Promi-Mama privat

Kirsten Dunst: "Mich hat eine Welle von Emotionen überrollt"

Hollywood-Schauspielerin Kirsten Dunst ist inzwischen Mutter von zwei Kindern und hat ihr Leben – nicht nur aufgrund von Corona – bewusst entschleunigt. Hier berichtet sie exklusiv über ihren Familienalltag.

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Zur Person

Vor einigen Jahren hatten viele den Eindruck, Kirsten Dunst würde jetzt komplett die Kino-Leinwände dominieren. Als früherer Kinderstar arbeitete sich die Schauspielerin später mit Rollen in "Small Soldiers", "Spiderman", "The Virgin Suicides", "Die Verführten" und "The Bell Jar" durch diverse Genres und Stile, sodass endlich auch der Letzte überzeugt war, sie sei nun vom Sternchen zum Superstar avanciert.

Doch dann wurde sie 2018 zum ersten Mal Mutter und realisierte, dass es noch anderes im Leben gibt, das wichtig ist. Und so zog sie sich vom roten Teppich und dem Blitzlichtgewitter zurück. Inzwischen hat sie mit ihrem Mann und Schauspielkollegen Jesse Plemons zwei Kinder (Ennis Howard, geboren 2018 und James Robert, geboren im Mai 2021) und genießt das Familienleben.

Leben & erziehen: Die Geburt deiner Kinder in einem Satz.

Kirsten Dunst: Schön, aber harte Arbeit.

Die anstrengendste Phase, seitdem du Kinder hast.

Die ersten sechs Monate seit James Geburt waren sehr anstrengend. Er hatte überhaupt keinen Schlafrhythmus, und ich sehne mich noch immer danach, mal eine Nacht durchzuschlafen. Aber das wird schon kommen.

Was hättest du gerne gewusst, bevor du Mutter wurdest?

Dass mich eine Welle von Emotionen überrollen würde, mit der ich nicht gerechnet hatte. Ich hatte einen sehr starken Kinderwunsch, aber was ich nicht erwartet hätte, ist diese Aversion der Arbeit gegenüber. Mir war sofort klar, dass es eine wundervolle Zeit ist, wenn die Kinder so klein sind. Definitiv will ich nicht die Hälfte dieser wertvollen Zeit in einem Studio verbringen!

Als Patentante von Lily, der Tochter meiner besten Freundin Molly konnte ich schon üben. Jahre bevor ich selbst Kinder hatte, verbrachte ich viel Zeit mit ihnen. Das hat mir einen guten Eindruck vermittelt, wie es sein könnte, ein Kind großzuziehen. Ich konnte mich total in Lilys kleiner Welt verlieren und genau das hat mir eine Idee gegeben, wie wunderbar eigene Kinder sein könnten.

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Wie hat die Corona-Pandemie euer Leben verändert?

Hauptsächlich insofern, als dass wir nicht mehr reisen können. Als Schauspielerin war ich es gewohnt, immer viel zu reisen, das hat mir viel Freude gemacht. Mir war klar, dass wir mit Kind ohnehin weniger reisen würden, aber da war es unsere eigene Wahl. Das ist jetzt etwas anderes, wenn man es nicht mehr darf. Ich hätte nicht gedacht, dass mich das so sehr stören würde. Manchmal geht es dann mehr ums Prinzip als um die Sache selbst, aber das hat mich wirklich beeinflusst.

Auch für meine Kinder finde ich es schade, dass wir nicht reisen können. Meine Eltern haben das in meiner Kindheit viel mit mir gemacht und ich habe den Anspruch, auch meinen eigenen Kindern die Welt zu zeigen. Als ich klein war, haben wir oft meinen Opa in Deutschland besucht und viele Stunden auf der Autobahn verbracht. Die Geschwindigkeit war für mich total aufregend und der Besuch in Deutschland immer etwas Besonderes.

Nächstes Wochenende werdet ihr …

… hoffentlich entspannen. Das Leben ist sehr ruhig geworden und Jesses Mutter ist eine wichtige Stütze in unserem Alltag. Sie ist eine unglaubliche Hilfe, auch wenn ich mal zwischendurch etwas arbeite. Dann fängt sie alles auf.

Was rätst du Menschen, die (noch) keine Kinder haben?

Alle persönlichen Baustellen aus dem Weg zu räumen, bevor ihr sie bekommt. Ich glaube, niemand kann einen vollständig aufs Elternsein vorbereiten. Es ist ein unerbittlicher Job, aber gleichzeitig der schönste und erfüllendste, den man sich vorstellen kann. Sobald man einmal Kinder hat, kann man nicht wieder zum alten Leben zurückkehren. Daher sollte man sich absolut sicher sein, dass man wirklich Kinder will und es der richtige Zeitpunkt ist. Das ist sowohl für die eigene psychische Gesundheit als auch für die anderer wichtig. Für uns hat sich der Zeitpunkt definitiv richtig angefühlt. Schon die letzten Jahre zuvor führten wir ein vergleichsweise ruhiges und normales Leben in Los Angeles. Wir mieteten ein kleines Haus in einer ruhigen, vorstädtischen Gegend. Schon vor Ennis Geburt sind wir nicht mehr oft zu Partys gegangen und hingen auch nicht die ganze Zeit mit Leuten aus dem Business rum. Es war fast, als hätten wir unser Leben schon als Vorbereitung auf das Elternsein entschleunigt.

Was wünschst du dir für das neue Jahr 2022?

Meine Familie vor allem, was gerade los ist, zu beschützen. Ich möchte meine Kinder auch weiterhin vor meiner Karriere beschützen. Ich war schon früh von dem ganzen Glamour und Stargehabe gefangen und weiß, dass es nicht gut war. Aber natürlich war daran auch nicht alles schlecht. Immerhin hat es mir mein Studium finanziert. Und ich konnte mal eben eine Szene mit Brad Pitt drehen und dann wieder meine Hausaufgaben machen …

Dein größter Wunsch für deine Kinder?

Dass sie nach ihren eigenen Idealen und Zielen leben. Das fühlt sich so gut an und ist so wichtig. Ich wünsche mir, dass sie ehrlich zu sich selbst sein können und für sich einstehen. Dann wird sie eine wunderbare Welt erwarten.

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