Kind muss warten© iStock/portishead1
Kinder wollen nicht zu lange warten müssen – genau wie wir.

Wenn jemand zu uns sagt "Warte mal eben" kann es leicht passieren, dass wir uns etwas abgestellt fühlen. Und unsere Kinder haben natürlicherweise noch eine viel kürzere Geduldspanne als wir. 

Warten ist für die meisten unangenehm

Unsere Kinder haben von uns gelernt, dass Warten keine angenehme Tätigkeit ist. Wie oft schauen wir hektisch auf die Uhr, wenn der Bus zu spät kommt oder wollen schnell noch was einkaufen und suchen uns dort bewusst die kürzeste Schlange raus, um nicht länger als unbedingt nötig warten zu müssen. Wann immer wir irgendwo auf irgendetwas oder -jemanden warten, zücken wir unser Smartphone, um die Zeit zu überbrücken. Ihr fühlt euch ertappt? Durch unsere Vorbildfunktion übernehmen unsere Kinder diese Einstellungen und späteren Verhaltensweisen automatisch von uns. 

Lasst Kinder nicht ständig warten

Claudia Schwarzlmüller aus Hamburg ist Kinderpsychologin und Mama. Auf Instagram stellt sie auf ihrem Profil "kinderdolmetscher" immer wieder augenöffnende Reels ein, in denen sie bei uns ein Bewusstsein für den Blickwinkel der Kinder weckt. Zum Thema Warten verdeutlicht sie, dass Kinder je nach Alter einfach noch nicht gut warten können und ruft uns Eltern dazu auf, dass wir mit den Wörtchen "Warte mal kurz" doch bitte nicht ganz so inflationär umgehen. Sie gibt folgende Richtlinie zur angemessenen Wartedauer nach Alter:

  • 1,5 Jahre: 30 Sekunden
  • 2 Jahre: 2 bis 2,5 Minuten
  • Vorschulalter: 10 bis 15 Minuten

Ihr seht also, es dauert eine ganze Weile, bis Kinder überhaupt mit dem Warten umgehen können. Vielleicht schaffen wir es mit diesem Bewusstsein, unsere Erwartungen an sie etwas anzupassen.

Hier seht ihr das Reel der "Kinderdolmetscherin" zum Thema Warten:

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