Bei Anzeichen für eine Schwangerschaft

Schwangerschaftstest: Antworten auf die häufigsten Fragen

Natürlich möchtet ihr bei den ersten Schwangerschaftsanzeichen wissen, ob ihr ein Baby erwartet. Aber ab wann kann man einen Schwangerschaftstest anwenden, wie funktioniert er und wie genau ist das Ergebnis?

Starke Müdigkeit, Übelkeit, die Brüste spannen, eine plötzliche Abneigung gegen Gerüche und bestimmte Lebensmittel oder der Drang ständig auf Toilette zu müssen: Es gibt eine ganze Reihe von Anzeichen, die auf eine Schwangerschaft hindeuten. Wenn dann noch die Periode ausbleibt, ist es an der Zeit für einen Schwangerschaftstest – denn der bringt Gewissheit.

Ab wann kann man einen Schwangerschaftstest machen?

"Wenn eine Frau glaubt, schwanger zu sein, kann sie zu Hause einen Test machen. Damit lässt sich im Urin das Schwangerschaftshormon humanes Choriongonadotropin, kurz hCG, nachweisen", erklärt Dr. Stefan Skonietzki, niedergelassener Frauenarzt in Berlin-Friedrichshain. "Denn sobald sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnistet, bildet der Körper dieses Hormon." Ein zuverlässiges Ergebnis ist jedoch erst 14 Tage nach der Befruchtung zu sehen, also etwa ab dem ersten Tag der ausbleibenden Regel. Wenn ihr zu früh testet, ist die Konzentration des Schwangerschaftshormon hCG vielleicht noch nicht hoch genug. Bei einer unregelmäßigen Blutung geht ihr am besten vom längsten Zyklus aus, den ihr mal hattet. Wenn bis zu diesem Zeitpunkt keine Periode einsetzt, könnt ihr den Test machen.

 

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Unser Experte

Dr. Stefan Skonietzki ist Facharzt für Frauenheilkunde in Berlin-Friedrichshain.

frauenarzt-skonietzki.de

Was ist ein Frühtest?

Die gute Nachricht für alle Ungeduldigen: Sogenannte Frühtests (zu kaufen in Apotheken und Drogerien) könnt ihr schon bis zu vier Tage vor dem eigentlichen Einsetzen eurer Periode machen. Sie können das Schwangerschaftshormon hCG schon etwa zehn Tage nach der Befruchtung nachweisen. Frühtests bieten laut Herstellern eine Sicherheit von bis zu 99 Prozent, aber sie haben eine höhere Fehlerquote als herkömmliche Schwangerschaftstest. Denn nicht selten geht ein befruchtetes Ei mit der nächsten Regelblutung ab, ohne sich einzunisten. Für ein zuverlässigeres Ergebnis solltet ihr also auf den Tag warten, an dem eure Regelblutung normalerweise einsetzen würde, um dann einen herkömmlichen Schwangerschaftstest zu machen.

Welcher ist der beste Schwangerschaftstest?

Das lässt sich so pauschal nicht beantworten. Das wichtigste bei allen Tests ist die ordnungsgemäße Anwendung laut Packungsbeilage. Alle Schwangerschaftstests funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Ein Teststreifen oder -stäbchen zeigt an, ob der Urin das Schwangerschaftshormon hCG enthält. Ein herkömmlicher Test zeigt durch einen oder zwei Striche das positive oder negative Ergebnis an. Ihr könnt ihn in der Apotheke oder Drogerie (z. B. bei Rossmann, dm oder Budni) kaufen oder auch online bestellen. Die günstigsten Varianten kosten um die 3 bis 4 Euro.

Digitale Schwangerschaftstests geben das Ergebnis nicht mit Strichen an, sondern mit den Worten "schwanger" oder "nicht schwanger". Schwangerschaftstest mit digitaler Wochenanzeige (z. B. von "Clearblue") machen zusätzlich eine Angabe, wie lange die Schwangerschaft schon besteht, also ein bis zwei, zwei bis drei oder mehr als drei Wochen. Nach dieser Zeit ist die hCG-Menge im Urin so hoch, dass nicht mehr genau bestimmt werden kann, wie lange die Empfängnis zurück liegt. Digitale Tests könnt ihr ebenfalls in der Drogerie, der Apotheke oder online erwerben. Sie kosten um die 9 bis 10 Euro.

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Soll man den Schwangerschaftstest morgens oder abends machen?

Laut Packungsbeilage soll der Schwangerschaftstest am Morgen durchgeführt werden. "Tagsüber kann die Konzentration des Schwangerschaftshormons hCG im Urin zum Beispiel durch die Einnahme von Medikamenten verfälscht werden. Auch durch übermäßige Flüssigkeitsaufnahme, also viel trinken, kann das passieren", erklärt Dr. Skonietzki. "Der Test sollte am besten mit Morgenurin gemacht werden. Da ist die Konzentration des Hormons am höchsten."

Kann man einen Schwangerschaftstest trotz Periode machen?

Mit dem Einsetzen der Tage gehen viele Frauen davon aus, nicht schwanger zu sein. Tatsächlich haben aber bis zu einem Viertel aller Schwangeren eine leichte Blutung – häufig sogar um den Zeitpunkt herum, an dem die Periode normalerweise einsetzen würde. Die Blutungen, die besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel auftreten, sind meistens ein wenig schwächer als die herkömmliche Periode. Wenn ihr euch also nicht ganz sicher seid, kann ein Test euch Gewissheit bringen.

Kann man schwanger trotz negativem Test sein?

Auch bei einem negativen Test kann eine Schwangerschaft vorliegen. Die meisten Hersteller versprechen ein zu 99 Prozent sicheres Ergebnis – bei einem von hundert Tests kann das Ergebnis also theoretisch falsch sein. In den meisten Fällen sind aber Fehler bei der Anwendung der Grund, z. B. wenn zu früh getestet wurde und somit noch nicht ausreichend hCG im Urin vorhanden ist. Wenn eure Periode weiter ausbleibt oder ihr andere Schwangerchaftsanzeichen an eurem Körper beobachtet, solltet ihr in jedem Fall euren Frauenarzt aufsuchen. Gegebenenfalls wird er einen weiteren Urintest machen – oder auf Wunsch einen Bluttest oder einen frühen Ultraschall: beides sind jedoch Zusatzleistungen, die in der Frühschwangerschaft leider nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Wann sollte man zum Frauenarzt gehen?

Zeigt der Schwangerschaftstest zu Hause ein positives Ergebnis an, solltet ihr einen Termin beim Frauenarzt machen. Per Ultraschall-Untersuchung kann er sehen, ob sich das Ei wirklich in der Gebärmutter eingenistet hat. Wenn ihr zu Hause keinen Test durchgeführt habt, testet der Frauenarzt eine mögliche Schwangerschaft für gewöhnlich auch erst einmal mit einem Urintest. Bestätigt sich das freudige Ergebnis in der Praxis, bekommt ihr anschließend euren Mutterpass ausgehändigt, in dem eure Schwangerschaft ab sofort dokumentiert wird.

Finger weg von Omas Schwangerschaftstest

Seit einigen Jahren geistern immer mal wieder Anleitungen durchs Internet, wie man Schwangerschaftstests selber herstellen kann. Am bekanntesten ist dabei die Variante, ein paar Tropfen Urin auf Zahnpasta zu geben. Schäumt es beim Umrühren, soll die Testperson schwanger sein. Totaler Humbug! Die Zahnpasta bzw. das Calciumcarbonat in der Zahnpasta reagiert nämlich nicht mit dem Schwangerschaftshormon hCG, sondern mit der Säure im Urin. Und die ist im Morgenurin ohnehin immer etwas höher, besonders wenn man vorher noch einen oder zwei Kaffee getrunken hat. Wenn ihr glaubt, schwanger zu sein und auf Nummer sicher gehen wollt, holt euch lieber einen richtigen Schwangerschaftstest – auch um Enttäuschungen zu vermeiden!

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