Das ist eure Meinung

Ab wann sollten Kinder in die Kita gehen?

An der Kita-Frage scheiden sich die Geister: Einige Krippen nehmen Kinder bereits ab sechs Monaten auf, manche Eltern würden ihren Nachwuchs keinesfalls vor dem dritten Geburtstag in die Fremdbetreuung geben. Gründe für beide Seiten gibt es viele. Wir wollten deshalb von euch wissen: Ab welchem Alter sind eure Kinder in die Kita gegangen?

Immer mehr Kinder in der Krippe

Ab dem ersten Geburtstag besteht für Kinder in Deutschland ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Die Tendenz ist eindeutig: Immer mehr Eltern nutzen dieses Angebot von Anfang an. Im Jahr 2020 gingen 35 Prozent aller Kinder ab dem ersten Geburtstag in eine Krippe, zur Tagesmutter oder zu einem Tagesvater. Jünger werden nur sehr wenige Kinder fremdbetreuut (1,8 Prozent), spätestens ab dem dritten Geburtstag sind dann aber fast alle Kinder mindestens stundenweise in einer Fremdbetreuung (92,5 Prozent). Dabei gibt es auch regionale Unterschiede: Im Osten gehen mehr als die Hälfte aller Kinder in die Krippe, im Westen ist die Quote mit 31 Prozent deutlich geringer. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Wir haben nachgefragt

Auf Facebook und Instagram wollten wir von euch wissen: Ab wann habt ihr eure Kinder in die Kita gegeben? Über 200 Kommentare und Nachrichten gingen bei uns ein und wir durften viele spannende Perspektiven lesen.

Ab wann sollten Kinder in die Kita - wie seht ihr das? Für unser Magazin Leben & Erziehen suchen wir Eltern, die mit...

Gepostet von Leben & erziehen am Dienstag, 15. September 2020

Gründe für einen frühen Kita-Start

Eltern nannten vor allem zwei Gründe, warum sie ihren Nachwuchs in die Kinderkrippe brachten oder bringen:

1. Finanzielle Aspekte – Beide Eltern müssen (mindestens in Teilzeit) wieder arbeiten gehen:

"Sie war 11 Monate, als sie in die Kinderkrippe kam. […] Wir mussten, finanziell und keine Familie vor Ort. Ob ich es gut finde? Hätten wir es uns leisten können, wäre ein anderes Modell denkbar gewesen." @_mapleleaf_red via Instagram

"Meine Mädels kamen beide mit einem Jahr in die Kita. Hätte ich die Wahl gehabt, dann wären sie nicht vor drei in die Kita gegangen. Durch meine Große habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, dass die Kinder schon reden können sollten, wenn sie in die Kita kommen." Jana via Facebook

2. Soziale Aspekte – Eltern wünschten sich für ihr Kind mehr Kontakt zu Gleichaltrigen:

"Wir haben unseren Sohn mit einem Jahr in die Kita gegeben. Uns war es wichtig, dass er Kontakt mit anderen Kindern bekommt. Durch seine Behinderung hatten wir kaum private Kontakte […] Gleichzeitig sollte er so die Möglichkeit haben, andere Kinder zu beobachten und vielleicht selbst seiner Entwicklung auf die Sprünge zu helfen. Mein persönliches Anliegen war es auch, wieder arbeiten zu gehen, da ich mich nicht nur als Mutter fühlen wollte, sondern auch noch als eigenständiger Mensch." @herzensangelegenheit2 via Instagram

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Gründe für einen späten Kita-Start

Auch für einen Kita-Start mit etwa drei Jahren oder später wurden zwei Gründe besonders oft genannt:

1. Strukturelle Probleme – Die Familie hat keinen geeigneten Kita-Platz gefunden:

"Die Große mit 4, wegen Umzug und fehlendem Platz erst so spät." Andrea via Facebook

2. Persönliche Einstellung – Eltern haben sich bewusst dafür entschieden, ihr Kind möglichst lange zu Hause zu betreuuen:

"Meine ging auch erst mit 3 und die kleine wird auch erst mit 3 in die kita gehen. Ich brauche keine Kinder um sie so schnell wie möglich wieder abzugeben ..." Sabrina via Facebook

Es gibt kein Richtig oder Falsch

Ob und wann ihr euer Kind in die Kita oder zu einer Tagesmutter/ -vater schickt, ist eine indivduelle Entscheidung. Diese hängt zum einen mit finanziellen sowie beruflichen Aspekten zusammen, zum anderen natürlich auch mit dem Entwicklungsstand eures Kindes.

Was für die eine Familie genau richtig ist, funktioniert nicht zwangsweise für alle anderen. Deshalb: Zeigt Verständnis für andere Modelle statt diese zu verurteilen.

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Unsere Autorin

Nora Ritzschke

Als Kind wollte Nora Ritzschke Lektorin werden, doch dann kam das Internet dazwischen. Ob Artikel für die Website, Instagram oder der eigene Blog – online fühlt sie sich zu Hause.

Als Mama einer Dreijährigen kann sie Lieder über stundenlange Einschlafbegleitung, Kita-Eingewöhnung oder die ersten Schimpfwörter singen – als Teil des Content-Teams nun auch hier!

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