Zähneputzen

Ist eine elektrische Zahnbürste für Kinder sinnvoll?

Elektrische Zahnbürsten haben den Ruf, Zähne gründlicher zu reinigen als Handzahnbürsten. Deshalb erwägen auch viele Eltern, eine elektrische Kinderzahnbürste zu nutzen. Eine gute Idee? Wir haben beim Bundesverband der Kinderzahnärzte nachgefragt.

Elektrische Zahnbürsten können den Spaß am Putzen erhöhen.
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Elektrische Zahnbürsten können den Spaß am Putzen erhöhen.

"Zähne sollen ab dem ersten Milchzahn geputzt werden. Das geht aber nicht mit einer elektrischen Zahnbürste, denn Babys sind sensibel. Das Geräusch bzw. die Vibration einer elektrischen Zahnbürste kann ein Kleinkind bereits völlig überfordern", sagt Johanna Kant, die Vorsitzende des Bundesverbandes der Kinderzahnärzte (BuKiZ). Zahnärzte und Hersteller sind sich einig, dass eine elektrische Zahnbürste nicht in Kinder- sondern in Elternhände gehört. Wann der Zeitpunkt gekommen ist, mit einer elektrischen Bürste nachzuputzen, hängt vom Geschick der Eltern ab. Und davon, ob ein Kind die Zahnbürste akzeptiert. Nötig ist es nicht.

Eltern sollten für die ersten Milchzähne eine Kinderzahnbürste mit kurzen, sehr weichen Borsten und eine reiskorngroße Menge Kinderzahnpasta mit 1000 ppm Fluorid verwenden. Nach dem zweiten Geburtstag darf es morgens nach dem Frühstück und abends nach dem Abendessen eine erbsengroße Menge Kinderzahnpasta sein. Als Faustregel sollte die Portion so groß sein wie der Nagel des kleinen Fingers des Kindes, empfiehlt der Verband auf seiner Homepage. Weitere Informationen zur individuellen Dosierung gibt es in den Kinderarzt- und Zahnarztpraxen.

Elektrische Zahnbürsten als Motivation für Kinder

Sind elektrische Zahnbürsten denn generell für Kinder geeignet? "Als Motivationshilfe können sie genutzt werden, da tut es allerdings auch oft eine schöne bunte neue Handzahnbürste*", meint Kinderzahnärztin Johanna Kant.

Eltern können sowohl mit einer Hand- wie auch mit einer elektrischen Bürste* nachputzen, wenn die richtige Technik angewandt wird. Die Handzahnbürste muss aktiv bewegt werden und die elektrische braucht eine gewisse Standzeit am Zahn. Diese Einsatztechniken gelten auch für ältere Kinder, die alleine putzen. "Generell sind Eltern bis etwa zum achten Geburtstag ihrer Kinder für das Putzen zuständig", ordnet Kant den zeitlichen (Putz-)Rahmen ein. "Auch bei älteren Kindern sollte aber noch regelmäßig geschaut werden, ob die Zähne sauber sind", so die Kinderzahnärztin.

Kinder sollten Zähneputzen mit der Handzahnbürste lernen

Sollten Kinder das Putzen also erst manuell lernen, bevor elektrisch geputzt wird? "Besser ist es", sagt die BuKiZ-Vorsitzende. Denn die Handzahnbürste wird ab dem ersten Milchzahn genutzt und ist dem Kind somit vertraut. Bis zum dritten Lebensjahr kauen die Minis auf den Bürsten zudem mehr herum, als dass sie putzen. Der BuKiZ empfiehlt deshalb, zwei Bürsten pro Kind im Bad zu haben: eine zum Putzen durch die Eltern und eine zum selbst Ausprobieren und Spielen für das Kind. Die Bürsten sollten dem Zustand entsprechend ausgetauscht werden, aber allerspätestens nach drei Monaten.

Beginnt das Kind ab einem Alter von etwa drei Jahren, seine Zähne selbst putzen zu wollen, geht es dabei mehr um das Üben als um die Reinigung der Zähne.

Elektrische Kinderzahnbürsten putzen nicht gründlicher

"Die elektrische Bürste putzt nicht grundsätzlich besser als die Handzahnbürste. Die Handzahnbürste übt zudem die Feinmotorik. Es ist die richtige Handhabung, auf die es ankommt", verdeutlicht Johanna Kant die Empfehlung zur Handzahnbürste für Kinder. Sie erklärt: "Die Putztechnik ist bei der elektrischen Zahnbürste eine andere als mit der Handzahnbürste. Wie anders, wird in der Zahnarztpraxis gerne gezeigt. Der Mensch, der die Zahnbürste hält, ist der ausschlaggebende Faktor."

Ab wann können Kinder selbst eine elektrische Zahnbürste nutzen?

"Wenn sie die richtige Zahnputztechnik gelernt haben", sagt Kant. Das ist in der Regel erst im Alter von mindestens acht Jahren der Fall. Vorher sollte sie nur als Zusatz und wenn überhaupt von den Eltern für das Nachputzen verwendet werden. Wird eine elektrische Kinderzahnbürste verwendet, muss auch hier der Putzkopf regelmäßig ausgetauscht werden. Für welches Modell sich Eltern und Kinder entscheiden, hat laut Kant keinen großen Einfluss auf die Sauberkeit der Zähne: "Studien zeigen keine großen Unterschiede in der Reinigungsleistung. Nicht einmal zwischen Handzahnbürste, elektrischer Zahnbürste und Schallzahnbürste. Wie gesagt: Es kommt auf den Menschen an, der die Bürste hält, nicht auf die Bürste."

Ihrer Erfahrung nach könne eine App, wie einige Modelle sie haben, eine Motivationshilfe beim Putzen darstellen. Ein Timer und ein Drucksensor seien zudem sicherlich hilfreich. Als Faustregel gilt: Bei einem vollständigen Gebiss dauert das Putzen der Zähne rund zwei Minuten. Der Andrucksensor schützt vor Verletzungen des Zahnfleisches.

Autorin: Merle von Kuczkowski

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