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Hebamme finden: Die besten Tipps für Verzweifelte

In Deutschland herrscht akuter Hebammenmangel. Das macht die Suche nach einer professionellen Unterstützung für Schwangerschaft und/oder Wochenbett nicht gerade viel leichter. Und das, obwohl eine individuelle Betreuung so immens wichtig ist …

Hebammen unterstützen (Bald-)Mamas während der Schwangerschaft und im Wochenbett. Doch es gibt allgemein viel zu wenig Hebammen! Das erschwert die Suche.
© Foto: Getty Images/Westend61
Hebammen unterstützen (Bald-)Mamas während der Schwangerschaft und im Wochenbett. Doch es gibt allgemein viel zu wenig Hebammen! Das erschwert die Suche.

Der Schwangerschaftstest zeigt es gerade erst an: SCHWANGER. Heutzutage hetzen Frauen nicht unbedingt sofort zum Frauenarzt, nein, sie sorgen sich in erster Linie darum, dass sie am Ende ohne Hebamme dastehen. Und dann beginnen sie lieber heute als morgen mit dem Herumtelefonieren und Fingerwundtippen. Keine Zeit verlieren. Denn in Deutschland herrscht ein akuter Hebammenmangel. Wir sagen euch, worauf ihr bei eurer Suche nach einer Hebamme achtet solltet.

Warum ist es so schwer, eine Hebamme zu finden?

Früher war bekanntlich alles anders. Vor allem, wenn es um Eltern- und geht. Aber auch beim Thema "Hebamme" hat sich einiges grundlegend geändert. Früher war es (anders als heute) NICHT gang und gäbe, eine Hebamme zu haben. Heutzutage ist eine Nachsorgehebamme bei einer ambulanten Geburt sogar Grundvoraussetzung für die Klinikentlassung. Und es wird immer mühsamer, eine solche Expertin zur Unterstützung zu finden. Es gibt viel zu wenig Hebammen da draußen. Leider! Dabei handelt es sich doch um einen so schönen, wertvollen Beruf. Doch die schlechten Arbeitsbedingungen sorgen dafür, dass immer mehr Hebammen ihre Berufung aufgeben (müssen). Hinzu kommt, dass ständig immer weniger Ausbildungs- und Studienplätze belegt werden. Das Angebot ist sehr gering, die Nachfrage allerdings umso größer. Eine Zwickmühle sondergleichen.

Hebamme finden: Wann ihr mit der Suche anfangen solltet

Ohne euch in Panik versetzen zu wollen: Am besten beginnt ihr gleich, nachdem ihr die schöne Nachricht von eurer Schwangerschaft erhalten habt, mit der Suche nach einer Hebamme. Insbesondere in Großstädten haben Hebammen extrem lange Wartelisten und Vorlaufzeiten. Wenn ihr früh mit dem Suchen beginnt, habt ihr hinten heraus keinen Druck und genügend Zeit, um die für euch richtige Begleitperson zu finden.

Die besten Tipps, um eine Hebamme zu finden

Ein Patentrezept mit Garantie gibt es natürlich nicht. Doch wer ein paar Dinge beachtet, hat die besten Chancen, am Ende erfolgreich zu sein. So solltet ihr bei der Hebammensuche am besten vorgehen:

  1. Eigene Wünsche: Welche Punkte sind euch als Eltern wichtig? Welche Art Hebamme möchtet ihr am liebsten? Soll es eine Beleghebamme sein oder eine Hebamme, die euch von der Schwangerschaft bis hin ins Wochenbett begleitet? Oder nur zur Nachsorge? Fragen über Fragen. Aber alle sind wichtig für eure Suche. Informiert euch gerne auch über mögliche Zusatzqualifikationen (z.B. Hypnobirthing-Atemtechniken).
  2. Online-Recherche: Im Netz findet ihr viele Online-Portale, die regional (und nach Postleitzahl geordnet) Hebammen listen, die in eurem Umfeld tätig sind. Die Plattform des Deutschen Hebammenverbandes lohnt sich zum Beispiel. Auch über die Landesverbände der Hebammen könnt ihr Kontakt mit Hebammen aus eurem Bundesland aufnehmen – oder über den BfHD nach freiberuflichen Hebammen Ausschau halten. Tipp: Sucht bei Google auch gerne mal nach "Hebamme + Stadt / Stadtteil". Nicht alle Hebammen sind in einem Portal zu finden. 
  3. Hebammen-Check-up: Nehmt euch etwas Zeit, um die Websites oder Profile der Hebammen anzuschauen. Und hört auch ein bisschen auf euer Bauchgefühl. Schließlich soll auch die Chemie stimmen, die Thematik ist immerhin eine sehr intime. 
  4. Kommunikation: Schreibt den Expertinnen, die euch gefallen am besten eine nette E-Mail oder ruft gleich persönlich an. Wichtig: nicht nach einer Anfrage aufhören. Besonders in großen Städten braucht es nicht selten mehrere Anläufe, um jemanden zu finden, der Zeit hat. Listet alle relevanten Daten für die Hebamme auf, damit sie gleich checken kann, ob sie Kapazitäten hat. Der voraussichtliche Entbindungstermin, Eure Adresse, Telefonnummer oder Informationen rund um Wunschklinik sollten nicht fehlen.
  5. Mit Hebammen-Absagen (richtig) umgehen: Bitte nicht aufgeben! Es kann durchaus ein bisschen dauern, bis ihr eine geeignete Hebamme findet. Und ein heißer Tipp: Ich persönlich habe meine Hebamme über eine andere Hebamme empfohlen bekommen, von der ich eine Absage kassiert habe. Wenn ihr negatives Feedback bekommt lohnt sich also der Satz: "Schade. Aber fällt Dir vielleicht eine liebe Kollegin ein, die eventuell Zeit hätte?"

Hausgeburt: Hebamme finden für eine Entbindung zuhause

Seit einigen Jahren wünschen sich viele Frauen wieder vermehrt eine Hausgeburt. Doch wie finde ich eine Hebamme, die genau das anbietet – oder sich gar darauf spezialisiert hat? Die oben genannten Portale und Websites vermerken in der Regel, welche Leistungen die unterschiedlichen Hebammen anbieten. Auch Filterfunktionen sind möglich. Es geht aber auch spezifischer: Beispielsweise der Deutsche Fachverband des Hebammenhandwerks e.V. (dfh-hebammen.de) bietet Interessierten Informationen und Suchhilfen zum Thema der hebammengeleiteten Geburtshilfe im häuslichen Umfeld.

Hilfe, ich finde keine Hebamme – was tun?

Aber was, wenn einem alle Hebammen absagen? Oder nach einer (ohne Hebamme) überstandenen Wochenbettzeit, nun bei Themen wie und Abstillen doch Fragen aufkommen? Die Suche nach einer Hebamme könnt ihr natürlich auch analog angehen: Fragt bei Freunden und Bekannten nach. Hört euch einfach etwas um und sammelt so noch die ein oder andere Adresse zusammen. Außerdem können sich folgende Anlaufstellen lohnen: 

  • Hebammenpraxen/Geburtshäuser
  • (Wunsch-)Krankenhaus für die Geburt
  • Frauenarztpraxen und Internisten 
  • Krankenkasse
  • Apotheke
  • Örtliches Gesundheitsamt
  • Beratungsstellen wie z.B. pro familia

Warum es so wichtig ist, NICHT auf eine Hebamme zu verzichten

Ihr seid schon frustriert? Probiert es weiter. Eine individuelle Ein-zu-eins-Versorgung durch eine Hebamme ist sehr wichtig. Und zwar für Schwangerschaft, Geburt, das Wochenbett – und sogar darüber hinaus. Nicht nur im Hinblick auf die zahlreichen Tipps, die ihr von ihr bekommen könnt. Sie begleiten euch in einem physischen und psychisch anspruchsvollen Prozess, in dem man einen Profi an der Seite braucht. Zumindest beim ersten Kind.

Werde aktiv – und melde den Hebammenmangel: Wer absolut keine Hebamme finden kann und die ganze Mühe nichts bringt, der kann den bestehenden Hebammenmangel auf der Landkarte der Unterversorgung melden. So könnt ihr dabei helfen, die aktuellen Zahlen zum Hebammenmangel in Deutschland zu erfassen. Aber vor allem kann man am Ende der Politik eines ganz deutlich zeigen: Es besteht dringender Handlungsbedarf. Der Beruf der Hebamme braucht neue Anreize.

 

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