Dein Leben-und-erziehen.de-Newsletter

Alles über die Themen Schwangerschaft, Erziehung & Gesundheit

Kindgerecht fördern

Lieder, Reime, Fingerspiele

Fingerspiele machen Spaß - und unterstützen nebenbei Babys Feinmotorik und Sprachentwicklung.

Was für die Kleinen als eine lustige Ablenkung gedacht ist, trainiert beiläufig unterschiedlichste Fähigkeiten. Denn: Die Bereiche im Gehirn, die für Sprache und Fingerfertigkeit zuständig sind, liegen eng zusammen und sind miteinander vernetzt.

Kleine Rituale

Bauen Eltern in alltägliche Handlungen wie wickeln, baden oder zu Bett bringen kleine Spielrituale ein, legen sie die Grundsteine für die Entwicklung der sprachlichen Intelligenz ihres Kindes. Da der Nachwuchs die Muttersprache primär von seinen Bezugspersonen erlernt, tun diese gut daran, dem Baby viele fantasievolle Anregungen zu geben. Ein „sprechender“ Waschlappen mit Gesicht bei der Körperpflege, ein Fingerspiel beim Eincremen oder ein Lied vor dem Schlafengehen: Aktive Kommunikation mit dem Baby stärkt gleichzeitig die Eltern-Kind-Beziehung.

Anfangs sind die Eltern Alleinunterhalter, die das Kind einbeziehen – nach und nach aber schauen sich die Kleinen die Handlungen ab, bewegen die Händchen und imitieren Laute. Es müssen nicht immer Spiele sein – wichtig für die Entwicklung ist, dass die Eltern viel mit ihrem Baby kommunizieren.
Das erreichen Erwachsene auch dadurch, dass sie eigene Handlungen oder die des Babys kommentieren. Es geschieht meist von ganz allein: Ein Satz wie „Ich bringe dich jetzt ins Bett“, dem die entsprechende Handlung folgt, ermöglicht es dem Kind, sprachliche Verknüpfungen mit dem Alltag herzustellen.

Auf Entdeckungsreise

Wächst das Baby heran, erkundet es immer mehr seine direkte Umgebung. Unterstütze es dabei, indem du ihm unterschiedliche ungefährliche Materialien anbietest: Rasseln, Knistertücher oder ein Beißring helfen dem Kind, seine Feinmotorik und Sensibilität weiter auszubilden.

Spielspaß mit den Fingern

Die meisten Fingerspiele kennen wir noch aus der eigenen Kindheit und das hat seinen Grund. Der Nachwuchs erfreut sich immer wieder daran, egal, aus welcher Generation er stammt. Sehr beliebt sind seit jeher die folgenden Spiele:

Das ist der Daumen (Daumen des Babys bewegen)
der schüttelt die Pflaumen (Zeigefinger bewegen)
der sammelt alle auf (Mittelfinger bewegen)
der bringt sie nach Haus (Ringfinger bewegen)
und der kleine, der isst sie alle alle auf! (kleinen Finger bewegen)

Kommt ein Mann die Treppe rauf (mit den Fingern vom Bauch zum Kopf laufen)
klopft an (sanft an die Stirn klopfen)
klingelingeling (an den Ohrläppchen zupfen)
Guten Tag Herr Nasenmann! (die Nasenspitze zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen und wackeln)

Himpelchen und Pimpelchen (mit rechtem und linkem Daumen wackeln)
die stiegen auf einen Berg (beide Daumen wackeln nach oben)
Himpelchen war ein Heinzelmann (mit rechtem Daumen wackeln)
und Pimpelchen war ein Zwerg (mit linkem Daumen wackeln)
So blieben sie lange oben sitzen und wackelten mit ihren Zipfelmützen (mit beiden Daumen wackeln)
doch nach 37 Wochen sind sie in den Berg gekrochen (beide Daumen verschwinden in der Faust)
Dort schlafen sie in süßer Ruh, höre mal gut zu: dann kannst du ihr lautes Schnarchen hören (schnarchen)
Bei einem „Kikeriki“ wachen die Däumlinge wieder auf und kommen hervor.

Steigt ein Bübchen auf den Baum, ei so hoch, man sieht es kaum.
Hüpft von Ast zu Ästchen, schlüpft ins Vogelnestchen.
Ei, da lacht es, ei, da kracht es, plumps da liegt es unten.
Fingerspiel: Die Hand stellt den Baum dar, die Finger deuten die Ästchen an. Mit dem Zeigefinger der anderen Hand springt das Bübchen von Finger zu Finger, also von „Ästchen zu Ästchen“.

In unserem Häuschen
sind schrecklich viele Mäuschen.
Sie trippeln und trappeln
sie zippeln und zappeln
sie stehlen und naschen
und will man sie haschen
husch, sind sie weg! 

Fingerspiel: Alle zehn Finger laufen über eine Fläche - zum Beispiel über die Tischplatte oder den Boden. Bei dem Wort "husch" werden die Hände hinter dem Rücken versteckt.

Das ist der Daumen
der schüttelt die Pflaumen
der hebt sie auf
der trägt sie nach Haus
und der Kleine isst sie alle auf. 

Fingerspiel: Bei jedem Vers zeigt der Zeigefinger der einen Hand auf einen Finger der anderen Hand. Der erste Vers richtet sich dabei auf den Daumen, der zweite Vers bezieht sich auf den Zeigefinger usw. Der letzte Vers widmet sich dem kleinen Finger.

Ein Krokodil, ein Krokodil
mit seinem Maule frisst es viel.
Liegt lange wie im schönsten Traum
ganz reglos wie ein Stamm vom Baum.
Dann schnappt es zu
vorbei die Ruh! Reiß aus!
Lauf weg! Du lieber Schreck.
Pass auf, dass nicht es dich erwischt. 

Fingerspiel: Verse 1 – 4: Der Daumen und die vier anderen Finger werden gegeneinander geführt, wie ein sich öffnendes und schließendes Maul. Verse 5 – 8: Die Hand, die ein Krokodilmaul darstellt, ist jetzt regungslos. Verse 9 – 10: Hand schnappt plötzlich den eigenen Arm oder den des Kindes. Verse 11 – 14: Füße trippeln ganz schnell auf dem Boden.

Oben auf der Regenrinne
sitzt die kleine freche Spinne.
Hi, hi, hi, so lacht sie munter
und lässt sich gleich zur Hand herunter.
Krabbelt hin und krabbelt her
Krabbeln, das ist gar nicht schwer!
Die kleine freche Spinne zieht sich hoch zur Regenrinne.
Oben auf der Regenrinne sitzt die kleine freche Spinne.
Oh, la, la, was seh ich da?
Die zweite Hand ist auch noch da!
Hi, hi, hi so lacht sie munter
und lässt sich gleich zur Hand herunter.
Krabbelt hin und krabbelt her
Krabbeln, das ist gar nicht schwer!
Die kleine freche Spinne zieht sich hoch zur Regenrinne.
Hier ist sie zu Haus und ruht sich endlich aus. 

Fingerspiel: Die Hand des Erzählers ist die Spinne und die Schulter eines Kindes ist zum Beispiel die Regenrinne. Von dort klettert die Spinne nacheinander zu den beiden Händen des Kindes hinunter.

Das Schäfchen läuft zum Stall hinaus
Mäh, mäh, mäh! Mäh, mäh, mäh!
Die Kuh läuft auch zum Stall hinaus
Muh-muh-muh! Muh-muh-muh!
Das Schäfchen und die Kuh
die rufen immerzu: Mäh-mäh-muh! Mäh-mäh-muh! 

Fingerspiel: Eine Ihrer Hände ist das Schäfchen, damit krabbeln Sie über den Bauch Ihres Kindes. Die andere Hand ist die Kuh, die von der anderen Seite krabbelt. Am Schluss kitzeln beide Hände kräftig.

Im kunterbunten Haus
wohnt eine kranke Maus.
Ihr tut weh der Bauch
und das Köpfchen auch.
Die Füßchen und der dicke Zeh
tun dem Mäuschen weh.
Die Mäusemama kocht Kamillentee
und dann tut nichts mehr weh.
Der Schmerz geht aus dem Bauch
und aus dem Köpfchen auch.
Und die Füße und der dicke Zeh
die tun auch nicht mehr weh.   

Fingerspiel: Beim Sprechen jeweils auf die Körperteile zeigen. 

Kribbel, krabbel, kribbel, krabbel
hier kommt der kleine Hund.
Er macht wau-wau-wau!
Kribbel, krabbel, kribbel, krabbel
hier kommt die bunte Kuh.
Sie macht muh-muh-muh!
Kribbel, krabbel, kribbel, krabbel
hier kommt das weiße Schäfchen.
Es macht mäh-mäh-mäh!   

Fingerspiel: Die Finger sind immer andere Tiere, die den Bauch des Kindes, den Arm oder die Beinchen kitzeln.   

Gutemuh heißt meine Kuh.
Knickebein heißt mein Schwein.
Immerbrav heißt mein Schaf.
Rietzeratz heißt meine Katz.
Und Wiedewente heißt meine Ente.   

Fingerspiel: Am schönsten ist dieses Spiel, wenn man kleine Tiere als Fingerpüppchen hat. Das Kind wird es aber auch genießen, wenn nur die Finger mitspielen und es anstupsen.   

Fünf Frösche, faul und satt
sitzen auf dem Seerosenblatt.
Der erste springt ins Wasser.
Der zweite springt ins Wasser.
Der dritte springt ins Wasser.
Der vierte springt ins Wasser.
Der fünfte springt ins Wasser.
Fünf Frösche, faul und satt
schwimmen zurück zum Seerosenblatt.
Der erste schwimmt zurück.
Der zweite schwimmt zurück.
Der dritte schwimmt zurück.
Der vierte schwimmt zurück.
Der fünfte schwimmt zurück.
Jetzt sitzen alle wieder faul und satt auf dem großen Seerosenblatt.

Fingerspiel: Nacheinander verschwinden die fünf Finger in der Faust und tauchen dann wieder auf.   

Hallo, mein liebes Kind! Ich bin Herr Pinsel.
Ich kann streicheln – das Ärmchen rauf und wieder runter.
Und ich bin Frau Bürste.
Ich kann rubbeln – das Ärmchen rauf und wieder runter.
Und dann kitzeln Herr Pinsel und Frau Bürste munter die Beinchen rauf und runter.   

Fingerspiel: Mit einem feinen Kosmetikpinsel und einer weichen Zahnbürste abwechselnd über Arme und Beine des Kindes streichen.

Teile diesen Artikel: