Erwachsene dienen als Vorbild

Kinder lernen durch Nachahmung - leider auch bei unsinnigem Verhalten

Die Erziehung beginnt schon lange, bevor Kinder sprechen lernen. Von Geburt an ahmen sie Verhaltensweisen ihrer Umwelt nach, auch wenn sie diese noch nicht verstehen. Daher kommt es in der frühen Kindheit eher auf das Handeln der Eltern als auf Erklärungen an.

Das Verhalten der Eltern wird von den Kindern nachgeahmt.
© Foto: Getty Images/Martin Novak
Das Verhalten der Eltern wird von den Kindern nachgeahmt.

Kinder lernen, indem sie Erwachsene nachmachen. Dies geht so weit, dass die Übernahme von unsinnigen Schritten bei bestimmten Tätigkeiten zu einer veränderten Sicht über Objekte in der Umwelt führt, und diese Schritte kaum noch ausgelassen werden können.
Forscher der Yale Universität in New Haven untersuchten in einer Studie das Lernverhalten 3- bis 5-jähriger Kinder. Bei einer Übung kam ein Dinosaurier in einer durchsichtigen Plastikbox zum Einsatz. Die Wissenschaftler führten den Kindern vor, wie man den Dinosaurier aus der Box herausbekommt und bauten dabei in den Vorgang unnötige Handlungen ein. Sie berührten beispielsweise den Deckel der Box mit einer Feder, bevor sie den Deckel entfernten.
Anschließend befragten sie die Kinder, welche Schritte der Handlung sinnvoll waren und welche nicht. Die Kinder wurden gelobt, wenn sie die unsinnigen Handlungsschritte benennen konnten.
Der Gedanke dabei war, den Kindern beizubringen, dass nicht immer Verlass auf die Handlung des Erwachsenen ist und dass sie seine überflüssigen Schritte ignorieren sollten.

Später beobachteten die Kinder einen Erwachsenen, wie er wiederum mit unnötigen Schritten, eine Spielzeugschildkröte aus seiner Plastikbox herausnahm. Als die Kinder gebeten wurde, diese Aufgabe auch zu lösen, imitierten sie erneut auch alle überflüssigen Handlungen, obwohl man zuvor versucht hatte, ihnen beizubringen, die unnötigen Schritte nicht zu beachten.
"Diese Ergebnisse zeigen, dass die Fähigkeit zur Imitation bei Kindern zu Verwirrung führen kann, wenn Erwachsene Dinge unorganisiert angehen", erklärt Dr. Christa Schaff, Vorsitzende des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP). "Wenn Kinder einem Erwachsenen zusehen, wie er etwas falsch macht, kann es für sie viel schwieriger sein, es richtig zu machen."
Quelle: Kinderärzte im Netz

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