Ob lautes Lachen oder anhaltende Heulattacken: Mit Kindern kann es an Bord schon ziemlich laut werden. Ein Grund für kinderfreie Flüge?
© Foto: iStock/Lisa5201
Ob lautes Lachen oder anhaltende Heulattacken: Mit Kindern kann es an Bord schon ziemlich laut werden. Ein Grund für kinderfreie Flüge?

Unruhiges Gezappel auf dem Nebensitz. Laute Lach- und Quatschanfälle. Schrille Schreie, die Gläser zerspringen lassen würden. Füße, die von hinten gegen den eigenen Sitz strampeln. Stundenlange Brüll- und Heulattacken: All das sind Szenarien, die an Bord eines Flugzeuges mit Kindern sehr häufig vorkommen. Doch nicht alle Passagiere zeigen Verständnis und Mitgefühl, sondern sind endlos genervt. Einige Eltern verteilen im Flieger sogar vorher kleine Entschuldigungsschreiben, im Namen ihrer Kinder. Oder Goodies (wie hier berichtet). Ja, wir Eltern sind uns dieser Strapazen durchaus bewusst. Schließlich bekommen wir das Ganze direkt ab. Aber ist es wirklich nötig, kinderfreie Flüge zu etablieren? Wir sind uns da nicht sicher …

Asiatische Airlines bieten kinderfreie Zonen an

Es gibt bereits eine Airline, die gegen Aufpreis Flugzeugsitze in einer separaten, kinderfreien Zone anbietet. Die Billigfluggesellschaft "Scoot" aus Singapur lässt ihre Passagiere wählen: Kunden können ihren Flug antreten, ohne Lärm und Kindergeschrei befürchten zu müssen. Die Fluggesellschaft führte eine komplett kinderfreie Zone im Flieger ein, den sogenannten "ScootinSilence"-Bereich. Hier haben Kinder unter zwölf Jahren keinen Zutritt.

Auch andere Airlines sind bereits auf die Bedürfnisse ihrer Kunden eingegangen. Eine japanische Airline markiert die Sitze für Kinder zwischen zwei und acht Jahren digital und auch im Flugzeug. So können sich die Passagiere, die gerne auf Lärm beim Reisen verzichten möchten, weit genug von den Kindern wegsetzen. Und was ist mit Kindern unter 2 Jahren? Babys können schließlich überall sitzen, weil man für sie keinen extra Platz buchen muss.

Ist bald mit mehr kinderlosen Flügen zu rechnen? Denn – es ist wohl kaum zu bestreiten – mit dem Prädikat "kinderfrei" können Fluggesellschaften gutes Extra-Geld verdienen. Natürlich nur, solange Fluggäste bereit sind, mehr für ihr Ticket zu zahlen. Doch diese Dienstleistungen kommen nicht bei allen Reisenden gut an – und schon gar nicht bei allen Eltern.

Hier ein paar O-Töne aus der Redaktion:

JA, es sollte die Option "kinderloses Fliegen" geben

  1. Why not! Den Wunsch nach Ruhe kann ich mit drei kleinen Kindern durchaus nachvollziehen. Aber bitte nur, wenn es für Familien mit Kindern dann nicht (noch) teurer wird!
  2. Reisen? Das bedeutet Ruhe und Entspannung. Und die sollte schon beim Fliegen anfangen dürfen.
  3. Sonst kann man ja einfach weggehen, schnell den Raum wechseln. Aber im Flugzeug kann man dem Geschrei nicht ausweichen.

NEIN, kinderfreie Flüge gehen gar nicht!

  1. Noch mehr Verbote sind überflüssig. Kinder gehören zur Gesellschaft dazu.
  2. Wozu gibt es Noise-Cancelling-Kopfhörer? 
  3. Mit gemischtem Publikum fliegt man sicherlich am besten. Wenn man alle Babys und Kleinkinder in eine Reihe stopft, schaukeln sie sich doch nur beim Wettschreien gegenseitig hoch.

Virales Video: Tiktoker und Musiker genervt von Kinderlärm an Bord

Langstreckenflüge können von Haus aus schon anstrengend werden. Mit ständigem oder anhaltendem Kindergebrüll werden sie noch nervenaufreibender – und zur echten Herausforderung.

So erging es anscheinend dem Musiker Balu Brigada. Auf Tiktok veröffentlichte er ein Video, in dem er sein gequältes Gesicht während seines Fluges nach Deutschland filmt. Immer wieder nimmt er für sein Tiktok-Video Szenen auf, in denen im Hintergrund Weinen und Schreien von Kindern zu hören ist. Er schreibt dazu: "Bewertet meinen 29-Stunden-Flug nach Berlin!" (Randnotiz: Gibt es einen so langen Flug? Vielleicht etwas überzogen, oder?). Er vergleicht die besonders langen Schreie außerdem scherzhaft mit einer pfeifenden Teekanne. Nach stundenlangem Schreien vergibt er als Passagier eine 10 von 10 für die Performance. Dabei hebt er ironisch die beeindruckende Ausdauer des jungen Fluggasts hervor. Sein Video geht schnell viral. Viele User stimmen ihm in den Kommentaren zu. Und einige fordern sogar konkret: "Es sollte kinderfreie Flüge geben!"

Anderes Extrem gefällig? So herzlich können Passagiere auch auf Kindergeschrei reagieren:

Lade weitere Inhalte ...