"Sie schrie, dass sie alles fühlen konnte"

Kaiserschnitt ohne Betäubung – Mutter verklagt Geburtsklinik

Eine junge Frau aus Kalifornien zieht vor Gericht. Sie wirft der Geburtsärztin vor, einen Notkaiserschnitt an ihr durchgeführt zu haben – ohne Narkose!

Ein Notkaiserschnitt ist für die Betroffenen nicht selten eine traumatische Erfahrung.
© Foto: iStock/Reynardt
Ein Notkaiserschnitt ist für die Betroffenen nicht selten eine traumatische Erfahrung.

Ein Notkaiserschnitt an sich kann schon ein sehr traumatisches Erlebnis für eine junge Mutter sein. Doch diese Geschichte liest sich nur mit starken Nerven. Folgender Text enthält Details zu den Themen Gewalt unter der Geburt und Notkaiserschnittt. Deswegen hier auch die Triggerwarnung für alle Leser und Leserinnen, die sich davon (persönlich) betroffen fühlen und/oder nicht weiterlesen können. 

Dieser Fall lässt wohl niemanden kalt, er lässt sich bereits auf den 16. November 2017 zurückdatieren: Delfina Mota befand sich bereits in der 41. Schwangerschaftswoche, als die junge Amerikanerin für die anstehende Geburt ins Krankenhaus fuhr. Sie lag die ganze Nacht in den Wehen, die eingeleitet wurden. Doch am darauffolgenden Morgen konnte der Herzton des Babys nicht mehr festgestellt werden. Ein Notkaiserschnitt wurde angeordnet. Nun folgt die dramatische Wendung ...

Der Anästhesist – nicht erreichbar ...

Delfina Mota hatte in der Nacht zuvor bereits eine PDA erhalten. Aber zum jetzigen Zeitpunkt hätte sie erneute Betäubungsmittel benötigt, denn die Epiduralanästhesie hätte keine Auswirkung mehr auf die Operationsstelle für den Kaiserschnitt gehabt. Ein Anästhesist wurde gerufen. Doch er reagierte selbst auf mehrmaliges Anfunken nicht. Die behandelnde Ärztin vollzog den Notkaiserschitt trotzdem! Sie soll befohlen haben, die werdende Mutter anzuschnallen, um den Einschnitt durchzuführen. "Dann fühlte ich auf einmal das Schneiden an meinem Bauch ...", erzählt Mota gegenüber der Los Angeles Times, und dass sie ohnmächtig wurde. Szenen aus einem Horrorfilm? Nein, für Delfina Mota sind das traumatische Erinnerungen an ihre Geburt. 

Ihr Verlobter wurde Zeuge der schrecklichen Szenerie

"[Mota] weinte und schrie aus voller Kehle, dass sie alles fühlen konnte, was geschah, und bat auch um Hilfe und darum, dass die Angeklagten aufhören, sie zu aufzuschneiden", bis sie ohnmächtig wurde. So liest sich die Anklage. Auch ihr Verlobter Paul Iheanachor will das bezeugen können: "Ich hörte die Schreie, die entsetzlichen Schreie. Da wurde mir klar, dass sie sie ohne Betäubung schnitten."

Kein "Sieg" für die Familie vor Gericht

Tatsächlich wurde der Fall im Jahr 2020 von einem kalifornischen Gericht abgewiesen. Das Gericht stellte fest, dass die behandelnde Ärztin "obwohl sie das Chaos im Operationssaal hörte und anwesend war, sich nicht gleichzeitig bewusst war, dass es eine unzureichende Anästhesie gab." 

Sicherlich ein herber Schlag für die junge Familie und ein Trauma, das die Mutter noch lange begleiten wird: "Ich verstehe, warum sie es getan haben. Aber das ist ein Krankenhaus ... Es hätte Maßnahmen geben müssen." 

Glücklichweise können wir berichten, dass die kleine Cali an diesem Tag gesund zur Welt kam und der Familie somit eine Tochter geschenkt wurde. Doch der Heilungsprozess der seelischen Wunden wird für die junge Mutter mit Sicherheit ein langer sein ...

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