Wickeln statt Wettkampf

Magdalena Neuner: Biathlon-Superstar und Mama

Die meisten kennen sie noch als „Gold-Lena“ – aber statt auf den Sport konzentriert sich der Biathlon-Star Magdalena Neuner jetzt lieber auf’s Mama-Glück:

Am 30. Mai 2014 wurde Magdalena Neuner zum ersten Mal Mama. Vater von Töchterchen Anna Verena ist ihr Ehemann Josef Holzer. Im Interview erzählt uns die ehemlaige Spitzensportlerin, wie die Geburt verlief und was ihr hilft, den inneren Schweinehund zu überwinden.

Frau Neuner, wie kamen Sie auf den Namen Verena Anna?

Mein Mann und ich haben eine Liste mit unseren zehn Favoriten erstellt. Verena stand bei mir ganz oben und gefiel auch meinem Mann sofort. Weil wir außerdem einen Namen mit Familien-Tradition wollten, kamen wir auf Anna, so heißt auch meine jüngere Schwester. Aber jetzt sagen eh alle Vreni zu ihr.

Wie verlief die Geburt?

Von der ersten Wehe bis zur Geburt sind 17 Stunden vergangen, 13 davon war ich im Kreißsaal. Zwischendurch waren die Schmerzen so stark, dass ich dachte: einmal und nie wieder! Am Nachmittag hatte ich eine PDA, danach ging es besser. Um acht Uhr abends kam Verena zur Welt. Jetzt denke ich mir: So schlimm war’s gar nicht!

Was hat Ihnen während der Geburt Kraft gegeben?

Mein Mann. Er hat mich beruhigt und umsorgt, mir was zu trinken oder eine Banane geholt. Auch meine Hebamme war sehr feinfühlig, ruhig und entspannt, genau das, was ich in dieser Situation gebraucht habe.

Was ist die größte Umstellung mit Kind?

Dass man mehr organisieren muss. Nach der Sportpause hatte ich zwei Jahre für mich, war viel mit dem Rad unterwegs, joggen oder habe spontan was unternommen. Aber ich vermisse diese Zeit nicht. Jetzt habe ich das Privileg, mir viel Zeit für meine Kleine nehmen zu können. Außerdem wohnen meine Mutter und Schwiegermama in der Nähe. Wir verstehen uns super und alle sind ganz verrückt nach der Kleinen.

Nimmt Ihr Mann Elternzeit?

Nein, für mich ist es gerade einfacher, zu Hause zu sein. Mein Mann ist Zimmermann und kann im Winter ohnehin wetterbedingt etwa zwei Monate daheim bleiben.

Soll Verena Anna noch ein Geschwisterchen bekommen?

Ja, denn zum Glück habe ich die Schmerzen der Geburt inzwischen vergessen. Wir wollen auf jeden Fall zwei oder drei Kinder. Ich selbst habe ja drei Geschwister. Aber vier Kinder wären mir, glaube ich, zu viel.

Haben Sie eigentlich noch Zeit für Sport?

Sport ist mir nach wie vor wichtig, aber ich lasse es langsam angehen. Die ersten Monate bin ich viel spazieren gegangen. Jetzt konzentriere ich mich auf die Rückbildungsgymnastik. Einen Babyjogger habe ich mir schon besorgt, den möchte ich demnächst ausprobieren. Aber Gott sei Dank sind die Zeiten vorbei, in denen ich einen Trainingsplan gebraucht habe.

Ihr Tipp für Mütter, die weiterhin aktiv bleiben wollen?

Wenn ich mal den Hintern nicht hochkriege, erinnere ich mich daran, wie gut meinem Kind die frische Luft tut. Das motiviert mich. Nach einem Spaziergang ist Verena viel ausgeglichener.

Update:

Am 7. November 2016 ist Magdalena Neuner zum zweiten Mal Mutter geworden. Dieses Mal hat sie einen Sohn bekommen, den sie und ihr Mann Josef nannten. 

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