Fliegen mit kleinen Kindern

Kinderbetten fürs Flugzeug: Schöner schlafen mit Sitzverlängerung

Schlafende Kids im Flieger? Ein Traum für die Eltern! Genau deshalb sind Kinderbetten fürs Flugzeug eine fantastische Idee.

Fliegen mit kleinen Kindern ist aufregend. Und ja, für gewöhnlich auch ein wenig anstrengend. Gerade bei Langstrecken- oder Nachtflügen freut man sich über jede Minute, die das Kind friedlich schlummernd neben oder halb auf einem drauf liegt (selbst wenn einem dabei der Po oder Oberschenkel einschläft, weil man sich nicht bewegen kann). Es wird zwar oft behauptet, dass Kinder immer und überall schlafen können – wenn man aber nicht gerade Business Class fliegt, lädt so ein Flugzeugsitz nicht unbedingt zu einem zehnstündigen Tiefschlaf ein.

Wir sind mit unserem Sohn das erste Mal geflogen, als er neun Monate alt war. Damals hat er gerade noch so in das Bassinet gepasst, das man für Babys vor dem Flug bei der Airline reservieren kann. Richtig gut fand er es nicht, ohne die Nähe von Mama und Papa in diesem Ding zu liegen. Und was mich wahnsinnig gemacht hat: Wenn bei Turbulenzen die Anschnallzeichen erleuchteten, mussten wir ihn auf den Schoß nehmen. Dabei wurde er natürlich jedes Mal wach. Da wir viel verreisen, war uns schnell klar: Wir brauchen eine Lösung, um es dem Nachwuchs (und uns) im Flieger so gemütlich wie möglich zu machen. 

Sitzverlängerungen im Überblick

Tatsächlich gibt es im Netz eine ganze Reihe an Produkten, die aus dem Flugzeugsitz quasi ein Kinderbett machen. Das Prinzip ist immer das Gleiche: Die Lücke zwischen dem eigenen Sitz und dem Vordersitz wird ausgefüllt – entweder durch einen Koffer mit integrierter Matratze (z. B. "JetKids by Stokke"), eine Hängematte, die am Klapptisch des Vordersitzes befestigt wird (z. B. "FlyLegsUp") oder ein aufblasbares Fußstützkissen ( z. B. "PlanePal"). Dadurch wird der Sitz verlängert und die Kids können die Beine ausstrecken und es sich bequem machen. Sind sie noch ein wenig kleiner, können sie sich sogar komplett hinlegen.

So bequem kann ein Flugzeugsitz mit Liegeerweiterung sein

Wir haben uns für eine aufblasbare Fußstütze entschieden und diese Entscheidung bislang keine Minute bereut. Unser Modell ist von Docazoo, hat 23 Euro gekostet und uns mittlerweile auf einigen Reisen schon sehr glücklich gemacht. 

Warum wir unser Fußstützkissen so lieben: 

  • Es wiegt 350 Gramm und lässt sich ganz klein falten, sodass es sogar in eine Handtasche passt. Ideal, wenn man im Urlaub herumreisen möchte.  
  • Es lässt sich ruck, zuck mit dem Mund aufpusten und ebenso schnell wieder entleeren. Für andere Fußstützkissen braucht man zum Teil eine Luftpumpe. Und die will man auf Reisen ja nun wirklich nicht mitschleppen!
  • Da der Abstand zum Vordersitz je nach Airline variiert, kann man das Kissen mehr oder oder weniger stark aufblasen – so passt es in jedem Fall in die Lücke. Der Vordermann kann seine Rückenlehne übrigens trotzdem ohne Probleme zurückstellen.
  • Spielsachen, Snacks und Schnuller fallen nicht mehr auf den Boden, sondern landen auf dem Kissen. 
  • Es lässt sich sehr gut reinigen, wenn beim Essen und Trinken doch mal etwas daneben gehen sollte. 
  • Das Kind kann trotz Liegeposition angeschnallt sein (am besten immer über der Decke, damit die Flugbegleiter den Gurt sehen können) und bei Turbulenzen einfach weiterschlafen.
  • Auch vom Mittelsitz aus kann man das Kissen mitnutzen und mal ein (oder auch zwei) Bein(e) hochlegen. Gerade auf Langstreckenflügen sehr angenehm. 
  • Das Kissen lässt sich auch prima im Zug oder im Auto verwenden. 

2 in 1: Im Aufsitzkoffer steckt eine Matratze

Die Bettbox war uns persönlich zu sperrig – besonders, weil wir im Urlaub selten an einem Ort bleiben. Für Pauschalurlauber mag das anders aussehen – zumal man die Kids auf dem Koffer ziehen kann und so die Wartezeit am Flughafen überbrücken kann. Die Hängematten wirkten auf uns nicht ganz so stabil und gemütlich. Und das "PlanePal"-Kissen, das auf vielen Blogs zwar angepriesen wird und sehr hochwertig wirkt, war uns mit 75 Euro schlichtweg zu teuer. Zum Testen haben wir daher erst einmal die günstigere Variante gewählt und sind bislang sehr zufrieden damit. 

Safety first: Nicht immer sind Kinderbetten im Flugzeug erlaubt!

Nach so viel Schwärmerei kommt nun leider auch ein kleiner Haken: Nicht alle Fluggesellschaften erlauben die Kinderbetten. Und zwar aus Sicherheitsgründen. In erster Linie, weil dadurch Fluchtwege blockiert werden könnten, zum anderen, weil die Schwimmwesten unter dem Sitz nicht mehr frei zugänglich sind. Am besten ist es immer, sich vorab bei der jeweiligen Airline zu erkundigen. Bei vielen kann man mittlerweile schon auf der Webseite einsehen, ob die Betten benutzt werden dürfen oder nicht. So heißt es zum Beispiel bei KLM: "Wenn Sie für Ihr Kind einen Sitzplatz gebucht haben, dürfen Sie ein(e) Flugbett/Liegeerweiterung mitnehmen (z. B. Wick, BedBox, Fly Tot, 1st Class Kid Travel Pillow, PlanePal). Flugbetten/Liegeerweiterungen, die direkt am Sitzplatz befestigt werden müssen (z. B. Fly LegsUp oder FlyeBaby), sind nicht erlaubt."

Singapore Airlines stellt sogar eine Grafik bereit, auf welchen Sitzen die Sitzverlängerungen benutzt werden dürfen. Dazu heißt es: "Für die Sicherheit Ihres Kindes können Sie auf Wunsch ein zusammenlegbares Kinderbett für Flugreisen verwenden, entweder auf Fensterplätzen oder auf dem Mittelsitz bei den Sitzbereichen ohne Fensterplatz." In Foren und auf Blogs liest man häufig auch, dass es Auslegungssache der Flugbegleiter ist, ob die Betten benutzt werden dürfen oder nicht. Wir hatten mit unserem Fußkissen bislang noch nie Probleme und freuen uns schon jetzt auf weitere Reisen mit hoffentlich viel Schlaf. 

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Unsere Autorin

Jana Kalla

Jana Kalla ist Chefredakteurin von Leben-und-erziehen.de. Vorher war sie viele Jahre lang hauptsächlich im Beauty-Kosmos unterwegs.

Seit sie einen eigenen kleinen Sohn hat, ist ihr Leben nicht nur um einiges turbulenter geworden, es hat auch dazu geführt, dass sie ihr Themenspektrum erweitert hat. Und was könnte es Schöneres geben, als über Windeln und Wimperntusche zu schreiben?

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