Die kurze Antwort lautet leider: Nein, Kinder mit offenen oder unbehandelten Warzen sollten nicht ins Schwimmbad. Der Grund dafür ist die hohe Ansteckungsgefahr. Warzen werden durch Viren verursacht (meist Humane Papillomviren, kurz HPV). Im Schwimmbad kommen drei ungünstige Faktoren zusammen:
Aufgequollene Haut: Durch das warme Wasser verliert die Haut ihre Barrierefunktion. Die Viren können durch kleinste Risse viel leichter eindringen.
Feuchtwarmes Milieu: Viren lieben Feuchtigkeit. Sie überleben auf Fliesen, in Duschen und auf Sitzbänken besonders lange.
Barfußlaufen: Wo viele Menschen barfuß gehen, ist die Konzentration von infektiösen Hautschuppen besonders hoch.
Wichtig zu wissen: Ein normales Pflaster reicht im Wasser oft nicht aus, da es aufweicht und verrutscht. Die Viren gelangen trotz Chlor ins Wasser oder verteilen sich auf dem Boden.
Warze ist nicht gleich Warze: Die häufigsten Arten
Nicht jede Warze sieht gleich aus. Bei Kindern treten vor allem diese Arten auf:
- Gewöhnliche Warzen (Vulgäre Warzen): Sie sind oft verhornt, rau und blumenkohlartig. Man findet sie meist an den Fingern oder am Handrücken.
- Dornwarzen: Diese wachsen an den Fußsohlen. Durch das Körpergewicht werden sie nach innen gedrückt, was beim Gehen schmerzhaft sein kann (wie ein Dorn im Schuh).
- Dellwarzen (Schwimmbadwarzen): Sie werden durch eine andere Virusgruppe (Pockenviren) ausgelöst. Es sind kleine, glatte Knötchen mit einer Delle in der Mitte. Sie treten oft in Gruppen am Rumpf, den Armen oder in den Kniekehlen auf.

Tipps zur Vorbeugung von Warzen
Damit es gar nicht erst zu einer Infektion kommt, helfen diese einfachen Regeln:
- Badeschuhe sind Pflicht: Trage sie konsequent vom Umkleidebereich bis zum Beckenrand und in der Dusche.
- Füße gründlich abtrocknen: Besonders die Zehenzwischenräume müssen trocken sein, da Viren Feuchtigkeit lieben.
- Eigene Handtücher nutzen: Handtücher niemals teilen und nach dem Schwimmbadbesuch bei 60 Grad waschen.
- Hautpflege: Trockene, rissige Haut bietet Eintrittspforten für Viren. Regelmäßiges Eincremen nach dem Baden stärkt die Hautbarriere.
- Desinfektion: In vielen Bädern gibt es Sprühanlagen für die Füße. Diese können helfen, sollten aber nicht die einzige Schutzmaßnahme sein.
Was tun? Behandlungsmöglichkeiten für kleine Patienten
Bevor es zurück ins Becken geht, sollte die Warze behandelt werden. Es gibt verschiedene Wege:
- Hausmittel: Ein Klassiker ist der Saft des Schöllkrauts oder Thuja-Tinkturen aus der Apotheke.
- Lösungen mit Salicylsäure: Diese weichen die Hornschicht auf, sodass sie nach und nach abgetragen werden kann. Das erfordert Geduld (oft mehrere Wochen).
- Vereisung (Kryotherapie): Der Hautarzt vereist die Warze mit flüssigem Stickstoff. Dies ist effektiv, kann aber für kleine Kinder kurzzeitig schmerzhaft sein.
- Abwarten: Manche Warzen verschwinden nach Monaten von selbst, da das Immunsystem sie erkennt. Da sie in dieser Zeit aber ansteckend sind, ist für Schwimmbad-Fans eine aktive Behandlung ratsam.
