Wickeln will gelernt sein

Windeln wechseln: So klappt's schnell und ohne Stress

Rund 6.000 Mal werden Eltern ihrem Baby die Windel wechseln, bevor das Kind sein Geschäft ins Töpfchen machen kann. So klappt das Wickeln Schritt für Schritt.

So wechselt man Windeln

Ob du dein Kind im Kinderzimmer oder im Bad wickelst, hängt vom verfügbaren Platz ab. Wichtig ist, alles griffbereit zu haben: einen Stapel Ersatzwindeln, Babyzellstofftücher, Kleidung zum Wechseln, eine Schüssel mit warmem Wasser, zwei Waschlappen, zwei kleine Handtücher, Wundschutzcreme.

Der Wickelplatz sollte so hoch sein, dass du dich nicht zu bücken brauchst. Eine Faustregel: Körpergröße in Zentimetern minus 85 Zentimeter. Wenn du zum Beispiel 1,75 Meter groß bist, sollte der Wickeltisch 90 Zentimeter hoch sein. Praktisch ist eine dicke, abwaschbare Auflage mit seitlichen Erhöhungen. „Achten Sie darauf, dass der Rand möglichst hoch ist, damit das Baby nicht so leicht herunter kullern kann“, sagt Hebamme Elisabeth Braasch aus Karlsruhe.

Aber Vorsicht: Keine Wickelauflage schützt hundertprozentig vor Stürzen. Lass deshalb immer eine Hand am Baby. „Schon Neugeborene können sich so heftig hin und her winden, dass sie vom Wickeltisch fallen“, weiß die Expertin.

Zieh nun dein Baby aus und öffne die Klebestreifen der Windel. Mit einem sauberen Zipfel der benutzten Windel werden grobe Stuhlreste entfernt. Bitte darauf achten: Das Baby dabei nie an den Fußgelenken hochziehen, denn das belastet Wirbelsäule und Gelenke. Lieber unter einem Bein des Babys durchgreifen und den anderen Oberschenkel fassen.

Wie wäscht man den Po von Babys richtig?

Nun wird der Po gewaschen: bei Mädchen immer von der Vagina weg in Richtung Po, damit keine Keime in die Scheide gelangen. Bei Jungen die Haut unter dem Hodensack und dem Penis mit einem feuchten Waschlappen reinigen und vorsichtig trocken tupfen. Wenn du unterwegs bist, kannst du zur Reinigung auch Feuchttücher benutzen, die frei von Parfüm, Farbstoffen und Alkohol sind.

Damit dein Kleines sich wohlfühlt, muss die Umgebung angenehm warm sein. Ideal ist eine Wärmelampe über dem Wickeltisch. „Der vom TÜV empfohlene Mindestabstand von einem Meter bringt allerdings nicht genug Wärme“, sagt Elisabeth Braasch. „70 bis 80 Zentimeter Abstand zwischen der Wärmequelle und dem Wickelplatz reichen nach meinen Erfahrungen aus.“

Wickelzeit ist Schmusezeit

„Beim Windelwechseln können Eltern einen Gang herunterschalten“, rät die Hebamme. „Die Kleinen lieben das Zeitlupen-Tempo. Wickeln wird so zu einem Ritual - mit Streicheln, Liebkosen und Spielen.“

Nach dem Wickeln noch eine Weile ohne Windel auf einer Krabbeldecke am Boden strampeln: Das ist für Babys Vergnügen pur. „Je mehr Luft an den Po kommt, desto besser ist das für die empfindliche Haut“, erklärt die Hebamme. "Keine Sorge, der Urin - vor allem von gestillten Säuglingen - ist steril. Er riecht nicht und hinterlässt auch keine Flecken.“ Damit dein Baby nicht friert, kannst du eine Stoffwindel oder ein Moltontuch übers Bäuchlein legen und ihm warme Söckchen anziehen.

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