Mami goes Millionär

Carmen Mayer: Als Mutter zur Selfmade-Millionärin

Als Carmen Mayer (36) mit ihrer ersten Tochter schwanger war, beschloss sie, reich zu werden. Die gebürtige Wuppertalerin wollte raus aus ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung, träumte vom eigenen Haus – und bekam es. Wir erzählen ihre unglaubliche Erfolgsgeschichte zwischen Baby und Börse.

Juni 2020: Die Geschichte von Carmen Mayer beginnt in einer Zwei-Zimmer-Wohnung in München. Die gebürtige Wuppertalerin, die in Düsseldorf Biochemie studiert und danach promoviert hatte, arbeitet in einem internationalen Pharmakonzern. Ihr Mann ist Entwickler bei BMW. Eigentlich ist alles gut – das Paar führt ein Leben, von dem viele träumen. Doch Carmen will mehr: Sie wünscht sich ein Haus für ihre kleine Familie. Und merkt bei der Immobilienrecherche, dass sie weit davon entfernt sind, sich dies in der bayerischen Metropole leisten zu können. Obwohl sie mit guten Jobs und Sparkonto gefühlt eigentlich alles richtig gemacht haben.

Die Nacht, die ihr Leben veränderte

An einem Freitagabend, ihr Mann ist auf Geschäftsreise, will sie ihr Problem lösen. Sie radelt in die Buchhandlung und kauft auf Empfehlung das Buch "Rich Dad – Poor Dad: Was die Reichen ihren Kindern über Geld beibringen"* von Robert Kiyosaki, das ihr wider Erwarten noch in derselben Nacht die Augen öffnet. Trotz ihrer guten Ausbildung hatte Carmen Mayer keine Ahnung von Geld gehabt. An diesem Wochenende aber wird ihr anhand von "Cash-Flow-Zyklen" einiges klar. Etwa: Nur, wer reich ist, kann sich nach Abzug aller Kosten ein Auto oder Haus leisten und zusätzlich auch noch Geld investieren. "Durch das, was man kauft, Geld zurückzubekommen, das man erneut in Immobilien, Unternehmen oder Unternehmensanteile investieren kann – diesen Schritt musste ich hinkriegen." Für Carmen Mayer steht sofort fest, dass sie ihr Glück an der Börse versuchen muss, auch wenn sie bis dahin noch nichts darüber wusste. Sie beginnt, sich in das neue Thema Aktien einzuarbeiten.

"Ich fuhr auf Konferenzen, fing an, mich zu vernetzen, weil ich wissen wollte, wie die Erfolgreichen beim Aktienkauf rangehen. Ich musste es denen einfach nachmachen", erzählt sie. "Ich merkte schnell, dass es alles gar nicht so schwer ist, wie es scheint. Was für ein Käse zu glauben, dass man dafür sehr viel Geld braucht oder ein Experte sein muss. Ich habe zwar sozusagen den 'Führerschein' gemacht, dann aber einfach losgelegt, mit nur 2.000 Euro angefangen, weil ich vorsichtig sein wollte."

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Erst Eigenheim, dann Podcast

Sie vermehrt ihr Geld, investiert immer größere Summen – mit Erfolg: Im Sommer 2019 reicht das monatliche Einkommen für das Eigenheim – allerdings erst einmal zur Miete (3.000 Euro monatlich). Mithilfe von Coachings entwickelt sie im Laufe der Zeit ein gutes Gespür für Unternehmen, und mit ihrem Aktiendepot und Kontostand reifte in ihr ein Talent, selber zu unterrichten. Doch den ersten Schritt auf andere zu traute sie sich zunächst mit dem Launch ihres Podcasts "Mami goes Millionär".

Corona-Krise als Turbo

"Inzwischen war ich zweifache Mama und habe kurz nach der Geburt meiner zweiten Tochter Emily in meinem Podcast davon erzählt, wie ich das als Mutter alles schaffe, wie Börse eigentlich funktioniert, worauf man beim Aktienkauf achten sollte." Durch die Corona-Krise war die Börse so gecrasht, dass Carmen Mayers Zuhörer bei ihr anriefen und fragten, wie sie jetzt reagieren sollen. Der Lockdown war für Carmen der ideale Zeitpunkt, das Coaching ins Leben zu rufen. 

"Ich habe Tag und Nacht gearbeitet und mich überwunden, in die Sichtbarkeit zu gehen und den Leuten zu helfen, weil es einfach nicht so schwer ist. Krisen sind ja auch Chancen, und darin entsteht Kreativität." Seitdem geht es rasant voran, Mayer beschäftigt Mitarbeiter und ist auch in den sozialen Medien aktiv. Ihr Unternehmen zählt zu denen, die von Corona profitieren. "Inzwischen ist es ja auch total normal, sich digital zu treffen und so neue Software kennenzulernen, die das Kommunizieren erleichtert."

Die Kinder als Motivator

Bei all den neuen Herausforderungen ist Carmen Mayers Ehemann ihr größter Unterstützer. "Er ist so stolz auf mich, aber mit zwei so kleinen Kindern ist das alles auch nicht einfach", erzählt sie. "Allerdings sollten Kinder nie eine Ausrede sein, sondern immer ein Motivator." In ihrer Entscheidung, selbständig zu werden, hat der Unternehmerin ihre Mutterrolle geholfen: "In Mutter steckt das Wort Mut – und ich glaube, ich wäre früher nie so mutig gewesen, wie ich es jetzt bin." Als Mitarbeiterin bei dem Pharmaunternehmen Roche habe sie "in einem Top-Unternehmen mit Top-Konditionen" gearbeitet – aber sich erst als Mutter getraut, den goldenen Käfig zu verlassen: "Als Mama in Teilzeit habe ich dort gemerkt, dass ich den Job gar nicht mehr so ausfüllen kann wie vorher und keinem gerecht werde. Jetzt will ich meinen Kindern ein gutes Vorbild sein, sie sollen später sagen können, unsere Mama hat sich was getraut und nicht nur den Kinderwagen geschoben."

Carmen Mayer hat inzwischen zwei Häuser gebaut. "Ich habe aber gelernt, dass der Investor zur Miete wohnt und selbst vermietet", sagt sie. Die Familie wohnt also weiter in dem Mietshaus aus den 70ern – von hier investiert und coacht Carmen im Homeoffice, "weil ich so viel mehr mit meinen Kindern sein und viel flexibler arbeiten kann." Ihren Tag teilt sie konsequent in Arbeits- und Familienzeit. Ihre kleine Tochter Emily wird vormittags vom Au-pair-Mädchen betreut, Leni ist bis 15 Uhr in der Kita. Und dann beginnt die private Qualityzeit. 

Wieso viele nicht gern über Geld sprechen

Nicht jeder, der ihren Podcast hört, investiert sofort in Aktien. Es geht Carmen Mayer auch darum, die Themen Familie und Geld zu verbinden, ein neues Bewusstsein zu schaffen, dass auch Kinder sich mit Geld wohlfühlen. "Meine ältere Tochter Leni hat vier Spardosen und spart für ihr Leben gerne. Sie nähert sich dem Thema spielerisch und ist stolz auf ihre Geldspeicher. Die Kinder bekommen mit, dass wir Eltern uns nie über Geld streiten, weil Geld einfach da ist.

"Geld ist wichtig, gehört zu unserem Leben, und es gibt dir Freiheiten, man sollte sich also auch darüber unterhalten. Wenn die Leute kein Geld haben, bekommt Geld schnell einen negativen Touch." Carmen Mayer hält es für lebenswichtig, immer ein finanzielles Polster zu behalten. "Dass keiner Reserven hat, ist ja leider auch das Problem in der Corona-Zeit. Die Situation hat gezeigt, dass wir keine finanzielle Bildung haben. Kümmern wir uns nicht um unsere Kinder, wird auch nichts aus ihnen. So ist es auch mit dem Geld: Wir müssen uns darum kümmern, auf den Kontostand achten. Nur wer ein Bewusstsein dafür entwickelt, kann auch mehr Geld in sein Leben bringen. Wir dürfen in Geldfragen nicht wegschauen." Schauen wir bewusst hin, kann man der Expertin zufolge schnell Spaß daran haben zu reflektieren, wofür wie viel ausgegeben wird und was wir daran ändern können.

Frei sein, Gutes tun und etwas bewegen

"In erster Linie spreche ich durch meine Geschichte und meine Art Frauen an. Es gibt wenig Frauen in diesem Job. Wer zu mir kommt, weiß, wo ich herkomme und selber nicht wusste, was eine Aktie ist." In ihren zehnwöchigen Zoom-Coachings, in denen sie mit ihren Kunden in acht Modulen Unternehmen, Risiken und Gewinne analysiert, einen Finanzplan erstellt und sie beim Aktienkauf begleitet, erntet sie gerade von anderen Müttern viel positives Feedback, "weil sie sich in mir wiedererkennen."

Carmens Überzeugung nach sind Frauen die besseren Investoren. Und wer sich dafür coachen lässt, investiert auch in sich selbst. "Mütter tragen sehr viel Verantwortung – auch bei ihren Investitionen. Sie arbeiten sich tief ein und zocken nicht." Anderen auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit zu helfen, erfüllt sie. "Es ist wunderbar, Unternehmerin zu sein. Ich strukturiere mein Unternehmen so, dass es in mein Leben passt, und ich habe seit meiner Arbeit in der Forschung das erste Mal wieder das Gefühl, dass ich anderen Gutes tue und viel bewegen kann."

Das Träumen geht weiter

Mit einem Plus von 40 Prozent im Jahr lebt Carmen Mayer heute ihren Traum, aber ausgeträumt hat sie noch lange nicht. "Mach dir am besten ganz große Ziele, von denen du erst mal gar nicht weißt, wie du sie erreichen sollst. Über Nacht wird man nicht reich, das dauert einfach, und noch bin ich keine Millionärin, aber bald …" So schön sie ihr Einfamilienmietshaus findet: Eines Tages würde sie gerne in eine richtige Münchener Villa ziehen. Ihr Ziel: immer Neues angehen und Menschen erreichen. Langfristig plant die Mutter und Unternehmerin, sich auch sozial zu engagieren: "Ich möchte für Kinderheime spenden oder Projekte an Schulen machen, das liegt mir sehr am Herzen. Kindern Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, das ist meine Idee."

Finanztipps der Aktien-Expertin

  • Teilt euer Geld nach einem festen Sechs-Konten-Modell auf: 55 Prozent für Wohnen, Essen, Leben, 10 Prozent Sparen, 10 Prozent Investition (z. B. Aktien), 10 Prozent Spaß, 10 Prozent Bildung, 5 Prozent Altersvorsorge.
  • Versucht, eine Reserve von drei bis sechs Monatsgehältern anzusparen als finanziellen Schutz für alle Fälle.
  • Ihr solltet euch mit den Unternehmen eurer Aktien identifizieren können. Kauft nur Anteile von Unternehmen, denen ihr vertraut! Und fragt euch, ob das Produkt auch in Zukunft gebraucht wird.
  • Versteht, was ihr tut, um die Angst vor dem Risiko zu überwinden.
  • Trennt euch von Aktien, die nicht gut performen.

Infos zu Podcast & Webinar von Carmen Mayer

Ihr Wissen gibt Carmen Mayer weiter: Von ihrem Aktien-Podcast "Mami goes Millionär" (u. a. bei Apple) sind schon mehr als 30 Folgen erschienen. 

Wer noch mehr möchte: In einem zehnwöchigen Coaching zeigt die Selfmade-Millionärin, wie man "mit überschaubarem Zeitaufwand ohne Expertenwissen erfolgreich an der Börse investiert". Das Erstgespräch ist kostenlos. Mehr Infos unter: dr-carmen-mayer.de

 

 

 

 

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Unsere Autorin

Antonia Müller

Schon als Schülerin hat Antonia Müller Bücher verschlungen, Theater gespielt, Geschichten geschrieben und Hörspiele vertont. Auf Germanistikstudium und Textschmiede folgten Redaktionsjobs für Internet, TV und Verlage.

Zwölf Jahre Kreation von erfolgreichen Ideen und Texten in der Werbung runden ihr Profil als Story Teller ab. Für Junior Medien schreibt sie heute Wissenswertes über Familie, Kind und Kegel. Was noch fehlt, ist ihre erste Romanveröffentlichung.

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