Babys Vornamen finden

Namenssuche: Wie finde ich den besten Namen für mein Kind?

Den perfekten Vornamen finden – geht das eigentlich? Gewusst wie: Wir zeigen, was es alles bei der Namenssuche fürs Baby zu bedenken und beachten gibt. Dazu: Tipps für Paare, die sich nicht auf einen Namen einigen können.

Die Namenssuche kann für werdende Eltern manchmal ganz schön schwierig sein.
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Die Namenssuche kann für werdende Eltern manchmal ganz schön schwierig sein.

Die Namenssuche ist – leider – so gut wie immer ein Streitpunkt. Häufig sind sich Eltern bei der Namenssuche uneinig. Dabei wollen alle eigentlich das Gleiche: Der Name soll passen. Wer will schon später im Kindergarten nach seiner Leni rufen – und gelaufen kommt ein kleines Mädchen mit Fusselhaaren? Viele Eltern wollen auch keinen Namen, der überall vorkommt. Sonst rennen einem womöglich jedes Mal drei aufgeregte Jungs entgegen, wenn der Sportlehrer verkündet, dass Tims Mama da ist. Zu ausgefallen sollte er aber auch nicht sein. Tiberio und Tamsin sind sicher außergewöhnliche und schöne Vornamen, aber zumindest bei Tamsin stellt sich die Frage, ob es sich dabei um einen Jungen oder ein Mädchen handelt. Und wer seinen kleinen Schatz Oleander tauft, kann sicher sein, dass es spätestens in der Schule zu einigen Hänseleien kommt. 

Ein Vorname darf außerdem keine schlechten Erinnerungen wecken. Josephine? Hieß so nicht die dumme Nuss, die damals jede Zigarette auf dem Schulklo petzte? Frauke? Ist das nicht mehr ein Schimpfwort als ein schöner Vorname? Bei Mandy, Jaqueline oder Chantal sind sich allerdings (fast) alle einig: Laut einer Studie der Universität Oldenburg aus dem Jahr 2009 trauen Grundschullehrer Kindern mit diesen Namen weniger zu. Heißen die Kinder jedoch Emma, Nele oder Marie, werden sie von den Lehrern als leistungsstark und freundlich eingestuft. Die Rangliste der unbeliebtesten Namen aber führt Kevin an. Wer so heißt, gilt – nicht nur bei Grundschullehrern – als verhaltensauffällig.

Die rechtlichen Vorgaben bei der Namenssuche

Kinder müssen spätestens einen Monat nach der Geburt unter einem Namen bei der örtlichen Anmeldebehörde gemeldet sein. Damit der Vorname bis zur Geburt feststeht, sollten Eltern rechtzeitig gemeinsam mit der Suche beginnen – sofern sie nicht alleinerziehend sein werden. Noch ist ja genügend Zeit, sich auszutauschen. Da heute in den meisten Fällen das Geschlecht bereits in der Schwangerschaft festgestellt und bekanntgegeben wird, vereinfacht das die Auswahl in der Hinsicht, dass sie nur einen Jungennamen ODER Mädchennamen suchen müssen. 

Das letzte Wort hat das Standesamt

Ein Vorname muss drei Bedingungen erfüllen, damit das Standesamt einverstanden ist:

  1. Er muss klar als Vorname erkennbar sein. Also scheiden etwa geographische Bezeichnungen („Brooklyn“) oder Adelstitel wie Prinzessin aus.
  2. Er muss eindeutig weiblich oder männlich sein. Bei Uli zum Beispiel ist nicht klar, ob er/sie ein Mädchen oder ein Junge ist. Da muss zumindest ein zweiter, eindeutiger Vorname her.
  3. Der Name darf dem Kind nicht schaden. Diese Regelung soll ihm Hänseleien ersparen, denen ein Mädchen namens Gift vermutlich ausgesetzt wäre.

Kriterien zur Namenssuche

Wer keinerlei Ideen für den richtigen Namen hat, kann anhand verschiedener Kriterien für sich selbst aufschreiben, was wichtig oder unwichtig ist. Diese Fragen und Tipps helfen bei der Namensfindung.

  • Wie gefällt dir dein eigener Vorname? Was daran stört dich, was gefällt dir gut? 
  • Vorname und Nachname sollten zusammenpassen und sich nicht reimen oder in Kombination Anlass zu Hänseleien geben.
  • Wenn der Nachname mit einem Vokal beginnt, sollte der Vorname möglichst nicht auf einen Vokal enden.
  • Vermeide lange Vornamen, wenn der Nachname schon mehrsilbig ist.
  • Möchte ich einen deutschen oder internationalen Namen?
  • Falls international: Kläre, was der Name in anderen Sprachen bedeuten kann.
  • Soll es ein kurzer oder langer Vorname sein, altmodisch oder modern, ausgefallen oder geläufig?
  • Stört es mich, wenn mein Kind später viele Namenszwillinge hat?
  • Passt der Name nicht nur für ein Kind, sondern auch für einen Erwachsenen?
  • Wenn ihr euch partout nicht einigen könnt, fertigt eine Liste mit zehn Favoriten an und sucht nach Übereinstimmungen und Kompromissen.
  • Vielleicht möchtet ihr der Tradition folgen, dass ein Kind nach einem Elternteil, nach einer Oma oder nach einem Opa benannt wird?

Neben den herkömmlichen Namensbüchern tummeln sich im Internet Namensgeneratoren, die nach Kriterien wie Herkunft, Länge, Einzel- oder Doppelname, zum Nachnamen passend etc. verschiedene Namensvorschläge ausspucken. Auf www.beliebte-vornamen.de findet ihr z. B. die Hitlisten der letzten Jahrzehnte.

Hilfe, wir können uns nicht auf einen Namen einigen – was tun?

Doch was, wenn die Eltern sich nicht auf einen Namen einigen können? Was für einige Paare mit Freude und Spaß verbunden ist, führt für andere durchaus zu Stress und Ehestreit. Die Namenssuche kann frustrieren, keine Frage: Da hat der eine endlich einen Namen gefunden, der ihm gefällt und dann wird dieser sofort vom Partner aus dem Rennen geworfen. Die schlechte Nachricht: Eltern können sich mit der Namenssuche nur begrenzt Zeit lassen (siehe oben). Doch zu große Kompromisse eingehen? Das nimmt nicht jeder in Kauf.

Im Notfall wird es ein Doppelname

Können sich die Eltern nicht auf einen gemeinsamen Vornamen einigen, bleibt immer noch die Chance auf einen Doppelnamen. So kann jeder seinen Favoriten ins Rennen schicken. Ein weiterer Vorteil dabei: Ist das Kind größer, kann es sich für einen der beiden Namen entscheiden oder behält den Bindestrich-Namen bei. Und dann wird aus Tamsin ganz schnell eine Tamsin-Sophie – und auch die Frage nach dem Geschlecht des Kindes ist ruckzuck geklärt.

Bei der Wahl eines Doppelnamens gibt es drei Möglichkeiten:

  • mit Bindestrich
  • ohne Bindestrich
  • als zusammengezogenen Namen (wie etwa Marianne)

​Letztere Variante gilt allerdings nicht als echter Doppelname, sondern wird als eigenständiger Name angesehen. Doppelnamen mit Bindestrich (z. B. Anna-Lena) gelten rechtlich als ein Rufname. Also lieber nur kurze Namen verbinden. Die meisten Standesämter erlauben übrigens nicht mehr als fünf Vornamen. Unter diesen kann das Kind sich später selbst für einen Rufnamen entscheiden. Offizielle Dokumente müssen allerdings mit sämtlichen Vornamen unterschrieben werden – und zwar in der richtigen Reihenfolge. Das kann ganz schön mühsam werden! 

Warum so viele Eltern den Namen bis zur Geburt geheim halten

Ihr seid euch einig geworden? Glückwunsch! Dann stellt sich jetzt nur noch die Frage, ob ihr Familie und Freunde bereits vor der Geburt in eure Entscheidung einweihen wollt. Spätestens, wenn das Babybäuchlein zu sehen ist, wird die Mami in spe nämlich von allen Seiten gefragt: "Wisst ihr schon, was es wird? Und wie soll das Kleine denn heißen?" Gibt man den Namen vor der Geburt preis, kann es passieren, dass man zu hören bekommt: "Wir hatten mal eine Sabrina in der Klasse, das war eine echte Zicke." Überlegt euch also gut, ob ihr euch all diese Anekdoten wirklich anhören wollt ...

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