Aktion "FreiKarte"

Bremen schenkt allen Kindern 2x60 Euro für Freizeit

Kinder verpassten in den letzten Jahren pandemiebedingt einiges. Nicht nur Bildungsangebote kamen zu kurz, auch ihre Freizeit konnten Familien weitaus weniger vielfältig gestalten als in normalen Zeiten. Bund und Länder haben schon verschiedene Maßnahmen ergriffen, um dafür einen Ausgleich zu schaffen. Bremen glänzt aktuell mit einer besonders schönen Aktion: der "FreiKarte".

Die "FreiKarte" ist mit wenigen Klicks aktiviert und kann direkt eingesetzt werden.
© Foto: privat
Die "FreiKarte" ist mit wenigen Klicks aktiviert und kann direkt eingesetzt werden.

Meine Familie und mich hat es im letzten Jahr von Hamburg nach Bremen verschlagen. Meistens findet man das kleine Bundesland ja eher auf den letzten Plätzen sämtlicher Statistiken, in Sachen "Pandemie wieder gut machen" liegt es aktuell aber ziemlich weit vorne – zumindest für Kinder.

Seit einer Woche werden nämlich Freikarten verschickt. Kurz hielt ich den Brief vom Senat für eine besonders clevere Werbung (von der Sorte "Yay, Sie haben eine Reise gewonnen, Sie müssen nur 150 Euro zuzahlen!"). Dann fiel mir ein, dass ich von der Aktion schon gehört hatte: Jedes Kind unter 18 Jahren mit Wohnsitz in Bremen und Bremerhaven bekommt gerade so eine Freikarte zugeschickt. Sie soll Kinder und Jugendliche für die Entbehrungen während der Corona-Pandemie entschädigen.

Viele Angebote für jedes Alter

Die Guthabenkarte ist zunächst mit 60 Euro aufgeladen, im nächsten Jahr kommen noch einmal 60 Euro drauf. Diese Summe können die Kinder für die verschiedensten Aktivitäten einlösen. Ein Blick auf die "Wer macht mit?"-Liste zeigt: Mit Werbung oder "nett gemeint, aber nicht durchdacht" (was bei solchen Aktionen ja leider oft der Fall ist) hat das nichts zu tun, es machen wirklich tolle Veranstalter mit: Je nach Alter kann das Guthaben zum Beispiel für Kino und Theater, Indoor-Spielplätze, Schwimmhallen, LaserTag, Skatepark oder Boulderhalle, Museen, die Botanika in Bremen und das Klimahaus in Bremerhaven, Escape-Games und vieles mehr eingelöst werden. Sogar auf dem Bremer Freimarkt (das ist quasi die kleinere Version des Hamburger Doms) kann die Karte benutzt werden.

Die Freikarte ist nicht übertragbar, das heißt Eltern können den Betrag nicht einfach für sich selbst nutzen – nur das jeweilige Kind darf über die Karte verfügen. Ausnahme: Kann ein Kind etwas noch nicht alleine machen, darf unter Umständen der Erwachsenen-Eintritt ebenfalls mit der Karte beglichen werden. Allerdings nur nach ausdrücklichem Okay des Kindes.

Ich finde das eine großartige Sache. Nach einem ersten Blick auf die Liste habe ich schon viele Aktivitäten entdeckt, die ich mit meiner Tochter mal ausprobieren möchte. Einige Dinge wie schwimmen machen wir regelmäßig, da ist es einfach nett, mal weniger Eintritt zu bezahlen. Wir werden mit der Bremer Freikarte aber sicher auch Neues ausprobieren, zum Beispiel wollte meine Tochter schon immer mal in ein richtiges Theater – und auch davon sind einige dabei.

Schreibt mir doch mal eine E-Mail, ob es solche Aktionen auch in eurem Bundesland gibt!

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