"Durch die Hölle zum Glück"

Tanja Szewczenko: Mit lebensgefährlicher Narbenschwangerschaft im Chemo-Zentrum

Tanja Szewczenko ist heute glückliche Dreifachmama von Tochter Jona (11) und den Zwillingen Leo und Luis (1). Doch hinter der ehemaligen Eiskunstläuferin liegen fünf Jahre unerfüllter Kinderwunsch und dramatische Fehlgeburten. All das steht in ihrem nun veröffentlichten Buch, in dem sie sehr offen über genau diese Themen schreibt – um endlich zu enttabuisieren.

Tanja Szewczenko mit ihren Zwillingen Leo und Luis im Wochenbett.
© Foto: instagram.com/tanjaszewczenko/
Tanja Szewczenko mit ihren Zwillingen Leo und Luis im Wochenbett.

Schon Besteller: Tanja Szewczenko veröffentlicht Buch über Kinderwunsch und Fehlgeburten

November 2022: Schon vor der offiziellen Veröffentlichung am 5. November ist das autobiografische Buch "Durch die Hölle zum Glück" auf der Spiegel-Bestsellerliste gelandet. Tanja Szewczenko kann ihr Glück kaum fassen, wie sie in einem aktuellen Posting auf Instagram erzählt. Die heute 45-Jährige möchte mit ihrem Buch die Themen Kinderwunschbehandlung und Fehlgeburt enttabuisieren. Denn sie weiß selbst: "Eine Kinderwunschreise isoliert extrem und macht einsam", wie sie in einem Interview mit Gala zugibt. In ihrem Buch erzählt sie von den hochdramatischen und tragischen Erlebnissen, die mit ihrem Kinderwunsch zusammenhängen. Sie hatte sogar eine sehr seltene Form einer ektopen Schwangerschaft, also außerhalb der Gebärmutter, genau an ihrer Kaiserschnittnarbe. Weil lebensbedrohliche Blutungen bei einer OP drohten, konnte diese Narbenschwangerschaft nur in einem Chemotherapie-Zentrum mit Zellgift behandelt werden. "Nun fühlte ich mich, als hätte mein Kinderwunsch mich zum Tode verurteilt" schreibt Tanja in ihrem Buch. "Gleichzeitig schämte ich mich vor den Menschen, die mit ihrer Krebserkrankung kämpften, und ich musste aufgrund meines Kinderwunsches bewusst gegen einen gesunden Körper ankämpfen." Ein hochemotionales Buch, mit dem die heutige Dreifachmama, anderen Frauen und Leidensgenossinnen eine mutmachende Stütze sein möchte.

Die Zwillinge werden bald 1!

März 2022: Kurz vor ihrem 1. Geburtstag werden die eineiigen Zwillinge Leo und Luis immer mobiler und halten ihre Mama ganz schön auf Trab. Süße Zwerge!

Jona ist immer so fürsorglich mit ihren kleinen Brüdern – das ist echte Geschwisterliebe:

Sommer 2021

Wie würdest du die Geburten deiner drei Kinder in einem Satz beschreiben?

Die Geburten waren jeweils ein wundervoller Start in eine gemeinsame Zukunft!

Was war der schönste Glücksmoment, den du zuletzt mit deinen Kindern hattest?

Als Jona gemütlich mit ihren zwei Brüdern gekuschelt hat. 

Was ist die größte Herausforderung für dich als Mama?

Dass mir derzeit eine dritte Hand fehlt ...

Was war die anstrengendste Phase, seitdem du Kinder hast?

Ich habe noch keine Phase als anstrengend empfunden, sondern eher als spannende Herausforderung, an der ich selbst wachsen kann.

Welche Eigenschaft haben deine Kinder definitiv von dir geerbt?

Kampfgeist!

Welchen Meilenstein habt ihr kürzlich zusammen gemeistert?

Unser Meilenstein: Wir sind jetzt eine kleine Großfamilie!

Luis und Leo kamen knapp sechs Wochen zu früh auf die Welt. Nun ist die Familie zu fünft und überglücklich.

Was macht ihr am allerliebsten zusammen?

Wir verbringen gern Zeit zusammen, womit auch immer.

Was ist dein Trick 17, um die Kinder dazu zu bekommen, etwas Gesundes zu essen/Hausaufgaben zu machen/schnell einzuschlafen?

Ich erkläre Jona, warum was wichtig ist und wir leben ihr das als Eltern auch vor.

Was hast du von deinen Kindern gelernt?

Ich habe gelernt, was Urvertrauen bedeutet.

Was sagt deine große Tochter über deinen Beruf?

Dass er manchmal sehr zeitaufwendig ist. 

… und was will sie selbst mal werden?

Jona möchte Grundschullehrerin und Tänzerin werden.

Ihren Traum, Tänzerin zu werden, hat sich Tanjas Tochter Jona bereits erfüllt: Im Mai 2021 gewann sie die erste Staffel von "Let's Dance Kids".

Was hältst du von Einschlafbegleitung: ja oder nein?

Ist prima, wer will schon alleine schlafen?

Das setzt Tanja mit ihren immer größer werdenden Baby-Zwillingen konsequent in die Tat um. Warum sie nach wie vor im Kinderzimmer (auf einem Luftbett) schläft, erzählt sie ihren Fans auf Instagram:

Was war das schönste Geschenk, das deine Kinder dir je gemacht haben?

Jedes Lächeln und jede Umarmung.

… und umgekehrt was war dein bestes Geschenk an sie?

Zeit.

Was liest du deinen Kindern am liebsten vor?

Schwierig, sich da festzulegen – das, was das Kind am liebsten hört.

Was sind eure drei wichtigsten Regeln zu Hause?

So richtige Regeln haben wir glaube ich nicht ...

Was ist euer Ritual, das nicht wegzudenken ist?

Viel kuscheln!

Was möchtest du auf jeden Fall mal mit deinen Kindern machen, bevor sie 18 werden?

Lachen, Zeit miteinander verbringen, Spaß haben.

Wie hat sich in der Coronazeit euer Leben verändert? Was hat das letzte Jahr mit dir gemacht?

Die Coronazeit war für uns eigentlich sehr angenehm. Wir hatten mehr Zeit zusammen und haben trotzdem gearbeitet. Homeschooling hat mir als Mutter richtig Spaß gemacht.

Was werdet ihr am nächsten Wochenende machen?

Papa arbeitet und alle anderen faulenzen. 

Was wünscht du dir für die nächste Zeit?

Dauerurlaub! (lacht)

Was rätst du allen, die noch kinderlos sind?

Jeder sollte für sich selbst entscheiden, worin er seine Erfüllung findet.

Was würdest du anders machen, wenn du noch einmal Mama werden würdest?

Nichts!

Tanja Szewczenko über ihre erste Schwangerschaft

Dieser Text stammt aus dem Jahr 2012. Die ehemalige Eiskunstläuferin erzählt von ihrer Schwangerschaft mit Tochter Jona und der Geburt. 

"Schauen Sie mal, was da so blinkt, ist das Herz." Als uns der Arzt via Ultraschall das Herz – vielmehr Herzchen – unserer Tochter Jona auf dem Monitor zeigte, brachen bei meinem Mann Norman und mir alle Dämme. Tränen schossen uns in die Augen. Wir haben Purzelbäume geschlagen vor Freude. Das hat sich Jona wohl abgeguckt. Denn unsere Kleene war während der Schwangerschaft sehr aktiv. Abends um halb zehn ging es rund in Mamas Bauch. Die Mama ließ es während der neun Monate eher ruhig angehen. Man könnte auch sagen, sie war eine faule Socke. Ja, ich weiß, Sport in der Schwangerschaft tut Mutter und Kind gut. Aber dafür hatte ich keine Zeit. Wenn man nämlich keinen blassen Schimmer hat, was nach den neun Monaten auf einen zukommt, sollte man sich informieren. Gute Vorbereitung ist alles, dachte ich mir, und habe die Zeit intensiv genutzt, um Ratgeber wälzen, mich mit Freundinnen auszutauschen, dem Erstausstattungseinkaufsrausch zu verfallen ... Aber: Man kann sich nicht auf alles vorbereiten.

Auf eine schwere Geburt zum Beispiel. Puh, war das ... lang! Dabei war ich guter Dinge, als ich ins Krankenhaus kam. Die Wehen gingen los – nach fünf Stunden kamen sie im Abstand von fünf Minuten. Demnach würden wir unsere Kleene am Nachmittag in den Armen halten. Dachten wir zumindest. Zwölf Stunden später waren wir noch immer Eltern in spe. Nach 27 Stunden war ich fertig mit der Welt und überlegte mir, es sei an der Zeit für einen Kaiserschnitt. Schluss! Aus! Vorbei! Und dann? Ein großer Freudentaumel. Die Endorphine machten den Geburtsmarathon in null komma nichts vergessen.

Und mein Mann? Der wusste sofort, was zu tun ist. Die Krankenschwester sagte zu ihm "Ich komme gleich, und zeige Ihnen, wie man Jona wickelt." Bis die da war, war Norman fertig. Mit dem Wickeln, nicht mit der Welt. Norman ist ein toller Papa. Er weiß, wie man das Kind schaukelt. Ich glaube, Jona schätzt an ihrem Vater vor allem den Humor. Mit Papa kann man soooo viel Quatsch machen. Und: soooo ausgelassen herumtoben. Ohne Action geht bei unserer Tochter nach wie vor gar nichts. Von wem sie das wohl hat?

Autorinnen: Anna Ludewig, Janine Vonderbank

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