Keine Panik!

Kann man Kopfläusen vorbeugen?

Viele Kinder bringen als besonderes Urlaubssouvenir Kopfläuse mit nach Hause. Unser Experte erklärt, was Familien tun können, um vorzubeugen.

Der Schreck ist häufig erst einmal groß, wenn Kinder Kopfläuse haben. Doch man kann einiges tun, um vorzubeugen.
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Der Schreck ist häufig erst einmal groß, wenn Kinder Kopfläuse haben. Doch man kann einiges tun, um vorzubeugen.

Leben & erziehen: Der Läusebefall von Kinderköpfen scheint auf dem Vormarsch zu sein. Woran liegt das?

Dr. Hermann Josef Kahl: Aus vielen Gesprächen mit Kollegen wissen wir, dass dieser Eindruck richtig ist. Offensichtlich ist in den Familien die Hygiene, also hier das Haarewaschen, nicht mehr ganz so wichtig, wie das früher war. Natürlich verhindert im Einzelfall ein gewaschener Kinderkopf nicht, dass er von Läusen befallen wird. Aber wenn viele und immer mehr Eltern ihren Kindern nicht mehr in angemessenen zeitlichen Abständen die Haare waschen, werden die Köpfe, die von Läusen befallen sind, entsprechend später entdeckt. Und das kann sich erheblich potenzieren. In der Summe tragen diese vielen ungewaschenen Köpfe mit zu spät entdeckten Läusen insgesamt zu einer Zunahme der Läuseplage bei.

Warum gehen Läuse nur auf die Köpfe?

Die Parasiten benötigen eine regelmäßige Blutmahlzeit und daher können sie dauerhaft nur auf unseren Köpfen überleben. 

Was lässt sich zur Vorsorge tun?

Ganz eindeutig: Häufiger den Kindern die Haare waschen. Gerade, wenn die Familie im Urlaub im Ausland gewesen ist, müssen die Eltern genau hinschauen. Meistens nach der Urlaubszeit erhöhen sich die Zahlen des Befalls wieder. Ich empfehle, Kindern am besten jeden zweiten Tag, spätestens jedoch jeden dritten Tag die Haare zu waschen.

Ist der Läusebefall – medizinisch gesehen – eigentlich gefährlich?

Sicherlich, WENN nämlich mit den Läusen Bakterien oder Krankheitserreger mit eingeschleppt werden. Die können dann durch die Kopfhaut und die Hände – wenn in die Haare gegriffen wird – in den Körper gelangen. Eine Krankheitsübertragung auf diesem Weg ist aber zum Glück nur sehr selten der Fall.

Was tun, wenn das Gekrabbel dann anfängt?

Die handelsüblichen Anti-Läusemittel, am besten mit natürlichen Wirkstoffen, kommen dann zum Einsatz. Mit einigen Lotionen werden die Köpfe gewaschen, bei anderen kommt das Präparat trocken ins Haar. Wichtig ist, dass es alle Läuse und deren Eier, die Nissen, schon bei der ersten Behandlung abtötet. Die Mittel sind unbedingt gemäß der Packungsbeilage anzuwenden. Dann müssen Mama oder Papa sorgfältig nachschauen, ob wirklich alle der Tierchen verschwunden sind. Mit einem Kamm können Reste entfernt werden. 

Lässt sich einem Läusebefall noch anderweitig vorbeugen?

Sofa, Bett und Co. vielleicht noch absaugen und Bettwäsche, Kuscheltiere, Kleidung – also alles, mit dem das Kind in Kontakt gekommen ist – bei 60 Grad waschen, dann ist das Problem meist gelöst. 

Und wie ist es mit der Ansteckung der anderen Kinder?

Die Eltern sollten das Kind nach Entdeckung des Befalls mindestens einen Tag nicht in die Kita oder Schule gehen lassen. Nach dem Waschen mit dem Anti-Läusemittel, je nach Anwendung, können die Kinder am nächsten Tag wieder hingehen. Allerdings ist wichtig, dass auch die Erzieherinnen darauf achten, dass die Kinder nicht die Köpfe zusammenstecken. Läuse können zwar nicht andere Kinder anspringen – aber sie können rüberkrabbeln. Dann verbreiten sie sich rasant. Deshalb ist es wichtig, die Kinder nicht so dicht zueinanderkommen zu lassen. 

In der kalten Jahreszeit tragen die Kinder oft Mützen, Hauben und Schals. Bei Ankunft in der Garderobe der Kitas besteht schon mal eine erhöhte Ansteckungsgefahr. Auch in den Umkleidekabinen im Sportunterricht, Hallenbad etc. sollte man möglichst auf Abstand zwischen Kopfbedeckungen achten. Und auch hier gilt: Bitte nicht zu dicht aneinanderkommen mit den Köpfen.

Autoren: Christian Personn, Irlana Nörtemann

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