Die Kinder basteln lassen, selbst machen, kaufen?

Abschiedsgeschenk für die Erzieher: Wie läuft das bei euch?

Die Kleinen bemalen die Holzklötze für das Abschiedsgeschenk der Kita-Erzieherinnen, meine Freundin und ich gönnen uns einen Kaffee. So war der Plan. Wer dann letztlich gepinselt hat? Genau!

Holzklötze, bunte Farben, Becher zum Mischen, Pinsel, Malerschürze - alles lag bereit, als ich am Wochenende meine Freundin besuchte. "Abschiedsgeschenke für die Erzieherinnen", meinte sie nur, "Lina hat einen halben Klotz angemalt, jetzt hat sie keine Lust mehr. Das Ganze muss aber morgen Früh zur nächsten Mutter zum Lackieren..."

In der WhatsApp-Eltern-Gruppe der Kita-Kinder war beschlossen worden, sogenannte Glückswächter zu basteln - Schmuckelemente aus Holz, für den Garten, den Hauseingang oder den Balkon. Und eigentlich sollten die Kinder die unterschiedlich großen Klötze gestalten. Aber wie das so ist: das Planschbecken war nach zehn Minuten doch interessanter und Mama alleine am malen. Ich habe meine Freundin dann unterstützt und wir hatten währenddessen Zeit, uns über den Sinn und Unsinn von Abschiedsgeschenken auszutauschen.

Lieber etwas kaufen?

Wenn jedes Jahr jede Gruppe ihrer Erzieherin Deko für zu Hause schenkt, die Armen müssten ja ganz schnell anbauen. Natürlich sind selbst gemachte Sachen schön und haben ein Bezug zum jeweiligen Kind. Aber gerade Erzieherinnen sind jeden Tag, das ganze Jahr über, von gemalten und gebastelten Werken umgeben. Außerdem ist es nun mal so, dass die wenigsten Krippen- und Kita-Kinder zuverlässig mithelfen, sodass die allermeiste Arbeit an den Eltern hängen bleibt - von der Organisation des "Bastel-Events" gar nicht zu reden. Und das in einer Zeit, in der der Kalender vor Sommer-Abschluss-Terminen ohnehin überquillt. Wäre da nicht allen eher mit einem Gutschein-Geschenk gedient? Oder man schenkt die hölzernen Glückswächter der Kita für den Garten. Was meint ihr?

Eure Meinung ist gefragt!

Autorin: Martina Dankof

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