Kleines Chemie-Experiment

Luftballon ohne Helium aufblasen: Was für ein cooler Trick!

Eine EILMELDUNG an alle kleinen und großen Ballon-Fans: Es besteht eine akute Helium-Knappheit. Doch es gibt einen super Lifehack, mit dem ihr Luftballons ganz einfach ohne Helium aufblasen könnt.

Luftballons sind bei Kindern immer der Renner – ob bei Babys, Kleinkindern oder Schulkindern.
© Foto: iStock/StockPlanets
Luftballons sind bei Kindern immer der Renner – ob bei Babys, Kleinkindern oder Schulkindern.

Erst vor ein paar Tagen ist mir etwas Schlimmes passiert. Mein Sohn hatte Geburtstag und ich stand voller Elan auf unserer Terrasse. Mit reichlich Luftballons und einer (viel zu teuren) Heliumflasche bewaffnet. Motiviert fing ich an, die bunten Ballons mit Helium zu befüllen. Doch nach nur zwei (!) Stück gab die Flasche den Geist auf. Nichts ging mehr. Nada, niente! Wohl ein Produktionsfehler. Und ich hatte noch nicht einmal den tollen großen Trecker-Ballon aufgeblasen. Schöner Mist! Hätte ich doch nur von diesem Hack vorher gewusst …

Luftballon ohne Helium aufpusten – das Material

Helium wird derzeit immer knapper (mehr dazu weiter unten). Wenn ihr keines mehr ergattern konntet, dann lasst es doch einfach weg! Ja, richtig gehört. Auch wenn die Ballons hinterher nicht fliegen können: Der folgende Trick ist ein richtig tolles Experiment (mit Aha-Effekt) für kleine Brau-Künstler – und am Ende wahrscheinlich viel cooler als ein fliegender Ballon.

Alles, was ihr dafür braucht:

So pustet ihr einen Luftballon ohne Helium auf – ohne zu pusten!

Wahrscheinlich habt ihr sowieso alle nötigen Materialien schnell zur Hand, oder? Prima. Auch das Prozedere ist denkbar einfach. Aufgepasst, so funktioniert der Luftballon-Trick:

  1. Den Essig vorsichtig mit einem der zwei Trichter in die leere Plastikflasche füllen.
  2. Nun stülpt ihr einen Luftballon über den Hals des anderen Trichters.
  3. Befüllt den Luftballon, der im Trichter steckt, zur Hälfte mit Backpulver.
  4. Jetzt nehmt ihr den Ballon wieder vom Trichter und stülpt ihn über den Flaschenhals. Wichtig: Das Überstülpen muss schnell gehen, sonst tritt Backpulver aus.
  5. Den Ballon am Flaschenhals festhalten – das große Sprudeln beginnt, sobald das Backpulver aus dem Ballon in den Essig rieselt! Es kommt zu einer chemischen Reaktion, bei der Kohlenstoffdioxid entsteht.
  6. Der Luftballon bläst sich ganz von alleine auf. Nicht loslassen!
  7. Erst wenn sich ganze Backpulver in der Flasche befindet und der Ballon vollständig aufgeblasen ist, könnt ihr ihn vorsichtig abnehmen und zuknoten.

Hier könnt ihr euch das Ganze nochmal genau in einem Video anschauen:

Trick hilft den Kleinen beim Aufpusten der Ballons

Luftballon aufpusten – das ist als Mini gar nicht so leicht. Mit diesem Lifehack können aber auch schon kleinere Kinder die Ballons selbst "aufpusten". Das Beste: Quasi nebenbei entsteht noch ein Lerneffekt (chemische Reaktionen). Nun, und ohne große Augen sowie verdutzte Gesichter geht das Experiment natürlich auch nicht vonstatten. Ist ja auch ziemlich aufregend! Mal ehrlich: Brauchen wir da überhaupt noch Helium und fliegende Ballons? So ist es doch viel spannender …

Wichtig: Bleibt immer an der Seite eurer Kleinen! Denn Luftballons können für Kleinkinder durchaus ein Risiko sein.

Krise: Helium wird immer knapper!

Ja, nicht nur Diesel oder Sonnenblumenöl sind teurer geworden: auch Helium ist betroffen. Der Preis für das Edelgas hat sich in den letzten Monaten verdoppelt! Und die Nachfrage ist höher als das Angebot. Experten warnen sogar vor einer Helium-Krise. Das Angebot sei einfach zu niedrig, so niedrig war es seit fast 20 Jahren nicht mehr. Die Auswirkungen merken wir nicht nur beim eher unwichtigen Luftballon-Thema. Die akute Helium-Verknappung trifft besonders Wissenschaftler, die für wichtige Experimente flüssiges Helium als Kühlmittel benötigen. Oder Mediziner, die auf Helium in Bezug auf ihren Magnetresonanztomografen (MRT) angewiesen sind. Darin wird das Edelgas nämlich beim Kühlen der supraleitenden Magnete eingesetzt.

Warum ist Helium knapper denn je? Schuld an den Lieferengpässen sind mehrere unglückliche Faktoren:

  • Aufgrund eines Lecks musste die wichtige Anlage "Cliffside Crude Helium Enrichment Plant" (Texas, USA) zur Heliumproduktion abgeschaltet werden.
  • Nach einer Explosion fiel auch die Helium-Anlage "Amur" in Russland aus.
  • Es gibt zwar bislang keine westlichen Sanktionen gegen den Import von russischem Helium, doch es bleibt fraglich, ob wir mittelfristig tatsächlich mit Helium-Lieferungen aus Russland rechnen können.
  • In Qatar sind zwei von drei Anlagen zur Heliumproduktion aufgrund von Wartungsarbeiten außer Betrieb.

Leider können sich nur Privatpersonen mit ihren Luftballons anderweitig behelfen, denn Helium lässt sich nicht chemisch aus anderen Stoffen herstellen.

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