Mit Pestiziden belastet

Bitte gebt euren Kindern keine Banane mit Schale!

Bananen sind gesund und machen satt. Was viele Eltern aber nicht wissen: Die Schale ist häufig mit Pestiziden belastet und gehört daher nicht in Kinderhände!

Sieht süß aus: Aber Kinder sollten Bananen nicht mit Schale bekommen.
© Foto: Getty Images/EyeWolf
Sieht süß aus: Aber Kinder sollten Bananen nicht mit Schale bekommen.

Mein knapp fünfjähriger Sohn liebt Bananen – wie vermutlich fast alle Kinder! Ob als Smoothie, tiefgefroren als Bananeneis, geschnitten mit einem Klacks Nutella drauf oder einfach zwischendurch als Snack. Besonders gerne mag er es, wenn wir die Schale nur ein wenig pellen und ihm die Banane dann so in die Hand geben. "Affenlolli" nennt er das. Und um ganz ehrlich zu sein, habe ich mir bislang auch überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, dass das gesundsheitsschädigend sein könnte ...

Bananen sind mit Pestiziden und Fungiziden belastet

Abr was man beim Anblick der schön gelben Bananen nicht bedenkt: Sie werden in tropischen Gefilden in reiner Monokultur angebaut – ein Paradies für Schädlinge! Dementsprechend werden sie beim Heranwachsen mit Pestiziden besprüht und zudem beim Transport mit Fungiziden behandelt, damit sie nicht frühzeitig zu faulen beginnen. Ein ganz schöner Chemie-Cocktail, der dann auf den Bananenschalen haftet!

Tests zufolge dringen diese Pestizide und Fungizide nicht durch die Schale hindurch – der Verzehr ist also zum Glück unbedenklich. Problematisch ist es aber, dass wir die Banane beim Zubereiten beziehungsweise Schälen zuvor mit den Händen anfassen. So kann es eben doch passieren, dass die Anti-Schädlingsmittel in den Körper gelangen, wenn wir uns beispielweise die Finger ablecken. Und wer tut das besonders gerne? Genau – Kinder! 

Pestizide und Fungizide stehen unter Verdacht krebserrengend zu sein, wenn sie in größeren Mengen vom Körper aufgenommen werden. "Bei herkömmlicher Ware ist es ratsam, nach dem Schälen unbedingt die Hände zu waschen", rät Sabine Hülsmann, Ernährungsexpertin von der Verbraucherzentrale Bayern. "Kindern sollte man ausschließlich die geschälten Früchte in die Hand geben." Oder eben Bio-Bananen kaufen, die nicht mit Pestiziden behandelt wurden.

Achtung auch bei Äpfeln und Avocados!

Aber nicht nur Bananen werden mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, auch Äpfel, Birnen, Avocados, Melonen und Zitrusfrüchte sind davon betroffen. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung seid ihr mit dem Schälen von Früchten und Obst auf der sicheren Seite. Blöd nur, dass in der Schale häufig die meisten Vitamine sitzen – bei Äpfeln beispielsweise bis zu 70 Prozent. Wenn ihr die Schale also mitessen möchtet, solltet ihr die Lebensmittel gründlich unter laufendem Wasser abspülen und anschließend mit einem sauberen Küchenhandtuch trocken reiben. Und selbst, wenn ihr die Schale nur entfernen wollt, bitte vorab gründlich waschen, denn selbst beim Schneiden oder Zerteilen können Schadstoffe ins Fruchtfleisch gelangen. 

Übrigens entfernen heißes Wasser oder gar Spüli Pestizide nicht besser. Die einzig wirklich wirksame Methode lautet Backnatron (Natriumhydrogencarbonat), das ihr im Supermarkt oder der Drogerie bekommt. Nichts entfernt Schadstoffe besser als ein 15-minütiges Bad in einer einprozentigen Lösung aus Wasser und Backnatron. Wenn euch das zu aufwendig ist, solltet ihr am besten zu Bio-Obst und Früchten.

Auch bei uns zu Hause gibt es seit meinem Wissen um die Pestizid-belasteten Bananen nur noch Bio-"Affenlollis". 

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