Berufstätige Eltern

Kindererziehung ab dem späten Nachmittag – wie funktioniert das bloß?

Mama kommt um 16 Uhr nach Hause. Und Papa? Um 17.30! Viel Zeit bleibt da nicht mehr bis zum Schlafengehen. Wie können berufstätige Eltern trotzdem ihre Kinder erziehen – ihnen Werte vermitteln? Ein kleiner Leitfaden, der vieles einfacher macht. Auch das Bauchgefühl.

Auch wenn Papa und Mama erst spät nach Hause kommt, bleibt die Erziehung nicht auf der Strecke.
© Foto: iStock/wundervisuals
Auch wenn Papa und Mama erst spät nach Hause kommt, bleibt die Erziehung nicht auf der Strecke.

Klar, wer hätte nicht gern mehr Zeit für seine geliebten Kinder. Doch was tun, wenn beide Elternteile unter der Woche leider meistens bis in den späten Nachmittag hinein arbeiten müssen? Was kann man in so kurzer Zeit noch an wertvoller Erziehungsarbeit leisten, wenn es eigentlich gleich schon wieder ins Bett geht? Ihr werdet es vielleicht erst mal nicht glauben, aber: eine Menge!

Einkaufen gehen mit sinnvollem Hintergedanken

Da holt man den Nachwuchs von der Kita ab und – schwups! – da war doch noch was. Richtig, der Kühlschrank ist leer. Und die Windelbestände müssen auch noch dringend aufgefüllt werden. Deshalb geht es nicht sofort zum Spielplatz, sondern erst mal in den Supermarkt. Was muss, das muss. Das tut Mama und/oder Papa wahrscheinlich wirklich leid, viel schöner wäre es doch, sofort Quality Time mit dem Liebling zu genießen. Doch euer Gewissen muss nicht schlecht sein! Bleibt da nicht die Erziehung auf der Strecke? Keineswegs. Denn auch während der (scheinbar) langweiligsten Alltagstätigkeiten können wir den Kleinen ein Vorbild sein. Ein paar Beispiele: Der alten Dame das Marmeladenglas aus dem obersten Regal reichen. Dem Papa seinen Lieblingskaffee mitbringen. Nett sein zur Kassiererin. Und vor allem können wir zeigen, was es heißt, geduldig zu sein. Miteinander. Denn nach der kann das Einkaufen mit übermüdetem Kind schnell mal nervig sein und zur Geduldsprobe werden. Und man selbst ist ja schließlich auch früh aufgestanden …

Bewusst (liebevolle) Prioritäten setzen

Die gemeinsame Zeit ist knapp. Deshalb: Setzt Prioritäten und lasst den Haushalt doch noch etwas liegen. Denn im klaren Setzen von Prioritäten könnt ihr euren Kindern vermitteln, was wirklich zählt. Nämlich das Beisammensein. Und, dass Menschen wichtiger sind als jede Äußerlichkeit (wie etwa die dreckigen Teller in der Küche). Fürs Aufräumen ist auch später noch Zeit. Wieso also nicht zuerst gemütlich das Lieblingsbuch lesen oder noch eine rasante Runde mit dem Mini-Trecker drehen?

Zusammen aufräumen ist doch viel schöner

"Hilfst du Mama, die Wäsche zu sortieren?" Ohne unsere kleinen Witzwürmer, die immer alles fix wieder unordentlich machen, geht es selbstverständlich einen Tick schneller. Aber zusammen macht einfach ALLES mehr Spaß. Macht doch ein Spiel draus. Und quatscht dabei eine Runde über euren Tag. Nebenbei lernen eure Kinder, dass der Lieblingsbecher eben abgewaschen werden muss, wenn er am nächsten Tag wieder benutzt werden will. Dass Blumen im Garten jeden Tag Wasser brauchen, um zu wachsen. Und dass runtergefallenes Essen sich nicht von selbst in Luft auflösen kann. Doch viel wichtiger ist folgende Botschaft hinter dem Aufräumen: Du wirst gebraucht! Und auch Hilfsbereitschaft kann man so vermitteln.

Tischkultur zelebrieren

Ich kenne es selbst, manchmal bleibt einfach nicht die Zeit, um selbst groß zu kochen. Eigentlich wollen alle nur aufs Sofa, mal die Beine hochlegen und schnellstens ins Bett. Auch wenn TK-Pizza oder Cornflakes deutlich schneller auf dem Tisch stehen: Legt als Familie Wert darauf, sich abends zusammen an den Tisch zu setzen – und etwas "Richtiges" (Gesundes) zu essen. Neben dem Essen kann auch das gemeinsame Zubereiten zum Ritual werden. Und das bringt doch Spaß! Sind es nicht auch die Erinnerungen, an die wir uns selbst so gerne zurückerinnern? Mit Mama oder Papa die Spezial-Pasta-Soße zubereiten? Die Gurken für den Salat selber schneiden? Beim Ausklopfen des Schnitzels helfen? Naja, es muss ja nicht immer das super komplizierte Gericht sein, aber wir können schon ein bisschen Liebe investieren. Schmeckt hinterher auch viiiiel besser. Und die Kids finden es toll.

Mehr zum Thema: Auch in puncto "Tischmanieren" könnt ihr den Kindern Wertvolles mit auf dem Weg geben. 

Gemeinsame (Ins-Bett-Geh-)Rituale

Mit Mama und/oder Papa ist das Schlafengehen einfach viel schöner! Nehmt euch also die Zeit dafür, auch wenn ihr am Abend noch etwas Wichtiges erledigen müsst. Liebevoll Gesicht und Hände waschen, Zähne putzen, Windel wechseln (oder aufs Töpfchen gehen), Schlafanzug und zum Schluss noch ganz viel kuscheln und das Lieblings-Gute-Nacht-Buch lesen. Hach, so schön. Wir lieben es, und die Kleinen auch.

So wichtig sind Rituale für Kinder …

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