Mutter warnt vor Gefahr!

Schimmel im Badespielzeug: Dieser Junge wäre fast erblindet

Quietscheentchen und andere Badetiere gibt es in fast jedem Haushalt mit Kindern. Was viele nicht wissen: Sie können richtige Keimschleudern sein, die sogar krank machen können. Dieser Fall aus den USA schockiert: Ein kleiner Junge spritzt sich Wasser aus einem Badespielzeug ins Auge – und erblindet beinahe.

Der kleine Baylor wollte eigentlich nur planschen, aber durch gefährliche Keime im Badespielzeug haben seine Augen sich stark entzündet.
© Foto: Facebook.com/EdenStrongNotMyShame
Der kleine Baylor wollte eigentlich nur planschen, aber durch gefährliche Keime im Badespielzeug haben seine Augen sich stark entzündet.

Mein Sohn liebt es, mit Tonnen von Badeschaum, bunten Brausetabletten, Malseife, Knisterperlen und Sprudelvulkanen in die Wanne zu steigen. Und was natürlich auch nicht fehlen darf: Badespielzeug, mit dem man Mama und das gesamte Badezimmer nass spritzen kann. So süß diese Spritztierchen auch sind, ich musste sie kürzlich alle – sehr zum Leidwesen meines Sohnes – in den Müll schmeißen. Denn als ich die Gummitiere beim Aufräumen gegen das Licht hielt, konnte ich sehen, dass sie innen schwarze Flecken hatten: Schimmel! Ein Fall aus den USA hat mich nun nochmal erinnert, wie wichtig es ist, das Badespielzeug unserer Kleinen regelmäßig zu checken.

Ein 2-Jähriger spritzt sich Wasser in die Augen – und erblindet fast an bakterieller Entzündung

Er wollte eigentlich nur in der Badewanne spielen. Mit seinen bunten Tierchen. Doch versehentlich spritzt sich der kleine Baylor mit dem Badespielzeug in die Augen. Davon berichtet seine Mutter Eden Strong auf der US-Website Parents.com: "Ich habe die Posts gesehen, in denen Mütter Badespielzeuge aufgeschnitten haben und darin eine Menge Schimmel entdeckt haben. Ich wusste es. Also drückte ich sie nach jedem Bad aus, reinigte sie alle paar Wochen mit einer Bleichwasserlösung und hielt sie regelmäßig gegen das Licht, um nach Schimmel zu suchen. Ich wusste jedoch nicht, dass selbst bei regelmäßiger Bleichreinigung die Tatsache, dass sie innen nie vollständig trocknen, bedeutet, dass Bakterien immer noch wachsen können. Unsichtbare Bakterien." Diese Bakterien sorgten dafür, dass sich die Augen des zweijährigen Jungen recht schnell heftig entzündeten. Die Mutter fuhr noch am Abend in die Notaufnahme, weil sich der Zustand verschlechterte. Doch der behandelnde Arzt vertröstete sie mit Augentropfen. Am nächsten Tag wachte der Kleine mit einem Auge auf, das doppelt so groß war wie beim Zubettgehen und einer Rötung, die sich über die ganze Wange ausbreitete.

Nach Antibiotika und Klinikaufenthalt: Entwarnung

Nun war klar: Der Zustand von Baylor war ernst. Zurück in der Notaufnahme wurde eine bakterielle Infektion des Auges diagnostiziert. In diesem Fall saßen diese Keime in dem Badespielzeug des Kleinen fest. Der Zweijährige musste eine Woche im Krankenhaus behandelt werden, bekam starke Antibiotika, wurde stetig überwacht. Und zeitweise hieß von den Ärzten sogar, dass der Kleine sein Augenlicht einseitig verlieren könnte. Zum Glück wurde diese Befürchtung nicht wahr. Und die Familie kam noch mal mit dem Schrecken davon. Aber seit diesem Tag warnt die Mutter regelmäßig vor den Gefahren, die von Badespielzeug mit Löchern ausgehen. 

Das hässliche-Entlein-Projekt

© Foto: Eawag

Tatsächlich haben Wissenschaftler der Technischen Hochschule ETH Zürich in Zusammenarbeit mit Forschern der US-Universität Illinois dieses Phänomen in einer Studie 2018 schon einmal genauer unter die Lupe genommen. Dazu wurden zum einen Badetierchen aus echten Haushalten eingesammelt, zum anderen wurden neue Badeenten gekauft, die in sauberem und schmutzigem Wasser gebadet wurden. Alle Gummitiere wurden anschließend mit einem Skalpell halbiert. Schon mit bloßem Auge ließ sich in allen Tieren ein schwarzer oder durchsichtiger Film entdecken. Dieser schleimige, sogenannte Biofilm steckte voller Bakterien und Pilze: fünf bis 75 Millionen Zellen auf nur einem Quadratzentimeter Gummiente. Die Keimbelastung bei den Entchen aus den realen Haushalten war dabei besonders hoch, denn Schmutz, Hautschüppchen und Seifenrückstände dienen Keimen als Nährstoffquelle. Aber auch manche Kunststoffe, minderwertige Polymere, können das Wachstum fördern, so die Mikrobiologin und Leiterin der Studie Lisa Neu. Neben herkömmlichen Trinkwasserbakterien fanden die Forscher auch Bakterien, die richtig krank machen können oder resistent gegen Antibiotika sind. Augen-, Ohren- und Harnwegsinfektionen sind möglich, ebenso Bauchweh und Durchfall. Im schlimmsten Fall können bestimmte Bakterien sogar Lungenentzündungen auslösen.

Tipps für keimfreies Planschen

Und nun? Dürfen unsere Kids nie wieder mit Spielzeug in die Badewanne? Doch, dürfen sie! Denn es gibt ein paar Möglichkeiten, dem Schimmel den Kampf anzusagen:

  1. Lisa Neu empfiehlt, Badespielzeug nicht am Badewannenrand trocknen zu lassen, wo es ohnehin feucht und warm ist. Besser ist es, die Entchen in heißem Wasser auszukochen, so wie man es auch mit Babyfläschchen macht. Und von Zeit zu Zeit sollte man das Spielzeug immer mal wieder durch neues ersetzen.
  2. Badespielzeug mit Loch lässt sich auch vor dem ersten Benutzen mit einer Heißklebepistole verschließen. So kann kein Wasser ins Innere gelangen. Aber Spritztiere, die nicht spritzen, sind für Kinder vermutlich nicht der größte Hit.
  3. In zahlreichen Foren im Internet berichten Mütter davon, dass Gebissreiniger super zum Reinigen funktioniert: Einfach eine Tablette in heißem Wasser auflösen, das Gummitier reinlegen und anschließend mit Wasser ausspülen.
  4. Viele Hersteller haben das Problem mittlerweile erkannt und bieten schimmelfreies Badespielzeug ohne Loch an.
© Foto: Getty Images/Handemandaci
Gerade kleine Kinder nehmen die Quietschentchen gerne auch mal in den Mund.
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