Reisebericht

Aruba mit Kindern: One happy island, one happy family

Aruba? "Zu viele Amis, viel zu touristisch!" Diese Sätze haben mein Mann und ich immer wieder gehört, als wir vor einigen Jahren – damals noch ohne Kind – auf Curaçao und Bonaire waren. Trotzdem haben wir uns im Oktober 2022 in den Flieger gesetzt – dieses Mal mit unserem fünfjährigen Sohn – um auch das "A" der niederländischen Antillen zu erkunden. Und diese Entscheidung haben wir nicht eine Sekunde bereut ...

Aruba mit Kindern
© Jana Kalla
Auf der Shoppingmeile am Palm Beach kann man herrliche Tourifotos schießen. 

Bon bini = Willkommen

Als wir nach rund zehn Flugstunden abends auf Aruba ankommen, ist es schon dunkel. Trotzdem ist es noch schön warm und ein wilder Mix aus Holländisch, Englisch, Spanisch und Papiamento dringt in unsere Ohren. Herrlich, direkt Urlaubsflair! Unser Mini-Mietwagen bringt uns über erstaunlich gute Straßen zu unserer Unterkunft. Dank Jetlag sind wir am nächsten Morgen um 5 Uhr wach und nur eine Stunde später die ersten Gäste im größten Supermarkt Arubas. Zwischen Hagelslaag, den typisch holländischen Frühstücksstreuseln, und frischen Früchten aus Venezuela, wird uns noch einmal bewusst, dass das hier wirklich die niederländischen Antillen sind. Ein Stück Holland mitten in der Karibik! Verrückt!

Bon dia = Guten Morgen

Unsere Bleibe, das "Aruba Lagunita", ist ein echter Glückstreffer: Morgens beginnt der Tag in unserer "Buitenkeuken" (Outdoor-Küche) erst mit Blick auf, nach dem Frühstück dann mit Sprung in den Pool. Im Innenhof bekommen wir häufig Besuch von einem Iguana (Leguan), der sich entweder auf einem Zaun, gerne aber auch auf einer unserer Liegen sonnt. Sogar einen Kampf mit dem Nachbars-Iguana bekommen wir hautnah mit – sehr zur Freude unseres Sohnes, der gerade großer Dino-Fan ist (und findet, dass die großen Echsen zumindest ein bisschen so aussehen).

Iguana auf Aruba
© Jana Kalla
Besuch am Pool: Iguanas sind nicht nur für Kinder faszinierende Tiere. 

Die Vormittage verbringen wir am Meer und steuern in der ersten Woche fast jeden Tag einen anderen Strand an. Und davon gibt es wirklich viele und vor allem wahnsinnig schöne auf Aruba! Das Wasser ist vielerorts so türkisfarben und klar, dass es fast schon kitschig ist. Ich übernehme direkt an Tag 1 den Lifestyle vieler Urlauber und Einheimischer und hänge, wann immer es geht, im seichten Wasser ab. "Dümpeln" nenne ich mein neues Hobby. Währenddessen verwandelt mein Mann zusammen mit Levi den puderzuckerfeinen Sand in Tröpfchenburgen, Tierfiguren und Sandschlösser. Im Hintergrund wehen Palmen in der ständigen Brise des Passatwindes. So schnell wie hier hat das Urlaubsgefühl bislang noch nirgends eingesetzt!

Im Sand spielen auf Aruba
© Jana Kalla
Aus dem feinen Sand lassen sich tolle Burgen oder auch Schildkröten bauen. 

Bon tardi = Guten Tag

Die Mittagszeit ist heiß auf Aruba und lässt uns häufig in eine der vielen schattigen Beach Bars flüchten, wo wir zum Beispiel "Patatje Oorlog" (Pommes mit Mayo, Satay-Sauce und Zwiebeln) entdecken. Richtig gut sind auch Chilli Cheese Fries – Pommes mit würzigem Hackfleisch, Kidneybohnen und Käse. An vielen Stränden lohnt es sich, früh aufzuschlagen, um einen Platz unter den kostenlosen Sonnenschirmen zu ergattern. Dank unserer Unterkunft sind wir sogar mit Kühlbox und Strandliegestühlen ausgestattet, wie fast jeder hier auf der Insel. Und so ein eisgekühltes Getränk – halb liegend mit Blick aufs Meer – passt wirklich hervorragend zum "Dümpeln"-Urlaubs-Lifestyle.

Arashi Beach auf Aruba
© Jana Kalla
Am Arashi Beach gibt es kostenlose Sonnenschirme und wahnsinnig schönes Wasser zum "Dümpeln". 

Bon nochi = Guten Abend

Ab drei, vier Uhr nachmittags wird die Sonne sanfter und beginnt, die Strände in ein ganz besonderes Licht zu tauchen. Die perfekte Zeit zum Schnorcheln. Am Arashi Beach entdecken wir einen Stachelrochen, der im Sand liegt und dann vor uns davonschwebt, am Druif Beach sehen wir sogar Barracudas, eine Baby-Muräne und eine Schildkröte. An vielen Tagen sind die Stunden am Nachmittag und am Abend so traumhaft schön, dass wir einfach bis zum Sonnenuntergang am und im Wasser bleiben. Zwischendurch stürzen sich in Strandnähe immer mal wieder Pelikane und Kormorane ins Wasser, um einen Fisch zu fangen. Gerne auch direkt zwischen die erstaunt dreinschauenden Urlauber. Ein Anblick, der auch nach 14 Tagen nicht langweilig wird!

Danki Aruba = Danke Aruba

Karibisch-exotisches Flair, dazu westlicher Standard: Unser Urlaub auf Aruba ist für uns der perfekte Mix aus Entspannung und Unterhaltung gewesen. Wir haben fantastische Strände mit Wahnsinns-Wasser vorgefunden, gleichzeitig aber auch die Möglichkeit gehabt, tolle Bars und Restaurants zu besuchen sowie spannende Ausflüge zu unternehmen. Ob wir wiederkommen würden? Jederzeit!

Baby Beach auf Aruba
© Aruba Tourism Authority
Die Lagune am Baby Beach auf Aruba ist bei Familien mit kleinen Kindern besonders beliebt. 

Unsere liebsten Strände auf Aruba

Anders als z. B. auf Curaçao sind alle Strände frei zugänglich. Auch die Parkplätze sind kostenlos.

Eagle Beach: Unser Favorit! Er wird häufig als schönster Strand der Karibik bezeichnet und zählt laut vieler Umfragen sogar zu den schönsten Stränden weltweit. Völlig zu recht! Der Sand ist weiß und weich, das Meer türkisfarben und kristallklar. Es ist ein sehr breiter Strand, der sich über mehrere Kilometer hinzieht. Im Norden stehen die berühmten Fofoti-Bäume (divi divi trees) – dadurch ist es hier belebter. Man findet aber auch viele Stellen, die man fast für sich alleine hat, z. B. am Übergang zum Manchebo Beach im Süden. Hier gibt es übrigens auch einen großen Spielplatz direkt beim Parkplatz.

Arashi Beach: Ein kleinerer Strand ganz im Norden der Insel mit Wahnsinns-Wasser (auch zum Schnorcheln) und bester Aussicht auf den Sonnenuntergang, der auch ganz weit oben auf unserer Liste steht. Ein Stückchen weiter ist der Leuchtturm, das California Lighthouse, den man von hier gut besuchen kann (am besten zum Sonnenuntergang) und von dem man eine tolle Aussicht auf die Insel hat. Weiter südlich liegt die Bucht Boca Catalina – hier halten alle Ausflugsschiffe zum Schnorcheln. Man kann aber auch vom Land aus starten und hat gute Chancen, Schildkröten zu sichten. Am besten früh morgens da sein, um den Massen zu entgehen. Am Malmok Beach, noch weiter südlich, kann man riesige Muscheln, sogenannte Conches, finden.

Palm Beach: Wohl einer der bekanntesten Strände auf Aruba mit vielen großen All-inclusive-Hotelketten. Hier ist es tatsächlich sehr amerikanisch und touristisch – dafür hat man auch viel "zu gucken". Außerdem gibt es viele Wassersport-Anbieter und ein paar nette Restaurants auf Stegen, die im Wasser stehen. Perfekt für einen Drink oder ein Dinner zum Sonnenuntergang. Hinter dem Palm Beach gibt es zudem ein Einkaufszentrum und eine Flaniermeile mit vielen Shops und Restaurants.

Baby Beach: Der Name ist hier Programm. Das Wasser in der halbmondförmigen Lagune fällt ganz flach ab, sodass viele Familien mit kleinen Kindern hierherkommen. Er liegt im Süden der Insel in der Nähe von San Nicolas, ca. 45 Minuten mit dem Auto vom Palm Beach entfernt. Die Lagune ist wirklich einzigartig – nur die alte Raffinerie im Hintergrund stört das perfekte Bild. Vor Ort gibt es zwei Strandbars, auch Strandliegen mit Windschutz kann man mieten.

Druif Beach: Wer gerne schnorchelt, ist hier genau richtig. Am südlichen Ende ragen noch die Überreste eines hier gesunkenen Schiffes aus dem Meer. Das Wrack zieht viele Fische und auch Schildkröten an. Wir hatten außerdem das Glück, die vom Aussterben bedrohte Shoco-Eule am Strand zu sehen, die es nur noch auf Aruba gibt. Sie buddelt zwei Meter tiefe Löcher und legt dort ihre Eier zum Brüten ab. Um sie zu schützen, werden die Brutstätten am Strand abgesperrt.  

Surfside Beach: Der Strand an sich kann sicherlich nicht mit vielen anderen auf Aruba mithalten. Aber er liegt direkt neben dem Flughafen, sodass die Flieger hier quasi zum Greifen nah sind, wenn sie landen. Ein cooler Ort für nicht alltägliche Fotos. Es gibt zwei sehr nette Lokale – in beiden sitzt man mit Füßen im Sand. Das "Barefoot" ist ein bisschen schicker, die "Surfside Beach Bar" eher lässiger. Beim Parkplatz gibt es zudem einen sehr tollen Spielplatz, den Neptali Park.

Das California Lighthouse auf Aruba
© Jana Kalla
Das "California Lighthouse" kann man am besten zum Sonnenuntergang besuchen. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die Insel. 

Beliebte Ausflugsmöglichkeiten auf Aruba mit Kindern

Oranjestad
Der Hauptstadt Arubas solltet ihr auf jeden Fall einen Besuch abstatten. Vielleicht nicht gerade in der glühenden Mittagssonne, wie wir bei unserem ersten Versuch. Nachmittags ist das Licht am schönsten und lässt die pastellfarbenen Häuschen so richtig leuchten. Cool für Kids: Alternativ könnt ihr auch die Straßenbahn, die "Arumtram" nehmen, die zwischen dem Kreuzfahrtterminal und dem Stadtzentrum hin- und herfährt. Per Hop-on-hop-off könnt ihr so Denkmäler und Museen entlang der Strecke entdecken. Oder ihr geht in der Fußgängerzone shoppen. Achtung: Wenn gerade eines der riesigen Kreuzfahrtschiffe angelegt hat, kann es in Oranjestad auf einen Schlag plötzlich sehr voll werden.

De Palm Island
De Palm Island ist eine kleine, private Insel vor der Küste Arubas, die nur per All-inclusive-Ausflugspaket buchbar ist. Vor Ort gibt es einen Wasserrutschenpark und viele andere Aktivitäten. Auch Seatrek, ein Spaziergang unter Wasser mit Sauerstoff-Helm oder Snuba, eine Mischung Schnorcheln und Tauchen, könnt ihr hier (gegen eine Extragebühr) ausprobieren. Die Preise sind allerdings leider recht sportlich (ca. 100 Euro für Erwachsene und ca. 80 Euro für Kinder für das Basispaket).

Unterwasserwelt
Ein absolutes Highlight auf Aruba ist die Unterwasserwelt. Schnorcheln könnt ihr, wie oben schon erwähnt, direkt vom Strand aus. In der Bucht von Mangel Halto, nahe des Ortes Savaneta, könnt ihr mit etwas Glück Tintenfische, Papageienfische und sogar Seepferdchen sehen. Alternativ könnt ihr auch mit einem Katamaran einen Ausflug buchen, der euch dann zu unterschiedlichen Spots bringt. Highlight – auch beim Tauchern – ist das Wrack der MS Antilla, das 700 Meter vor der Küste liegt. Es ist das größte betauchbare Schiffswrack in der ganzen Karibik. Bei guter Sicht kann man das ehemalige Frachtschiff, das auf 18 Metern liegt, sogar beim Schnorcheln sehen. Wer nicht nass werden mag, kann sich die Unterwasserwelt sogar mit einem U-Boot (Atlantis Submarines) anschauen, das bis zu 40 Meter tief taucht.

Tierparks
Ihr sucht nach Abwechslung zu Pool und Meer? Tiere anschauen geht mit Kindern ja immer gut. Hinter dem Palm Beach findet ihr die "butterfly farm" – ein tropischer Garten mit über hundert verschiedenen Schmetterlingen. Bei einer Tour, die im Eintrittspreis enthalten ist, erfahrt ihr alles Wissenswerte über die bunten Falter und ihre Metamorphose. In Bringamosa, etwas südlich von Oranjestad leben rund 100 Esel in einem Schutzgebiet ("donkey sanctuary"). Sie wurden einst als Arbeitertiere auf die Insel gebracht – da man sie mittlerweile nicht mehr für den Transport benötigt, haben sie hier nun ein Refugium gefunden und freuen sich über Besucher. Auf der Ostseite der Insel liegt die "ostrich farm" – die hier lebenden Strauße fühlen sich in der kargen Landschaft mehr als wohl. Rund 80 Tiere könnt ihr auf der Straußenfarm kennenlernen.

Arikok National Park
Rund 20 Prozent der Fläche von Aruba nimmt der Nationalpark ein, in dem viele Tiere und Pflanzen beheimatet sind. Auch die Quadirikiri-Höhlen mit alten indianischen Zeichnungen und Fledermäusen sind hier zu finden. Besonders imposant sind die zwei Kammern, die von Löchern in der Höhlendecke durch das einfallende Sonnenlicht erhellt werden. Auch der Conchi Natural Pool ist ein beliebtes Ziel im Arikok National Park. Das Meer sammelt sich hier inmitten einer vulkanischen Felsformation und lädt zum Baden und sogar Schnorcheln ein.

Aussicht
Direkt an der Hauptstraße Richtung Santa Cruz befinden sich ungewöhnlich große Felsbrocken. Auf zwei davon, Ayo und Casibari, könnt ihr raufklettern und dann einen 360-Grad-Blick auf die Insel werfen. Auch gut: der Hooiberg. Dieser kegelförmige, 165 Meter hohe Hügel kann mit knapp 600 Schritten bezwungen werden – am besten nicht in der Mittagshitze.

Natural Bridge: Bis zu ihrem Einsturz 2005 zählte sie zu den größten natürlichen Felsbrücken der Welt. Trotz des Einsturzes wird sie immer noch von allen Bus- und Quadtouren angesteuert. Direkt nebenan befindet sich eine kleinere Felsbrücke, die "baby bridge". Und die schroffe Nordküste ist allemal einen Ausflug wert.

Oranjestad auf Aruba
© Jana Kalla
Auch einen Besuch on Oranjestad solltet ihr auf jeden Fall einplanen – am besten gegen Nachmittag oder frühen Abend, wenn es nicht mehr so heiß ist. 
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