Promi-Mama

Milla Jovovich: "Kinder helfen nicht dabei, die eigenen Dämonen zu besiegen"

Supermodell, Sängerin und Schauspielerin Milla Jovovich hat mit ihrem Mann Paul Anderson inzwischen drei Kinder. Das (bisher) letzte kam im Februar 2020 zur Welt. Hier spricht sie exklusiv über ihr Familienleben.

Milla Jovovich mit Ehemann Paul Anderson und den beiden ältesten Töchtern Ever Gabo und Dashiel Edan Anderson.
© Foto: 24kilos
Milla Jovovich mit Ehemann Paul Anderson und den beiden ältesten Töchtern Ever Gabo und Dashiel Edan Anderson.

Vor Russlands Angriff haben wir mit Milla über ihr Familienleben gesprochen.

Osian's Geburt in einem Satz

Wie keine andere: ganz besonders, persönlich und eine Erleichterung.

Der letzte Glücksmoment, den ihr mit euren Kindern geteilt habt ...

Nun, es ist bekannt, dass wir alle zusammen in einem Bett schlafen. Jeden Morgen so aufzuwachen und mit den Kindern zu kuscheln ist für uns selbstverständlich und gleichzeitig emotional. Das genießen wir sehr.

Abgesehen davon würde ich sagen, dass es ein toller Moment war, als Osian letztes Jahr kurz vor Weihnachten laufen lernte. Jeder bezeichnet diesen Moment als einen, in dem die Kinder – wörtlich gesprochen – ihre Füße finden. Wir Eltern ließen uns in diesem Augenblick von der Freude und Euphorie der beiden großen Mädels, Ever und Dashiel, anstecken. Allerdings fühlt sich das jetzt schon ganz schön lange her an.

Diese Eigenschaften haben deine Kinder defititiv von DIR geerbt.

Die Mädels mögen bestimmte Dinge auf eine bestimmte Art: ihre Zimmer, ihre Kleidung, ihre Haare. Ich habe ganz konkrete Vorstellungen, wie die Dinge um mich herum zu sein haben – das scheint bei ihnen genauso zu sein. Das heißt nicht, dass sie ordentlich sind, aber sie wissen auch kleine Dinge zu schätzen.

Zu Hause streitet ihr regelmäßig über ...

... Ungerechtigkeiten in der Welt. Wobei streiten wahrscheinlich das falsche Wort ist, es sind vielmehr angeregte Gespräche, in denen es darum geht, wie wir die Welt verbessern können, damit jeder bekommt, was er braucht. Das ist für uns als Familie ganz wichtig. Wir stehen für vieles ein, wenn es um Gleichberechtigung und Vielfalt geht.

Wie hat Corona euer Leben verändert?

Ich fühle seither eine tiefere Verbindung zu den Dingen, die ich seit Jahren versucht habe, in meinem Leben zu praktizieren. Ich habe besser trainiert, mein Yoga ging tiefer und sogar auf der spirituellen Ebene fühle ich, dass ich Neues erreichen konnte. Auch meine Kinder sind inzwischen in diese Welt eingetaucht.

Insgesamt war es eine Zeit, in der man intensiv nachdenken konnte über alles, was uns umgibt. In dieser Zeit, wo die Welt in diese schlimme Pandemie rutschte, ein Baby zu erwarten, gab mir ein unheimlich starkes Gefühl, mein Baby und meine anderen Kinder beschützen zu wollen – komme, was da wolle. Dieses Gefühl war intensiver, tiefer und standhafter als alle anderen Gefühle, die ich bisher kannte. Ich bin mir sicher, das geht anderen auch so.

Was wollen deine Kinder werden, wenn sie groß sind?

Unabhängig. Und angetrieben davon, positive Veränderungen bewirken zu wollen – für sich selbst und ihre eigenen Kinder.

Deine größte Herausforderung als Mutter?

Meinen Kindern die Zeit und Liebe zu geben, die sie verdienen. Ich weiß, das sagt wahrscheinlich jeder, aber es ist einfach schwierig, egal, was du tust. Manchmal fühlen sich die ganz alltäglichen Momente – Einkäufe, Strandausflüge, kurze Einschlafgeschichten – am wichtigsten an. Das sind die entscheidenden Momente und es ist meine Aufgabe als Mutter, dafür zu sorgen, dass es sie gibt.

Was hättest du gerne gewusst, bevor du Mutter wurdest?

Das Kinder nicht die Lösung sind, um alte Dinge aus der Vergangenheit hinter sich zu lassen. Dinge, die schief gelaufen sind oder die einem peinlich sind oder die man bereut.

Es gibt vieles in meiner Vergangenheit, das ich im Nachhinein lieber anders gemacht hätte. Bevor ich Ever bekam, dachte ich, ein Kind würde all das ausradieren und mich zu einem neuen Menschen machen.

In vielerlei Hinsicht habe ich mich auch verändert, aber in vielen Bereichen bin ich noch genau der Mensch, der ich vorher war. Nur etwas älter und etwas schlauer.

Auf jeden Fall muss jeder selbst die Verantwortung für sich übernehmen – unabhängig von den Kindern. Sie werden einem vieles geben, aber sie werden einen nicht von den eigenen Dämonen befreien. Das muss jeder selbst für sich tun. Sich selbst und den eigenen Kinder zuliebe.

Was würdest du Menschen raten, die (noch) keine Kinder haben?

Urlaub zu machen!

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