Mehr Natürlichkeit!

Immer mehr Mamas lassen ihre grauen Haare wachsen … gut so!?

Unserer Autorin werden neuerdings auf Instagram Frauen vorgeschlagen, die den sogenannten #Grombre-Trend feiern. Graue Haare im Ansatz, die nicht mehr versteckt und überfärbt werden. Mutig oder einfach nur pragmatisch?

Graue Haare einfach wachsen lassen?© Instagram/@jen.goes.grey
Influencerin Jen aus Syndey zeigt auf Instagram, wie cool graue Haare sein können!

Mit Kristen fing es an. Sie wurde mir vor ein paar Tagen auf Instagram ausgespielt. Mit ihrem Account @sweet.simple.something, auf dem sie ihre Haare gekonnt in Szene setzt. Das Besondere: Sie färbt seit etwa zwei Jahren nicht mehr. Und trägt seitdem mehr oder weniger graue Haare. Und ja, es sieht toll aus! Hashtag: Grombre. Darunter verbergen sich fast 250.000 Posts und ein ganzer Kanal, der viele inspirierende Frauen versammelt, die sich Grau trauen.

Warum Grau?

Gegenüber Buzzfeed.com erzählt Kristen ihre Geschichte:

Ich war eine berufstätige Mutter mit zwei Kindern unter 3 Jahren und hatte es einfach satt, einmal im Monat zwei Stunden lang meine einzige Freizeit im Salon zu verbringen, nur um meine Wurzeln braun zu färben. Mein Friseur hat es mir zwei Jahre lang ausgeredet. Sie sagte mir, dass sie mich nicht grau werden lassen würde, weil ich zu jung sei und ich warten müsste, bis ich mindestens 40 bin.

Doch Kristen ließ sich nicht abbringen. Heute feiert sie ihre grauen Haare regelrecht: 

Von Kristen zu Jen ...

Jen wurde mir als Nächste vorgeschlagen und beweist: Beach Waves und graue Ansätze funktionieren gut zusammen. Auf ihrem Account @jen.goes.grey dokumentiert die Jungsmama ihre aktuelle Haar-Transformation – und auch hier scrolle ich fasziniert durch ihre Frisuren-Bilder: 

Was will mir Instagram mit der Grau-Tendenz nun also sagen?

Ist mein Algorithmus der Meinung, ich solle meine Ansätze nicht mehr nachfärben? Dem Druck der Beauty-Industrie nicht mehr nachgeben? Tschüss, Schönheitsideale! Zugegeben: Meine Situation ist noch nicht dramatisch. Die meisten Menschen, die mich in dieser Sekunde sehen könnten, würden sich wahrscheinlich fragen: "Welche grauen Haare!?" Ja, der Ansatz ist deutlich. Die letzten blonden Strähnen sind schon wieder eine Weile her. Auch ich erkenne mich wieder in den Beschwerden, dass man mit kleinen Kindern zu Hause kaum noch Zeit für stundenlange Friseurtermine hat. Aber ich sehe sie. Die kleinen grauen Härchen! Manchmal stehen sie ab, wie kleine Antennen. Ich habe mal gehört, man solle sie bloß nicht herausziehen. (Upsi!) Ja ja, wie das nun mal mit den vermeintlichen Makeln so ist, die man an sich selbst findet: Für andere sind sie oft unsichtbar, einen selbst können sie ganz schön nerven.

Ich gebe zu, ich finde Frauen wie Alex tatsächlich mutig und nicht nur pragmatisch: Sie hat quasi ihr halbes Leben (16 Jahre lang!) damit verbracht, ihre Haare zu überfärben. Dass man davon irgendwann die Nase voll hat, ist nur verständlich. Und sie sieht bezaubernd aus, zum Beispiel hier beim Stillen – so laissez-faire: 

Oder Audrey, wie cool kann man bitte mit grauen Haaren und Kleinkind auf dem Arm aussehen!?

Ich gebe zu: Ich mag das "Frischegefühl" ...

So cool ich diese Frauen auch finde, ich wäre heute tatsächlich noch nicht bereit dazu, meine Naturhaarfarbe zu akzeptieren. Ich plane meinen nächsten Friseurbesuch. Und freue mich auch schon ein kleines bisschen auf das "Frischegefühl" danach und irgendwie dann doch auf die drei Stunden Me-Time. Und auch das finde ich ziemlich legitim! 

Wie ergeht es euch mit den Spuren der Zeit an eurem Körper? Akzeptieren oder kaschieren?

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