Jungsmama-Talk mit @carina_andtheboys

"Drei Jungs!? Du Arme! Wie machst du das nur?"

Von Dreifach-Jungsmama zu Dreifach-Jungsmama: Redakteurin Astrid hat sich mit der Influencerin Carina Pranz vom Blog "Carina and the boys" über Geschlechterklischees, Geschwisterstreit und Kinder-Rezepte, die immer gehen, unterhalten.

Jungsmama Carina und ihren zwei Kleinen: Jonas und Noah. Hinter der Linse: Carinas Mann René, der häufig die Fotos für sie macht.
© Foto: Carina Pranz
Jungsmama Carina und ihren zwei Kleinen: Jonas und Noah. Hinter der Linse: Carinas Mann René, der häufig die Fotos für sie macht.

Carina Pranz arbeitet als Bloggerin, Influencerin und Unternehmerin. Und die sympathische Österreicherin ist Vollblut-Mami von ihren drei Kindern Lyon (14), Jonas (3) und Noah (2). Seid bei einem netten Plausch unter Jungsmamas dabei, denn die Redakteurin dieses Interviews ist selbst dreifache Mama eines vierjährigen Sohns und zweijähriger Zwillinge. Wer auch Jungs zu Hause hat, wird sich mit Sicherheit in der ein oder anderen Boysmom-Situation wiedererkennen. ;-)

Liebe Carina, magst du das Label "Jungsmama" überhaupt?

Es stört mich überhaupt nicht. Außer mir sind bei uns im Haus ja alle männlich, selbst unsere Katzen und der Hund. Ich bin da was Besonderes. (lacht)

Hand aufs Herz: Hast du dir insgeheim auch mal ein Mädchen gewünscht?

Ja. Das muss ich schon zugeben. Ich weiß einfach, wie es als Mädchen ist. 

Darf ich fragen: Ist die Familienplanung denn abgeschlossen?

Mittlerweile: Ja. Wir sind schon sehr ausgelastet. Mein Mann sagt immer, wenn wir es nochmal ausprobieren sollten, würde es bestimmt wieder ein Junge werden. 

Hörst du auch so häufig wie ich "Drei Jungs!? Du Arme! Wie machst du das nur?"?

Ja, aber nicht so sehr auf die Jungs bezogen, sondern eher auf die Anzahl der Kinder. Und alles, was mich sonst noch so beschäftigt: die Katzen, der Hund, der Haushalt, mein Job ... Aber man schaukelt das schon. Jeden Tag. Ich habe kein Problem mit solchen Aussagen. 

Achtung, Klischee! Sind deine Jungs "typische" Jungs?

Auf jeden Fall. Sie sind alle sehr aktiv, sehr wild  – springen und raufen. Der Jonas hat zum Beispiel überhaupt keine Angst und klettert überall rauf. Da muss man immer hinterher sein. Das sehe ich auch im Vergleich zu meinen Freundinnen, die nur Mädchen haben. Da geht es ruhiger zu. 

Und streiten sie sich viel?

Die Kleinen ja. Es wird immer besser. Aber natürlich gibt es immer wieder Streitereien. 

Was hilft?

Wir schauen, dass wir beim Spielzeug einfach vieles doppelt haben. Aber selbst dann, wenn sie beide das gleiche Auto haben, wird um das eine gestritten. Dann hilft am besten Ablenkung. Mal wieder was rausholen, was lange verstaut war. Aber ich lasse meine Jungs auch einfach mal machen, und schreite erst ein, wenn sie das Problem nicht selber lösen können. 

Haben die zwei kleinen Jungs ein eigenes Zimmer?

Ja. Aber gespielt wird eigentlich immer gemeinsam in einem Zimmer. Da sind sie unzertrennlich. 

Echte Kumpels!

© Foto: Carina Pranz
"Sind das Zwillinge?" Die Brüder Noah und Jonas trennen nur 13 Monate Altersabstand.

Wie gestaltet ihr eure Nachmittage nach Kita und Krabbelgruppe?

Wir ruhen uns immer noch ein bisschen aus. Gehen aber auf jeden Fall auch nochmal raus. Vor allem mit unserem Hund Carlos. Wir sind auf dem Spielplatz, im Tierpark oder auf dem Gnadenhof. Tiere kommen bei meinen Jungs gut an. Wir sind gern bei meinen Eltern, vor allem im Sommer, da sie einen Pool haben. Ungefähr einmal in der Woche planen wir auch Spieldates mit anderen Mamis und Kindern. Dann kann man selbst auch mal abschalten und in Ruhe den Kaffee trinken, weil es woanders für die Kinder ja immer spannender ist und sie gut beschäftigt sind. 

Oh ja, das kenne ich. Achtung, jetzt noch ein Klischee: Basteln deine Jungs auch so chaotisch wie meine?

Das klappt tatsächlich noch nicht so gut. Wir malen eher mal. Das geht ein bisschen länger. Aber da muss man natürlich schauen, dass die Kritzeleien nicht plötzlich auf dem Sofa landen. 

Und dein großer Sohn, spielt der auch noch viel mit seinen kleinen Brüdern?

Ja, klar. Lyon ist jetzt fast 15. Aber die Kleinen hängen sehr an ihm. Er spielt ganz süß mit ihnen, vor allem Fußball, wenn er hier ist. Denn er wohnt die meiste Zeit bei seinem Papa, also bei meinem Ex-Partner. 

Anderes Thema: Lastet denn der Instagram-Druck auch manchmal auf dir, dass alles (augenscheinlich) perfekt sein muss?

Ich bin da ganz entspannt. Wenn ich mal nicht gestylt bin, dann muss ich mich ja auch nicht zeigen, als Beispiel. Ich gönne mir auch regelmäßig Social-Media-Pausen. 

Wo ist deine persönliche Social-Media-Grenze?

Seit wir umgezogen sind, gebe ich nicht mehr preis, wo genau wir wohnen. Wo unsere Jungs in den Kindergarten gehen. Das ist auch meinem Mann wichtig geworden (Anm. der Redaktion: Carina ist mit René Pranz verheiratet, einem ehemaligen Olympioniken im Fechten). Auch wenn wir mal nicht zu Hause sind, poste ich erst zeitversetzt von unseren Ausflügen. 

Deinen ältesten Sohn Lyon zeigst du nicht auf Instagram?

Da bin ich natürlich viel vorsichtiger. Er ist selbst schon online. Seine ganzen Freunde sind online. In der Pubertät findet man seine Mama ja auch schon mal etwas peinlich.

Wie teilst du dir mit deinem Mann die Care-Arbeit auf?

Ich muss sagen, mir macht die Arbeit im Haushalt total viel Spaß. Ich koche mittlerweile irrsinnig gern. Und mein Mann ist beruflich sehr eingespannt, arbeitet teilweise 60 Stunden pro Woche. Plus: Man kann es mir schwer recht machen. Ich bin eine echte Perfektionistin, die nochmal nachbessert, wenn mein Mann zum Beispiel das Haus gesaugt hat. 

© Foto: Carina Pranz
Immer gerne draußen: Carina und ihr Mann René mit den beiden Kleinen Noah und Jonas und dem Dalmatiner Carlos.

Welches Gericht geht immer bei deinen Jungs?

Quiche! Die lieben sie. Das ist auch das einzige Gericht, bei dem jedes Gemüse mitgegessen wird. Außerdem koche ich gern Kartoffelgratin oder Strudel. Hauptsache deftig. 

Bei uns: Pfannkuchen und Nudeln. Die Kinder-Klassiker! Aber immerhin mit Vollkorn. Und bleiben deine Jungs am Tisch sitzen für die Mahlzeiten?

Mhhhmmm, schwierig. Sie lassen sich leicht ablenken. Auch vom Hund. Stehen mal wieder auf und setzen sich dann wieder. Dann muss immer ein Auto am Tisch sein ... 

Das kenne ich auch von zu Hause. Muss wohl das Alter sein. Warten wir nochmal ein Jahr. Und wie sieht ein typisches Familienwochenende bei euch aus?

Der Sonntag ist unser Familientag: lange kuscheln im Bett, gut und lange frühstücken mit Eiern, Pancakes, Baked Beans. Da wird richtig aufgetischt. Bei Pancakes sitzen sie übrigens auch mal länger am Tisch. (lacht) Dann machen wir uns in aller Ruhe fertig, gehen mit dem Hund spazieren und planen immer auch einen Ausflug – in den Tiergarten, ins Hallenbad oder Ähnliches ...

Dürfen deine Boys schon fernsehen?

Ja, dürfen sie. Mal ein bisschen Paw Patrol oder Feuerwehrmann Sam.

Oh ja, die Klassiker. Und welche Serie schaust du gern, um vom Mami-Alltag abzuschalten?

Momentan "The Sinner". Das ist aber recht spannend. Lustig ist auch "Sex Education". 

Bist du auch noch viel unterwegs mit deinen Freundinnen – ohne Kids?

Passiert leider viel zu selten. Aber wir versuchen regelmäßig unsere Mädelsabende einzuplanen, um einfach mal über andere Themen zu quatschen. 

Kannst du denn gut abschalten und die Mama-Themen auch mal vergessen?

Es fällt mir ehrlicherweise schwer lockerzulassen, weil ich die Kinder natürlich immer im Kopf habe. Und ich frage mich auch häufig: Funktioniert das jetzt alles reibungslos zu Hause? Aber ich genieße es auf der anderen Seite auch sehr, diese Zeit für mich zu haben. Sie ist so wichtig. 

Oh ja, sehr wichtig! Vielen Dank, für diese Erinnerung, liebe Carina. Und für das schöne Gespräch!

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