Was gegen Grasflecken und Fingerfarbe hilft

Flecken entfernen (nicht nur) aus Kinderkleidung

Oh Schreck, ein Fleck – mit (kleinen) Kindern ist es schnell passiert: Karotte, Spinat, Gras und Co. können lästige Flecken auf der Kleidung hinterlassen. Die besten Tipps gegen hartnäckigen Schmutz findet ihr hier.

Flecken entfernen leicht gemacht: Wenn die Fingerfarben (oder anderes) mal wieder auf die Klamotten gekommen sind ...
© Foto: Getty Images/Tassii
Flecken entfernen leicht gemacht: Wenn die Fingerfarben (oder anderes) mal wieder auf die Klamotten gekommen sind ...

Erst einmal vorweg: Kleine Kinder sollten sich so richtig schön dreckig machen dürfen. Denn es ist gut für ihre Entwicklung, die Welt mit allen Sinnen erfahren und erfühlen zu dürfen. Daher bietet es sich an, ihnen im Alltag und beispielsweise für die Kita nicht die besten und teuersten Klamotten anzuziehen. Secondhandkleidung oder Stücke, aus denen Freunde oder die großen Geschwister rausgewachsen sind, tun es doch auch. Dann ist es wenigstens nicht schade drum, wenn ein Fleck nicht mehr rausgeht.

Doch natürlich kann es passieren, dass die lieben Kleinen mal das Sofa oder die Wand bemalen, oder ihr aus der Lieblingshose Kugelschreiber-Flecken oder Ähnliches herausbekommen wollt. Dafür haben wir hier die besten Tipps für euch gesammelt, die teils erprobt und teils von unterschiedlichen Websites inspiriert sind.

Blut- und Urinflecken entfernen

Knie aufgeschlagen, ein Magen-Darm-Infekt oder noch nicht hundertprozentig trocken? Blut, Erbrochenes und Urin (sowie Schweiß) enthalten Eiweiß. Eiweiß gerinnt ab etwa 40 Grad Celsius und lässt sich dann nur noch schwer entfernen. Daher lösen sich diese Flecken am besten, wenn ihr sie zunächst mit kaltem Wasser ausgewascht und das Wäschestück anschließend in die Waschmaschine gebt.

Und wenn von Babys großem Geschäft was daneben geht? Gerade anfangs, wenn der Muttermilchstuhl noch recht flüssig ist, kann die Windel schon mal auslaufen. Und wetten, dass alle Eltern, die regelmäßig Babys wickeln oder gewickelt haben, Bodys kennen, die hinten fast bis zum Nacken hoch durchtränkt sind? Hier heißt es, das Gröbste mit einem Feuchttuch zu entfernen oder (bei festerem Stuhl) sogar mit einem Löffel abzukratzen (ach wie schön ist es, Eltern zu sein!). Anschließend ausspülen und mit Waschmittel oder Gallseife (gibt's im Drogeriemarkt) auswaschen. Ein Geheimtipp soll es sein, den Body anschließend zum Trocknen in die Sonne zu legen (wenn sie denn scheint) und ihn erst danach in der Maschine zu waschen.

Ganz ehrlich: Ist der Body zu stark verschmutzt und kein besonders gutes Teil, wärt ihr nicht die ersten Eltern, die ihn einfach komplett entsorgen.

Fett- und Ölflecken entfernen

Fettflecken sind schnell passiert, das kennen wir alle. Es muss nur ein Stück Gebratenes auf der Hose landen, schon bleibt ein Fettfleck zurück. In diesem Fall: mit warmem Wasser und Spülmittel oder – noch besser – Gallseife auswaschen. Nochmals mit Spülmittel oder Gallseife versehen, gut einreiben und sechs Stunden einwirken lassen. Anschließend mit warmem Wasser auswaschen und das Teil in die Waschmaschine geben.

Übrigens: Auch die gute alte weiße Kreide soll Wunder wirken. Einfach in den Fleck reiben, über Nacht liegen lassen und anschließend waschen.

Gemüse- und Obstflecken entfernen

Wenn Babys und Kleinkinder essen lernen, geht ganz klar auch öfter mal was daneben. Aber das ist kein Drama, denn viele Flecken gehen wieder raus (oder stören eigentlich gar nicht). Rahmspinat enthält Eiweiß, daher wäscht man auch diese Flecken am besten zuerst mit kaltem Wasser aus. Anschließend wie einen Fettfleck behandeln.

Flecken von farbintensiven Früchten wie Blaubeeren, Himbeeren, Erdbeeren und Kirschen, aber auch Karotten- und Paprikaflecken sind fettlöslich. Daher diese Flecken am besten mit einem Haushaltsöl vorbehandeln und anschließend dieselbe Prozedur durchführen wie bei einem Fettfleck.

Grasflecken entfernen

Welche Eltern kennen das nicht?! Der Nachwuchs hat ausgiebig im Garten getobt, sich dabei natürlich auch auf den Boden geworfen und was bleibt? Schön grüne Grasflecken auf der Hose, zum Beispiel an den Knien. Frische Grasflecken lassen sich ebenfalls gut mit Gallseife auswaschen bzw. vorbehandeln. Doch selbst bei älteren Grasflecken hat man noch Chancen: Diese mit Zitronensaft* abtupfen oder eine Kartoffelscheibe drauflegen. Durch die Säure oder Stärke löst sich der Fleck.

Auch dieser Tipp hat sich bewährt: Natron mit etwas Wasserstoffperoxid-Lösung* (z. B. aus der Apotheke) mischen, auf dem Fleck verteilen und etwa 30 Minuten einwirken lassen. Abbürsten, mit kaltem Wasser ausspülen. Nun Waschmittel in den Fleck einreiben und erneut einwirken lassen. Nochmals mit kaltem Wasser ausspülen und ab in die Waschmaschine.

(*Bleichende Mittel vorsichtshalber an einer versteckten Stoffstelle ausprobieren, um sicherzugehen, dass sie nicht die Stofffarbe gleich mit entfernen.)

Filzstift-, Wasserfarbe- und Fingerfarbe-Flecken entfernen

Fingerfarbe und Wasserfarbe aus Kleidung mit warmem Wasser auswaschen. Flecken von Filzstiften, Tinte und Kugelschreiber wie oben beschrieben mit Gallseife vorbehandeln. Das klappt übrigens auch ganz gut, wenn das Sofa betroffen ist. Alternativ lässt sich (am besten frische) Tinte auch entfernen, indem man die entsprechende Stelle mit Wasser befeuchtet, Salz draufstreut und dieses sanft einreibt. Anschließend waschen.

Bei Filzstiftflecken hilft es auch, die Stelle mit einigen Tropfen Zitronensaft oder Essig zu tränken. Einreiben, eine halbe Stunde einwirken lassen und ab in die Waschmaschine.

Flecken von sogenannten "Permanentmarkern" lassen sich ggf. mit alkoholbasiertem Desinfektionsmittel herauslösen. Mit einem Schwamm in den Stoff einreiben, 15 Minuten einwirken lassen und auswaschen. Man kann es auch mit acetonhaltigem Nagellackentferner probieren. Es versteht sich von selbst, dass ihr Reinigungsmittel und Alkohol immer vor Kindern verschlossen verwahren solltet.

Eure Kids haben den Teppich mit Filzstiften bemalt? Probiert es doch mal mit Essigwasser. Handelsüblichen Essig mit Wasser vermischen und die Stelle gut einreiben. Anschließend mit klarem Wasser auswaschen. Bei Permanentmarker kann Zahnpasta helfen. Mit einem feuchten Tuch einreiben und einwirken lassen. Wenn das nicht funktioniert, probiert es mit Alkohol (z. B. Ethanol, aus der Apotheke).

Und wenn die lieben Kleinen in ihrem Übermut einfach die Wand mit ihren Lieblingsstiften bemalt haben? Handelt es sich um wasserlösliche Farben, könnt ihr es mit einem speziellen Schmutzradierer oder einer leichten Lauge versuchen. Bei Filzstiften oder Permenentmarkern probiert es doch mal mit Haarspray. Mitunter hilft aber auch hier der Schmutzradierer. Oder Zahnpasta.

Permanentmarker auf Scheiben oder Fliesen

Sohnemann oder Töchterchen hat den Edding mit den Fensterfarben "verwechselt" und nette Bildchen auf Scheiben oder Fliesen hinterlassen, die ihr dort nicht dauerhaft behalten wollt? Auf glatten, porenfreien Oberflächen könnt ihr Permentmarker mit Alkohol (Ethanol, Isopropanol) oder Brennspiritus und einem Tuch abreiben.

Kaugummi aus Kleidung und Haaren entfernen

Hier gibt es mehrere Möglichkeiten: Klebt das Kaugummi an einem Kleidungsstück, legt man dieses beispielsweise für eine Stunde in den Gefrierschrank. Anschließend lässt sich die hart gewordene Masse durch Brechen gut entfernen. Ähnlich funktioniert das, wenn ihr für mindestens 30 Sekunden Eiswürfel auf das Gummi legt. Ist es hart geworden, lässt es sich mit einem Messer abkratzen.

Oder ihr taucht die entsprechende Stelle in eine Schüssel mit Essig und bürstet das Kaugummi mit einer Zahnbürste ab.

Eine weitere Möglichkeit: Stellt den Föhn an und erhitzt damit das Gummi, bis ihr es mit einem Plastikmesser abschaben könnt.

Auch das kann im Alltag mit Kindern passieren: Ein Kaugummi klebt in den Haaren. Und es ziept fürchterlich, wenn man versucht, es einfach herauszuziehen. Die Haare einfach abzuschneiden muss nicht sein. Nehmt daher lieber etwas Öl (Butter oder Margarine tun es auch) oder Hautcreme und reibt die Haare mit dem Kaugummi ordentlich ein. Anschließend könnt ihr das Kaugummi abstreifen – entweder mit der bloßen Hand, mit Kamm oder Bürste oder mit einem Tuch.

Der Eiswürfeltrick, der für Kleidung gilt, kann auch bei Haaren klappen. Ihr könnt ein bis zwei Eiswürfel um das Kaugummi herum für ein bis zwei Minuten mit etwas Folie befestigen. Achtet aber unbedingt darauf, dass die Haut eures Kindes dabei nicht zu kalt wird – die Eiswürfel sollten die Kopfhaut nicht berühren.

Achtung: Bitte kein Haarspray, Eisspray oder Nagellackentferner verwenden. Haarspray lässt alles noch mehr verkleben, Eisspray kann aufgrund der chemischen Inhaltsstoffe die Schleimhäute und Kopfhaut reizen, der Alkohol im Nagellackentferner schadet den Haaren und macht sie brüchig.

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