Promi-Interview

Sonya Kraus: "Ich habe mir beide Brüste abnehmen lassen"

Die zweifache Mama und Moderatorin Sonya Kraus erhielt vor einigen Monaten eine erschreckende Diagnose. Warum sie sich zu der drastischen Maßnahme entschloss, sich beide Brüste abnehmen zu lassen und was sie ihren Fans rät.

Moderatorin Sonya Kraus als glückliche Mutter von zwei Kindern – Jahre vor ihrer Brustkrebsdiagnose.
© Foto: privat
Moderatorin Sonya Kraus als glückliche Mutter von zwei Kindern – Jahre vor ihrer Brustkrebsdiagnose.

Update 16. Februar 2022: Eine Diagnose, die wohl so ziemlich jede Frau fürchtet: Brustkrebs. Hochaggressiv. "Da ist was, Frau Kraus", sagte ihr Gynäkologe bei einer Routineuntersuchung im Herbst 2021 zu der Moderatorin und zweifachen Mama. Seitdem hat sich ihr Leben grundlegend verändert. Im November wurden ihr beide Brüste entfernt. Sie entschied sich bewusst für diese radikalste Variante der Therapie und damit die größte Chance, nicht wieder zu erkranken. Wie die Bunte berichtet, sagt Sonya Kraus, dass sie vielleicht nicht mehr am Leben wäre, wäre sie nicht zum Routine-Check-Up gegangen. Seither ist sie aktiv dabei, andere Frauen zu motivieren, regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen.

"Es muss ein ehrliches Buch her!"

Dieser Text entstand 2013, wenige Monate nach der Geburt von Sonya Kraus' zweitem Kind. Moderatorin Sonya Kraus spricht über Exorzismus im Kreißsaal, den Freudentaumel der Mamahormone und To-do-Listen, die so lang sind wie Klopapierrollen.

Als ich mit meinem ersten Kind war, ist mir aufgefallen, dass es zwar ganz viele gute, tolle, sensationelle Babybücher gibt. Aber: kaum richtige "Mamabücher". Damit meine ich Bücher, die Klartext reden, was so ein Baby eigentlich mit einem selbst – dem Körper und der Psyche –, ich sage es jetzt einfach mal ganz brutal: anrichtet. "Duziduzi" und "Dudeldu"? Diese rosaroten Ratgeber in Babysprache haben mich totaaaal genervt. Was war mit den heißen Themen, die mich wirklich brennend interessierten? Um die reden solche Werke immer schön drum herum. Da dachte ich mir: Es muss ein ehrliches Buch her! Reden wir also Tacheles.

Meine erste Geburt war ein "Unterboden-Totalschaden" und der reinste Horror

Meine erste Geburt war ein "Unterboden-Totalschaden". Habe ich selbst mit einem Spiegel fachmännisch überprüft. Dammriss in violett-blau bis tiefschwarz. Dazu Schmerzen, als würde mich jemand mit einem Messer malträtieren. Und passend dazu: blutige Graffiti an der Wand. Die blieben bei der Entbindung meines zweiten Sohnes zum Glück aus.

Aber zurück auf Anfang: Ich rief erst mal meine Hebamme an: "Ich glaube, es geht los!" "Okay, Sonya, diesmal bitte keine stundenlangen Badesessions und auch kein Nachtspaziergang mit den Hunden. Denn es kann sein, dass das zweite Kind Knall auf Fall kommt", mahnte sie. Und sie sollte Recht behalten.

Nachdem ich KURZ in der Badewanne gelegen hatte – damit alles sauber ist, denn wer weiß, wann man das nächste Mal in die Wanne kann oder darf, war’s plötzlich wie im Film. Alle eineinhalb Minuten Wehen. Ich dachte, mein Kind kommt im Auto oder im Aufzug auf die Welt. Das war unfassbar! Dann ruckzuck ins Krankenhaus. Ich kam in den Kreißsaal und schrie sofort: "PDAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA ... !!!" Und dann kam die Ansage, die keine werdende Mutter in diesem Moment hören will: "Dafür ist es jetzt leider zu spät!"

Was folgte, war ein Hexentanz. Ich wand mich wie eine Besessene schreiend durch den Kreißsaal. Oder wie mein Freund es schon bei der Geburt des ersten Kindes auszudrücken pflegte: Es klang nach einer Mischung aus Pornofilm und "Der Exorzist".

Es geht auch anders

Mein ganz persönliches Fazit nach Geburt Nummer zwei: Es ging zwar schneller – mein Kleiner war tatsächlich nach eineinhalb Stunden da – mit einem "Kawumm", von null auf hundert, Doktor sei Dank ("Nicht lange fackeln, sondern schneiden!"). Aber: Es hat nicht weniger wehgetan. Und: Im Kreißsaal muss frau nicht tapfer sein! Mein Freund war übrigens auch diesmal nicht im Kreißsaal dabei. Der kann nämlich kein Blut sehen. Viele Frauen empfinden es ja als große Hilfe, wenn Papa in spe beim Pressen hilft (wobei ich mir jetzt auch nicht so genau vorstellen kann, wie der mir dabei hätte helfen sollen).

Frauenpower

Meine größte Unterstützung war meine Beleghebamme. Ich liebe diese Frau! Die hat die mangelnde männliche Unterstützung zehnmal wettgemacht! Jetzt, sieben Monate nach dem "Mama-Massaker", ist mein "Unterboden-Totalschaden" behoben, mein Liebesleben hat sich normalisiert und meine To-do-Liste ist lang wie eine Klopapierrolle. Für meinen Kleinen spiele ich nach wie vor Milchkuh, während mein Zweijähriger – Trotzphase sei Dank – täglich tobt wie Rumpelstilzchen.

Kind ja oder nein?

Alles in allem hat das Ganze schon etwas von einem Irrenhaus, sodass mein nächstes Buch eigentlich heißen müsste "Grüße aus der Anstalt". Aber, und jetzt kommt ein ganz großes ABER: Ich bin auch immer noch im unbeschreiblichen Freudentaumel der "Mamahormone". Ein Baby ist nämlich das Allergrößte, -beste, -tollste!

Autorinnen: Janine Vonderbank, Irlana Nörtemann

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