Fulltime-Job

Rätsel gelöst: Darum sind Mamas IMMER müde

Tagsüber geht ohne Kaffee gar nichts. Und abends? Nun, da schlafen Mamas häufig schon um 20 Uhr ein. Aber warum zur Hölle sind wir eigentlich immer so fertig? Das fragen sich nicht nur viele Papas. Unsere Autorin kam der Lösung auf die Spur.

Da geht schon mal etwas daneben: Mamas sind quasi immer müde. Das hat auch mehrere Gründe!
© Foto: iStock/tatyana_tomsickova
Da geht schon mal etwas daneben: Mamas sind quasi immer müde. Das hat auch mehrere Gründe!

Ich. Bin. Eine. Mutter. So lautet die kurze, aber umso präzisere Antwort auf die Frage "Warum bist du schon wieder so müde?". Das stimmt auch. Doch was genau steckt hinter dieser chronischen Übermüdung? Welche Gründe führen dazu, dass wir uns morgens nur auf einer Seite die Wimpern tuschen. Und warum versuchen wir unseren Kindern beizubringen, dass "Schlafen spielen" etwas ganz Tolles ist? Am helllichten Tag. Klar, als Mama schläft man meistens zu wenig. Und ein Tag mit Kind ist einfach mega anstrengend (und gleichzeitig natürlich auch super schön!). Doch auch andere haben krasse Jobs. Und Stress. Dennoch fangen sie nicht (wie wir Mütter) schon um 20 Uhr an, auf dem Sofa zu schnarchen. Sie können sich abends noch zum Essengehen verabreden – und müssen nicht Angst haben, vorher einen Abknicker zu haben.

Darf ich vorstellen: Multitasking-Mum

Allem gerecht werden. Nichts vergessen. Dies und das erledigen. Schnell. Und alles gleichzeitig. Multitasking ist eine Stärke von Frauen, so sagt man. Das unterschreibe ich blind. Hat die Natur wohl clever eingerichtet. Mein Mann kann noch nicht einmal gleichzeitig eine Nachricht tippen und mir zuhören. Ich hingegen bereite abends zwei unterschiedliche Gerichte zu, höre mir seine Geschichte des Tages an, stelle sinnvolle Rückfragen, werfe zwischendrin noch die nächste Wäsche in die Maschine – und plane innerlich bereits den nächsten Tag vor. Und das alles häufig mit meinem Sohn auf dem Arm. Nichts Besonderes. STOPP! All das und auch die folgenden Zeilen (!) sollen bitte keineswegs als eine Lobeshymne auf mich oder uns Mamas im Allgemeinen wahrgenommen werden – obwohl wir es verdient hätten. Aber: dieses Alles-auf-einmal-Tun frisst einfach super viel Energie. Genauso wie die nächsten Punkte …

Der eigene Anspruch: An alles denken (müssen)

Mamas tägliche To-do-Listen sind lang. Sehr lang. Und was sie nicht schafft, wird sie am nächsten Tag richtig nerven. Tage, an denen nichts, aber auch gar nichts ansteht? Gibt es eigentlich nicht. Und wenn zwischen Wäsche-Chaos und dreckigen Geschirr-Haufen in der Küche auch noch ein aufgedrehtes Kleinkind zum zehnten Mal die Küchenschränke ausräumt, wird das Abhaken der Liste nicht einfacher. Solche Zwischenfälle können wir uns eigentlich nicht erlauben, unser Zeitplan lässt das nicht zu. Die Uhr tickt. Laut. Und es ist ja auch nicht nur das Erledigen von Aufgaben. Sondern vielmehr, dass wir an alles denken müssen und/oder wollen. Ob Haushalt, (Familien-)Terminmanagement, Job, Playdates, und, und, und …

Keine Zeit für Pausen

"Mach doch mal langsam und mal kurz die Augen zu", rät mir meine Mutter ab und an. Doch das passiert eigentlich fast nie. In der Regel setze ich mich als Kleinkind-Mama erst abends mit meinem Popo auf die faule Couch. Und da komme ich dann auch so schnell nicht mehr hoch. Mit großen Kindern ist das vielleicht schon wieder eine andere Kiste, doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Me-Time hat Seltenheitscharakter, auch wenn sie soooo wichtig ist. Und wenn man dann auch noch so ein süßes, kleines Action-Kind hat, das selbst keine Pausen kennt und den ganzen Tag nur hin- und herrennt (am liebsten mit Mama), wird es schwierig. Wer jetzt denkt, dass Mamas ja immerhin nachts gut schlafen können, irrt sich übrigens. Das ist nämlich auch nicht immer der Fall.

Immer Augen und Ohren offen haben

Als Mutter ist man ständig in Alarmbereitschaft. Insbesondere, wenn das Kind oder die Kinder noch klein sind. Das passiert quasi als Automatismus. Wir suchen nach möglichen Gefahrenquellen, die unseren Laufanfängern in die Quere kommen können. Entwickeln Superheldinnen-ähnliche Reflexe, wenn unseren Kleinen die Lieblingstasse aus den Händen fällt. Und sind immer sofort zur Stelle, wenn unser Sprössling getröstet und gekuschelt werden möchte. Auch dieses Immer-zur-Stelle-Sein kann müde machen und schlauchen.

Mein Fazit: Ich liebe es, müde zu sein!

Wir wollen nicht jammern. Ich will nicht jammern. Es soll nicht so rüberkommen, als wäre ich unglücklich über meine Rolle als Immer-müde-Mama. Denn dem ist nicht so. Ganz und gar nicht. Schlafmangel ist die Hölle, ja. Ich würde zwischendrin auch gern mal mehr Zeit für mich haben, ja. Meinen Kopf auch mal ausstellen? Ja, auch das würde ich gern häufiger können. Logisch. Doch das alles sind für mich absolut keine Gründe, den Alltag mit Kleinkind NICHT zu genießen.

Es gibt so viele Gründe, warum ich es liebe, eine müde Mutter zu sein. Da wird mir wohl jede Mama da draußen zustimmen. Diese ständige Müdigkeit nehme ich gern inkauf. Und wenn ich meinem Sohn den Tag extra versüßen kann, indem ich sein Frühstücksbrot – trotz Augenringen bis zum get no! – in Trecker-Form anrichte, ist es mir auch egal, wenn das meinen Zeitplan durcheinanderwirbelt. Und dann gehe ich auch gern draußen lieber die dritte Runde mit ihm kicken, als mich zwischendrin nochmal aufs Ohr zu hauen. Und die gute Nachricht: der Körper gewöhnt sich an alles. Auch an chronischen Schlafmangel. Ich. Bin. Eben. Eine. Mutter.

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