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Ob Sandburgen bauen am Meer oder schaukeln im Park, im Sommer macht Spielen einfach viel mehr Spaß. Doch gerade bei strahlendem Wetter ist Vorsicht geboten. Neben der Haut benötigen die empfindlichen Kinderaugen besonderen Schutz vor den UV-Strahlen der Sonne. Worauf Eltern dabei besonders achten müssen, erklärt Augenoptikerin Nathalie Gümmer. Fünf Fragen zum Sonnenschutz für Kinderaugen.
1. Warum ist eine Sonnenbrille gerade für Kinder so wichtig?
Sonnenbrillen werden häufig immer noch als Mode-Accessoire angesehen. Einer Umfrage von YouGov zufolge tragen 30 Prozent der Kinder in Deutschland zwischen zwei und 14 Jahren keinen richtigen Augenschutz. Und das kann fatale Folgen haben. Denn Kinderaugen sind besonders empfindlich. So haben sie nicht nur größere Pupillen und Augenlinsen als Erwachsene, auch das häufige Blinzeln bei sehr hellem Licht ist noch nicht vollständig ausgebildet. Die schädigenden UV-Strahlen können so nahezu ungehindert ins Auge fallen und dort die Netzhaut schädigen. "Sonnnenbrillen sind für Kinder im Gegensatz zu schützender Kleidung und Sonnencreme leider immer noch nicht so selbstverständlich", erklärt Nathalie Gümmer, Augenoptikerin bei Apollo Optik. "Viele Eltern wissen leider nicht, dass UV-bedingte Schäden nicht mehr vollständig oder sogar gar nicht rückgängig gemacht werden können."
2. Ab wann sollten Kinder eine Sonnenbrille tragen?
Am besten ist es, Kinder so früh wie möglich an das Tragen einer Sonnenbrille zu gewöhnen. Natürlich kommt es auch immer darauf an, wo man sich gerade aufhält. Eine Sonnenbrille auf der Alm in Österreich oder am Strand in Mexiko ist sicherlich wichtiger, als im Hamburger Winter. Experten raten dazu, dass Kinder ab zwei Jahren eine Sonnenbrille tragen sollten.
3. Brauchen auch Babys schon eine Sonnenbrille?
Auch hier kommt es wieder auf die Umstände an. Babys sollen ja ohnehin keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Zudem sind sie durch Sonnenhüte oder das Dach des Kinderwagens häufig ohnehin schon gut geschützt. Aber natürlich sind die Augen eines Babys genau so gefährdet wie die eines kleinen Kindes. In bestimmten Situationen kann eine Baby-Sonnenbrille daher durchaus Sinn machen. Viele Hersteller bieten spezielle Modelle an, die nicht nur aus extra weichem Material gefertigt sind, um keinen Druck auf den empfindlichen Schädel auszuüben, sondern auch ein verstellbares Kopfband anstelle von Bügeln haben. So hat die Brille einen guten Halt – im Sitzen und Liegen.
9. Sollte man eine Kinderbrille im Fachhandel kaufen?
Kindliche Köpfe und Gesichter, kleine Nasen – die Anatomie von Kindern unterscheidet sich von Erwachsenen. Und häufig können Kinder noch nicht genau benennen, ob eine Brille gut sitzt. Da wird eher auf das Aussehen der Brille geschielt. Beim
sind noch nicht so markant ausgebildet wie die von Erwachsenen. Deswegen ist es am besten, Brillen individuell anpassen zu lassen.
angepasst werden. Das ist auch wichtig, damit sie nicht drücken und trotzdem auch beim Toben noch sicher sitzen. Oft müssen wir Kindern auch erst einmal die Scheu vor dem Tragen einer Brille nehmen. Schließlich kann das ungewohnte Accessoire nur dann die Augen wirkungsvoll schützen, wenn die Kinder sie im Sonnenschein auch tragen.
Auch die Passform ist beim Brillenkauf entscheidend: Achtet darauf, dass die Brille gut sitzt und nicht vom Kopf rutscht. Die Bügel sollten das Ohr sicher umfassen, ohne jedoch zu drücken. Anatomisch geformte Nasenstege und Nasenpads mit großer Auflagefläche sorgen für sicheren Sitz auf kleinen Nasen. Die Kindersonnenbrille sollte zudem groß genug sein, dass kein Licht von oben oder von der Seite einfallen kann. Bei ganz kleinen Kindern ist zudem das Tragen eines Hutes / einer Cap empfehlenswert.
Kinder beim Kauf mitentscheiden lassen
Mit Blick auf den Alltag rät Nathalie Gümmer jedoch dazu, das Kind aktiv in die Kaufentscheidung einzubeziehen: "Damit Kinder die Sonnenbrille jederzeit gern tragen und sie nicht als Zwang empfinden, ist es wichtig, dass sie ihnen gefällt. Selbst den Jüngsten wird ihr Aussehen immer wichtiger. Eine Sonnenbrille, die nur unter elterlichem Druck getragen wird, verursacht auf Dauer nur schlechte Stimmung. Das lässt sich einfach verhindern, wenn man die Kinder nach einer Vorauswahl in die Kaufentscheidung einbezieht."
Der 6-Punkte-Check für den Kauf einer Kinder-Sonnenbrille:
UV-Schutz: CE-Zeichen und Filterkategorie 3 garantieren guten Schutz – auch am Strand.
Farbe: Braune und graue Gläser verzerren die natürlichen Farben am wenigsten.
Größe: Gut, wenn von oben und von der Seite kein Licht ins Auge fällt.
Material: Bruchfeste Kunststoffgläser halten beim Toben am besten.
Verarbeitung: Die Brille soll bequem sitzen, ohne scharfe Kanten und Ecken.
Optik: Beim Blick durch die Brille dürfen sich z. B. Karos nicht verziehen.