientierung für Frauen mit Kinderwunsch, Schwangere und stillende Mamis.
Weil eine frühe Vorsorge zählt! ❤️

1 Doru B, et al. Food Sci Nutr. 2023;11(9):5236–5247.
2 Arbeitskreis Folsäure & Gesundheit. Folsäure, Folat – wichtiger Baustein von Anfang an. Verfügbar unter: https://www.ak-folsaeure.de/wp-content/uploads/2024/06/DoroK_Folsaeure_12S_ONLINE.pdf (letzter Zugriff: 13.03.2026).
3 Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Folat. Verfügbar unter:
https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/folat/ (letzter Zugriff: 13.03.2026).
4 Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Fragen und Antworten zu Folat und Folsäure. Verfügbar unter: https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_folat_und_folsaeure-8899.html (letzter Zugriff: 13.03.2026).
5 Kancherla V. Childs Nerv Syst. 2023;39(7):1703–1710.