Alles eine Phase

Warum-Fragen: Die besten Antworten

Jeder, der schon mal ein Kleinkind hatte, kennt das: die Warum-Phase. Endlose Fragen mit "Warum". Es ist ja schön, wenn die lieben Kleinen wissbegierig sind, aber das pausenlose Gefrage kann im falschen Moment auch mal anstrengend werden. Wir haben für euch die besten Antworten zusammengestellt.

In einer bestimmten Phase lieben es Kinder, die Eltern mit Warum-Fragen zu löchern.
© Foto: iStock/CiydemImages
In einer bestimmten Phase lieben es Kinder, die Eltern mit Warum-Fragen zu löchern.

Auch wenn sie als der Klassiker der Warum-Fragen gehandelt wird, stellt sie vermutlich kaum ein Kind: "Warum ist die Banane krumm?" Doch beim Stellen von Warum-Fragen sind Kinder die größten und kreativsten Erfinder: "Warum ist Feuer heiß", "Warum ist die Qualle glibberig?", "Warum sitzt der Mann im Rollstuhl?", "Warum hat die Frau so einen großen Po?", "Warum habt ihr nur ein Kind?" Was für uns Erwachsene schon mal unangenehm werden kann, ist für Kinder schlicht und einfach die natürlichste und ehrliche Art, sich ihre Umgebung zu erschließen und zu beginnen, die Welt zu verstehen. 

Warum, warum, warum – Kinder sind unermüdlich, und das ist gut so

Ungefähr mit Beginn des dritten Lebensjahres, also mit zwei Jahren, kommen die meisten Kinder in die wohl bei allen Eltern (nicht) so beliebte "Warum-Phase". Diese Phase hält – unterschiedlich ausgeprägt – etwa zwei Jahre an, bis die Kinder vier sind. Kinder sind von Natur aus neugierig und wissbegierig. Sie stellen diese Warum- und anderen Fragen, weil sie mehr über die Beziehung zwischen Menschen, Dingen und Geschehnissen erfahren wollen. Die Antworten helfen ihnen, Bezüge herzustellen und Dinge einzuordnen. Da dies für die kindliche Entwicklung wichtig ist, ist unser Nachwuchs darauf angewiesen, dass wir ihnen angemessen antworten.

Doch was heißt angemessen? Im Idealfall gehen wir genau auf die Frage ein und beantworten sie in altersgerechten Worten und ohne zu sehr auszuschweifen. Es ist allerdings manchmal sogar eine bessere Idee, dem Kind zu helfen, selbst eine Antwort zu finden. Denn damit bremsen wir weniger seine Neugier und animieren es stattdessen dazu, selbst weiterzudenken. Hier ist es mitunter sinnvoll, eine Gegenfrage zu stellen, die das Kind motiviert. Fragt das Kind zum Beispiel "Warum ist das ein Gänseblümchen?" könnt ihr zurückfragen: "Warum glaubst du, dass diese Blume ein Gänseblümchen ist?" Das sorgt dafür, dass das Kind etwa überlegt, woran es ein Gänseblümchen erkennt und was es von anderen Blumen unterscheidet.

Geduldig bleiben

Ganz nebenbei verstärken wir übrigens unsere gute Beziehung zu unserem Kind, wenn wir ihm mit einem warmen und unterstützenden Tonfall signalisieren, dass es bei uns gut aufgehoben ist, jederzeit zu uns kommen und über alles mit uns sprechen kann. Reagieren wir hingegen ständig frustriert oder verärgert, kann es auf die Dauer passieren, dass sich das Kind verschließt. Dennoch gibt es im Alltag natürlich Situationen, in denen wir nicht immer die Zeit haben oder in der Lage sind, ganz geduldig mit unserem Kind zu kommunizieren. Hier einige Möglichkeiten, wie ihr auf Warum-Fragen reagieren könnt:

Auf Warum-Fragen reagieren

  • Wie oben bereits erwähnt, stellt eine Gegenfrage: Wenn das Kind fragt, warum die Bäume die Blätter verlieren, fragt doch zurück, was es glaubt, warum die Bäume die Blätter abwerfen. Oft kommen Kinder mit erstaunlichen Antworten um die Ecke.
  • Lasst aus einer Frage eine Unterhaltung erwachsen: Wenn das Kind fragt, warum der Apfel grün ist, sprecht doch darüber, welche unterschiedlichen Farben Äpfel haben können, wie sie sich anfühlen, wie sie schmecken und ob sich euer Kind beispielsweise daran erinnert, wie ihr letztes Jahr in Omas Garten Äpfel gepflückt habt.
  • Sagen, dass ihr die Antwort nicht wisst und sie später (gemeinsam) googeln. Ja, auch das ist in Ordnung. Denn auch wenn es noch so schön ist, als allwissend angesehen zu werden, können wir schon mal ins Schleudern geraten bei den vielen Fragen, die Kinder stellen. Es ist völlig klar, dass auch wir nicht auf alles eine Antwort parat haben. Wenn ihr die Antwort nicht wisst, sagt das ruhig: "Gute Frage, das weiß ich auch nicht. Komm, wir schreiben das auf und finden es später heraus." Damit zeigt ihr eurem Kind, wie man sich selbst hilft und dass man eigenmächtig Dinge herausfinden kann.
  • Ganz selten "erlaubt": Das Kind zum anderen Elternteil schicken: "Warum fragst du nicht Mama/Papa?" Aber Achtung: Euer Partner wird diese Option dann möglicherweise auch einsetzen.
  • Macht für euch selbst ein Spiel daraus. Versucht doch einfach nur so zum Spaß einmal, die Warum-Fragen eures Sprösslings zu zählen. Und auch zu zählen, auf wie viele Fragen ihr eine Antwort wisst ...
  • Das Thema wechseln. Wenn ihr irgendwann wirklich absolut genug habt von zahllosen aneinandergereihten Fragen, die sich um ein und dasselbe Thema drehen, könnt ihr auch einfach mal ein anderes Thema vorschlagen oder euer Kind ablenken. Meistens lässt es sich zufrieden darauf ein, solange es eure Aufmerksamkeit hat. Denn oft geht es genau darum.
  • Sagt, was man niemals sagen sollte: "Weil ich das sage." Diese Antwort ist wirklich nur in absoluten Ausnahmefällen zu verwenden. Nämlich dann, wenn es um Sicherheit geht und schnell gehen muss oder ihr wirklich nervlich mal total am Ende seid und euch einfach nicht anders zu helfen wisst. Alternativ könnt ihr, wenn euer Kind etwas tun soll und die Warum-Frage stellt, sagen: "Weil es mir wichtig ist."

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