Neuer Lebensabschnitt

So verändern sich Freundschaften durch ein Baby

Wer ein Baby bekommt, dessen Leben wird gehörig auf den Kopf gestellt. Doch dass die Minis auch unsere Freundschaften beeinflussen können, nun, damit haben Eltern im ersten Moment vielleicht nicht gerechnet. Vor allem solche Freundschaften mit Leuten ohne Kinder(wunsch) sind betroffen.

© iStock/Morsa Images
Wenn Babys und Kinder ins Spiel kommen, kann sich das stark auf Freundschaften auswirken.

Ich habe Freunde mit Kindern (in der Überzahl). Und auch ein paar ohne. Und ich genieße die Gesellschaft von beiden sehr. Es kann – meiner Meinung nach – nämlich auch mal extrem guttun, ausnahmsweise mal nicht die ganze Zeit über Kinderthemen zu quatschen. Doch ich habe etwas beobachtet, seitdem ich Mama geworden bin. Einige Freunde weisen in Einladungen – sei es zum Brunch oder der Geburtstagsfeier –  explizit darauf hin, Kinder doch (wenn möglich) zu Hause zu lassen – und sind über kleine Anhängsel nicht immer hocherfreut. Für mich ist das im Prinzip völlig fein, doch es ist eben nicht immer möglich, ohne Kind zu erscheinen. Ja, auch ich habe gemerkt, wie ein Baby bzw. Kind Freundschaften verändern kann. Es folgen ein paar Beispiele, die auch ihr vielleicht kennt?!

Spontane Verabredungen? Planung ist ALLES!

Ich liebe es, spontan zu sein. Doch mit Kind ist das leider nicht immer machbar. Der Alltag ist schon sehr durchgetaktet und kurzfristige Einladungen oder Treffen sind erst mal nicht mehr drin. Freunde müssen sich vielmehr etwas nach dem Zeitplan des Babys richten. Das kann einige Leute ziemlich nerven. Und diese Abhängigkeit kann auch mal auf Unverständnis stoßen. Die Terminfindung kann mit Kind also durchaus mit viel Hin und Her verbunden sein. Ein Termin, der wirklich allen passt? Glaubt mir, irgendwann findet ihr ihn schon. Akzeptiert einfach, dass eine gute Planung nun das A und O ist. Und am Ende könnt ihr dennoch die Zeit mit euren Lieblingsmenschen genießen. 

Eltern feiern Pünktlichkeit

Ich glaube, jeder hat sie. Diese Freunde, die man von vornherein eine Stunde früher einlädt, weil sie einfach immer zu spät eintrudeln. Mit Baby kann das aber mal gewaltig nach hinten losgehen. Vor allem frischgebackene Eltern sind meistens genervt davon, wenn Gäste eine Stunde zu spät eintreffen. Denn in der Regel wählen Mama und Papa die Besuchszeit mit Bedacht. Wenn es dann deutlich später an der Tür klingelt als gedacht, liegt das Baby vielleicht gerade wieder im Bett und schlummert. Oder wird gerade gefüttert. Oder ist einfach schlecht drauf. Hier hilft ein kleiner Hinweis allen Seiten weiter!

Erinnerungen an alte Zeiten

Vermutlich trauern Eltern auch ab und an ihren alten Freundschaften hinterher. Keine Seltenheit! Denn spontane Treffen in der Lieblingsbar, Kurztrips mit der besten Freundin, ellenlange Telefonate und TV-Abends mit Vino-Flatrate sind erst mal nur schwer realisierbar. Es ist total normal, wenn euch das traurig macht. Aber: Diese Zeiten kommen wieder. 

Beide Seiten haben mit dieser Veränderung zu kämpfen. Es kann auch sein, dass es erst mal ein bisschen komisch zwischen Freunden läuft, wenn das Kind da ist. Gebt euch Zeit. Ihr werden neue Lieblingsdinge finden – und auch alte Rituale wiederbeleben können. Denn durch ein Baby werden Eltern keineswegs zu spaßbefreiten Zombies. 

Freunde, die auch Kinder haben

In manchen Situationen wünscht man sich einfach Freunde mit Kindern. Menschen, die all deine Sorgen und Ängste verstehen können. Und die nicht die Augen verdrehen, wenn man fast vor Freude platzt, wenn das Baby nach fünf Tagen das erste Mal wieder Kacki gemacht hat. Guter Nebeneffekt: So erspart man seinen anderen Freunden (ohne Kinder) Gespräche über Windelinhalte, Kotzattacken und Zahnungsschmerzen. Win-win. 

Freunde treffen – andere Zeit, anderer Ort

Auch ich habe mich in der ersten Zeit mit Baby am sichersten zu Hause oder im näheren Umkreis gefühlt. Die Gründe dafür können verschieden sein. Die einen stillen lieber daheim, die anderen haben ein Baby, das im Auto sofort in Tränen ausbricht. Oder, oder, oder. Eigentlich auch total egal. Eure Treffen werden sich etwas verändern (müssen) und anders aussehen. Zum Beispiel nachmittags im Café ums Eck und mit Baby auf dem Arm. Oder im Park zum Picknick. Oder eben zu Hause auf dem Sofa. Irgendwann kommen auch wieder andere Zeiten und die Abenteuerlust kehrt zurück. Und auch wenn nicht: Das ist völlig okay so. Ihr findet als Freunde sicherlich auch neue, baby- und kinderfreundliche Lieblings-Treffpunkte.

Echte Freunde werden weniger

Durch ein Baby erkennt man leichter, wer zu den "wahren" Freunden zählt und wer vielleicht eher zu den Bekannten. Nach und nach merkt man, wer sich wirklich für eure kleine neue Familie interessiert und wer davon nur genervt ist. Und by the way: Wahre Freunde müssen dabei nicht immer selbst Kinder haben. Sie werden dann zu richtigen Familienmitgliedern oder auch zum Beispiel zur Patentante oder zum Patenonkel. Doch nicht alle Freundschaften überstehen eine solch einschneidende neue Lebensphase. Manche Freundschaften kosten dann einfach mehr Mühe und Kraft – und die Treffen werden immer weniger, genauso wie die Gesprächsthemen.

Wichtig: Verabredungen auch mal ohne Baby

Es tut Freundschaften sehr gut, wenn ihr euch auch mal ohne Babys trefft. Wenn es also geht, versucht doch mal, jemand anderen aufpassen zu lassen. Und wenn es nur für ein bis zwei Stunden ist. Ein Café oder ein Mittagessen mit Freunden kann euch so viel geben. Es kann nämlich durchaus ziemlich schwerfallen, sich mit Baby auf dem Schoß und Geschrei im Ohr vollends auf das laufende Gespräch zu konzentrieren. 

Freundschaften wachsen lassen

Veränderungen sind nicht immer schlecht. Sie sind sogar gut und wichtig. Und wir wachsen an ihnen. Was sich im ersten Moment vielleicht komisch anfühlt, das lernt man im Laufe der Zeit zu schätzen. Auch eure Freunde werden es tun. Denn wahre Freunde freuen sich darüber, dass ihr auch solche Phasen gemeinsam durchlebt – und daran gemeinsam wachst.

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