Sie tauchen erst bei großen Problemen auf

U-Boot-Eltern: Gefahr für Lehrer und Schüler

Erst Helikopter- und Rasenmäher-, jetzt auch noch U-Boot-Eltern. Ein Experte ist überzeugt, dass diese den Kindern am meisten schaden.

Die Kinder von U-Boot-Eltern sind die Leidtragenden.
© Foto: Getty Images/StockPlanet
Die Kinder von U-Boot-Eltern sind die Leidtragenden.

Während Helikoptereltern ständig überfürsorglich um ihre Kinder kreisen und Rasenmähereltern potenzielle Schwierigkeiten ihrer Kinder von vornherein aus dem Weg räumen, halten sich U-Boot-Eltern klassischerweise die meiste Zeit komplett zurück. Sie tauchen quasi ab – weder interessieren sie sich für noch kümmern sie sich großartig um die Schullaufbahn ihrer Kinder.

Erst wenn wirklich etwas passiert ist und das Kind beispielsweise nicht versetzt werden soll, tauchen die U-Boot-Eltern auf und fahren schwere Geschütze auf. Das passiert mitunter auch schon bei einer schlechten Note. Plötzlich beschweren sich U-Boot-Eltern bei den Lehrern oder gleich der Schulleitung, obwohl sie zuvor jedes Gespräch gemieden haben und sich auch beim Elternsprechtag nicht haben blicken lassen. Einige dieser Eltern konfrontieren die Lehrer mit einem Anwaltsschreiben und legen Widerspruch gegen eine Nichtversetzung ein. Dieses Verhalten können viele Lehrer bestätigen.

Doch leider leiden darunter vor allem die betroffenen Kinder. Hätten die Eltern sie früher unterstützt und beispielsweise mit den Lehrern zusammengearbeitet, wäre es möglicherweise nicht zu der nun schwierigen Situation gekommen. Für die Kinder wäre es daher viel wichtiger, dass ihre Eltern sie von Anfang an begleiten, unterstützen und sie mit schulischen Problemen nicht allein lassen. Schule kann in vielen Fällen nur gut funktionieren, wenn Schüler, Eltern und Lehrer zusammenarbeiten.

Focus.de zitiert dazu den Schulrechtsexperten Thomas Böhm, der der Meinung sei, dass die sogenannten U-Boot-Eltern ihren Kindern wesentlich mehr schaden als Helikoptereltern. Denn Helikoptereltern haben "immerhin ernsthaftes Interesse am Bildungserfolg ihrer Kinder".

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