Was tun bei Harnwegsinfekten

Blasenentzündung in der Schwangerschaft: Das hilft!

Viele Frauen leiden in der Schwangerschaft an einer Blasenentzündung. Was gegen die Symptome hilft, wie man vorbeugt und wann die Infektion gefährlich werden kann, erfahrt ihr hier.

Starker Harndrang ist das häufigste Symptom einer Blasenentzündung. Außerdem schmerzt und brennt es beim Wasserlassen.
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Starker Harndrang ist das häufigste Symptom einer Blasenentzündung. Außerdem schmerzt und brennt es beim Wasserlassen.

Es brennt und zieht, dabei landen nur ein paar Tröpfchen Urin in der Kloschüssel. Kein Wunder, ich war ja auch gerade eben erst hier. Gekrümmt sitze ich auf der Toilette und halte meinen dicken Babybauch ... Ich erinnere mich noch genau, wie das war. Ich hatte in meinen Schwangerschaften mehrmals mit Blasenentzündungen zu kämpfen. So geht es vielen werdenden Müttern und Mamas im Wochenbett. "Symptomatische bakterielle Harnblasenentzündungen, sogenannte Zystitiden, treten bei etwa ein bis zwei Prozent der Schwangeren auf", erklärt Markus Haist vom Berufsverband der Frauenärzte.

Wie entsteht eine Blasenentzündung während der Schwangerschaft?

Das liegt unter anderem am Schwangerschaftshormon Progesteron, das zu einer Entspannung der Harnwege führt. Dadurch können Bakterien leichter in die Harnröhre eindringen, sich vermehren und eine Blasenentzündung verursachen. Markus Haist: "Die Auslöser sind die gleichen wie außerhalb der Schwangerschaft, also vor allem Colibakterien aus dem Darm. Es können aber auch andere Erreger gefunden werden." Auch die Symptome sind die gleichen wie bei Frauen, die kein Kind erwarten.

Symptome einer Blasenentzündung in der Schwangerschaft

Die häufigsten Anzeichen eines Harnwegsinfekts sind Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen sowie starker und häufiger Harndrang bei meist nur geringer Urinmenge. Je nach Art des Erregers kann auch übel riechender, eitriger Ausfluss aus der Harnröhre vorkommen. In selteneren Fällen findet sich Blut im Urin. Einige Betroffene klagen über Druckschmerz im Unterbauch.

Eine Sonderform, die vor allem in der Schwangerschaft auftritt, ist die asymptomatische Harnwegsinfektion, bei der keinerlei Krankheitsgefühl und keine Beschwerden bestehen. Hiervon sind fünf bis zehn Prozent aller Schwangeren betroffen.

Wird eine solche Infektion nicht erkannt und behandelt, führt sie in 40 Prozent der Fälle zu einer Nierenbeckenentzündung. Dabei treten Schmerzen in der Flanke und am unteren Rücken auf, auch Fieber kann dazukommen. "Die Nierenbeckenentzündung tritt anatomisch bedingt bevorzugt im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel auf", so der Frauenarzt.

Aus diesem Grund wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung eine Urinprobe untersucht, um eine asymptomatische Harnwegsinfektion rechtzeitig zu erkennen. Zeigt die Untersuchung einen Infekt an, muss dieser mit einem Antibiotikum behandelt werden – sonst kann schlimmstenfalls eine Früh- oder Fehlgeburt die Folge sein. Das gilt auch für eine Blasenentzündung mit klassischen Symptomen.

Antibiotika und Tee: Was gegen Blasenentzündung hilft

Wer daher den Verdacht hat, eine Blasenentzündung zu haben, sollte schnellstmöglich zum Frauenarzt gehen. Wird die Zystitis rechtzeitig erkannt und behandelt, ist sie für Mutter und Kind nicht gefährlich. Die Ärzte sind bei der Medikamentenvergabe sehr vorsichtig und verschreiben nur Mittel, die Mutter und Kind möglichst wenig belasten. Die Schwangere kann ihren Körper außerdem in der Heilung unterstützen, indem sie sich Ruhe und Wärme gönnt und viel trinkt, am besten Wasser und Tee.

Hausmittel, um einer Blasenentzündung vorzubeugen

Damit es gar nicht erst zur Blasenentzündung kommt, können Schwangere präventiv ein paar Dinge beachten.

  • Viel Wasser und Tee trinken! Mit ausreichend Flüssigkeit wird die Harnblase gespült und Bakterien können sich schlechter ansiedeln. Frauenarzt Markus Haist: "Untersuchungen haben gezeigt, dass der Verzehr von Milchprodukten – mindestens dreimal wöchentlich – sowie der Konsum von Cranberry-Saft einen günstigen Einfluss auf die Vorbeugung von Harnwegsinfekten hat."
  • Nach dem Toilettengang mit dem Papier immer von vorne nach hinten abwischen. Andernfalls können Darmbakterien in den Scheideneingang und die Harnröhre gelangen.
  • Nach dem Sex auf die Toilette gehen, denn beim Geschlechtsverkehr gelangen immer Keime in die Scheide. Oder ihr nutzt Kondome.
  • Das natürliche Scheidenmilieu intakt halten. Haist: "Die Vagina reinigt sich selbst. Scheidenspülungen, etwa mit Seifen, vermögen das Gleichgewicht der natürlich schützenden Scheidenflora zu stören und den pH-Wert zu verändern. Dies kann eine Besiedelung der Scheide mit Bakterien und damit eine bakterielle Vaginose begünstigen."
  • Den Unterkörper warm halten und das nicht nur im Winter. Auch nasse Badeklamotten oder das Sitzen auf kühlem Boden erhöhen das Risiko. Der Gynäkologe: "Unterkühlung ist zwar nicht die direkte Ursache der Blasenentzündung, vermindert aber die Durchblutung im Beckenbereich und reduziert dort die Keimabwehr."
  • Weniger stark gewürzte Speisen, schwarzen Tee und Kaffee konsumieren, um die Blasenwand nicht zu reizen.

Autorin: Merle von Kuczkowski

Ab wann ist das erhöhte Risiko einer Blasenentzündung wieder vorbei? Gynäkologe Haist: "Nach der Geburt stellt die sogenannte postpartale Harnwegsinfektion eine häufige Komplikation dar. Auch über das Wochenbett und die Stillzeit hinaus erhöhen die weiter bestehenden physiologischen Anpassungen des Harntraktes das Risiko für Infektionen. Nach Abklingen dieser physiologischen Anpassungen, in der Regel mit Beendigung der Stillzeit, sollte das erhöhte Risiko wieder abklingen."

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