Mobil mit Baby

Ab wann eignet sich ein Fahrrad-Kindersitz?

Endlich wieder ganz anders mobil: Unsere Redakteurin Irlana empfand es als große Entlastung, als ihr Sohn mit etwa neun Monaten groß genug für einen Fahrradkindersitz war. Wir haben Tipps für den Kauf eines Kindersitzes zusammengestellt.

Kinderfahrradsitz
© iStock/filadendron
Damit ein Kind sicher im Kinderfahrradsitz mitfährt, muss es eigenständig sitzen können.

Was war das für eine Erleichterung, als ich meinen Sohn Finn endlich im Fahrradsitz überall hin mitnehmen konnte! Schluss mit dem ewigen Kinderwagenschieben und Hineindrängen in übervolle S-Bahnen und Busse. Wir leben in der Stadt, da brauchen wir kein Auto, aber mit Baby und Kind muss man die eigene Mobilität ständig anpassen. Und dementsprechend mehr oder weniger Zeit einplanen.

Auch für Ausflüge mit der Familie sind Kindersitze eine tolle Erfindung und erweitern die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung mit Kleinkind enorm. 

Ab wann kann ein Baby in den Fahrradsitz?

Frühestens mit etwa neun Monaten, wenn die Kinder sicher alleine sitzen können und die Wirbelsäule sich schon ein wenig gefestigt hat, kommt ein Kindersitz fürs Fahrrad infrage. Ob es ein Modell für vorne oder für hinten sein soll, muss jeder selbst entscheiden. Bei mir fuhr das Kind hinten mit – für beide Varianten gibt es diverse Kinderfahrradsitze auf dem Markt. Die Hersteller raten dazu, zunächst den Kinderarzt zu befragen, wenn man ein Kind mitnehmen möchte, das jünger ist als ein Jahr.

Kinderfahrradsitz für vorne oder hinten?

Während der Fahrer das Kind bei einem Front-Sitz immer im Blick hat, ist der Nachwuchs bei dieser Variante mehr der Witterung und auch dem Fahrtwind ausgesetzt. Der Front-Sitz wird so befestigt, dass das Kind inklusive Sitz die Lenkerbewegung mitmacht. Heck-Kinderfahrradsitze kann man meist länger verwenden, da sie für ein höheres Körpergewicht zugelassen sind.

Für uns war klar, um den Kopf zu schützen, bekommt Finn ab seiner ersten Fahrradfahrt einen Helm. Übrigens: Ich selbst trage auch einen. Die Sicherheit ist mir in dem Fall wichtiger als die Optik.

Unsere Tipps, worauf du beim Fahrradsitz-Kauf achten solltest

  • Hat der Sitz eine nach hinten neigbare Rückenlehne? Das ist sinnvoll, wenn das Kind unterwegs mal ein Nickerchen macht.
  • Ist die Länge der Rückenlehne bzw. die Höhe der Kopfstütze verstellbar?
  • Verfügt der Sitz über einen verstellbaren Drei- oder Fünf-Punkt-Gurt, der sich leicht schließen lässt?
  • Lässt sich die Beinstütze der Beinlänge des Kindes anpassen?
  • Gibt es für die Sicherheit Fußschlaufen, die man um den Fuß des Kindes befestigt?
  • Ist das Sitzpolster abnehmbar und waschbar oder leicht abzuwischen?
  •  Optional: Ist der Sitz mit einem Gewicht von 22 kg belastbar? So kann der Nachwuchs auch mit fünf bis sechs Jahren noch mal im Schlepptau der Großen auf Tour gehen und man hat lange etwas von dem Sitz. Übrigens: Front-Fahrradkindersitze eignen sich meist bis zu einem Alter von etwa drei Jahren.
  • Bei Bedarf: Gibt es eine Extra-Halterung, damit der Sitz auch über dem Gepäckträger eines zweiten Rades angebracht werden kann (wenn die Eltern abwechselnd mit dem Nachwuchs auf Fahrt gehen)?
  • Ist der Sitz einigermaßen leicht und gibt es eine einfache Montage-Anleitung?
  • Last but not least: Gefällt euch das Design, die Farbwahl eures Fahrradsitz-Modells?
  • Sinnvolles Zubehör: Eine Regenabdeckung für den Sitz, wenn das Fahrrad mal draußen stehen bleibt.
  • Übrigens: Die Modelle auf dem deutschen Markt entsprechen den erforderlichen Sicherheitsnormen.
  • Es lohnt sich, auf Testsiegel wie das der Stiftung Warentest zu achten.

Dann ist irgendwann, als Finn etwa zwei Jahre alt ist, als Alternative für kurze Strecken das Laufrad dran. Hier laufe ich zunächst nebenher, zum Beispiel, wenn es zur Kita geht. Später kann ich dann auch wieder mein Fahrrad nehmen, aber wir müssen noch sehr oft stehen bleiben, weil es immer etwas Spannendes zu sehen gibt. Wenn ich also schnell irgendwohin möchte oder wir längere Strecken zurücklegen, kommt Finn wie gehabt in den Kinderfahrradsitz.

Inzwischen ist Finn sechs Jahre alt und fährt kilometerweit auf seinem eigenen Fahrrad. Zum Schwimmkurs, zu Verabredungen, zum Einkaufen. Aber manchmal, wenn er müde ist, jammert er noch seinem Fahrradkindersitz hinterher ...

Fahrrad-Kindersitz kaufen

Hier haben wir ein paar Fahrrad-Kindersitze für euch herausgesucht, die die oben genannten Kriterien erfüllen. Viel Spaß beim Shoppen!

Thule Ridealong
© amazon.de
Der Thule Baby Ridealong Fahrradsitz nimmt dank Federung die Vibrationen auf, damit das Baby ruhig und angenehm mitfahren kann. Der Sitz ist mit einer Hand in fünf Stufen kippbar, zum Beispiel, wenn das Baby hinten ein Nickerchen macht. Der Sitz ist einfach abzunehmen, wenn man ihn auch für ein zweites Fahrrad nutzen will. Er kostet etwa 140 Euro.
Der Britax Römer Jockey 3 Comfort
© amazon.de
Auch der Britax Römer Joecky 3 Comfort lässt sich mehrfach verstellen, beispielsweise die Kopfstütze, für die es neun unterschiedlich hohe Positionen gibt. Das Gurtschloss ist magnetisch. Der Sitz passt etwa ab neun Monate bis fünf Jahre (9 bis 22 kg). Er kostet ungefähr 134 Euro. 
Fischer Unisex Fahrradsitz
© amazon.de
Auch der Fischer Unisex Fahrradsitz ist selbstverständlich TÜV-geprüft. Der Dreipunkt-Sicherheitsgurt ist über die Schultergurte höhenverstellbar. Auch die Fußstützen kann man an die Größe des Kindes anpassen. Der Sitz passt für Kinder bis 22 kg. Er kostet etwa 53 Euro.
Lade weitere Inhalte ...