Inhaltsstoffe, die dem Baby schaden

Kosmetik für Schwangere: Achtung bei diesen Produkten!

Was Schwangere aufnehmen, wirkt auch auf das Baby in ihrem Bauch. Deswegen können gewöhnliche Kosmetikprodukte plötzlich gefährlich sein. Wir zeigen, auf welche Inhaltsstoffe Schwangere besser verzichten.

Nicht alle Kosmetikprodukte sind in der Schwangerschaft sicher.
© Getty Images/Eva-Katalin
Nicht alle Kosmetikprodukte sind in der Schwangerschaft sicher.

1. Anti-Age Produkte mit Retinol (Vitamin A)

Retinol, eine Form von Vitamin A, ist ein beliebter Inhaltstoff in Cremes und Seren, um Fältchen zu mindern. Vitamin A kann sich bei hoher Einnahme, zum Beispiel durch überdosierte Vitamintabletten oder häufigen Genuss von Leber oder Leberwurst, fruchtschädigend auf den Embryo auswirken. Zwar ist Retinol in Cremes für gewöhnlich nur sehr niedrig dosiert, dennoch raten selbst Hersteller Schwangeren vom Gebrauch ab. Gute Anti-Aging-Alternativen in der Schwangerschaft sind Seren mit Vitamin C, Vitamin E, Hyaluronsäure oder Q10.

2. Produkte gegen unreine Haut (Salicylsäure, Benzoylperoxid, Vitamin A...)

Vitamin A wird in Form von Säure auch bei der Therapie von Akne eingesetzt. Diese sogenannten Retinoide (Tretinoin bzw. Isotretinoin) sind rezeptpflichtig und während der Schwangerschaft absolut tabu, da sie zu Fehlbildungen führen können. Auch Salicylsäure, das häufig in Anti-Pickel-Produkten zum Einsatz kommt, sorgt häufig für Verunsicherung. In hoher Dosierung kann es tatsächlich ein Risiko für das ungeborene Baby darstellen. Allerdings erst ab der 30. Schwangerschaftswoche. Denn dann kann Salicylsäure zu einem vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus Botalli führen. Hierbei handelt es sich um die kindliche Kreislaufverbindung zwischen Aorta und Lungenarterie. In geringen Konzentrationen (1 - 2 Prozent) darf Salicylsäure aber kleinflächig auf die Haut aufgetragen werden. Auch schon in der Frühschwangerchaft. Gleiches gilt für Benzoylperoxid, das in einer Konzentration bis fünf Prozent in der Schwangerschaft als sicher eingestuft wird. Gute Alternativen sind Ausreinigungen bei einer Kosmetikerin sowie milde Peelings mit Glykol- oder Milchsäure. Auch LED-Bestrahlungen beim Hautarzt können helfen.

3. Hautaufhellende Produkte (Hydrochinon, Arbutin oder Kojisäure)

Durch die Hormone kann es in der Schwangerschaft vermehrt zu Hyperpigmentierungen, sogenannten Melasmen, und dunklen Pigmentflecken kommen. Von aufhellenden Produkten mit Inhaltsstoffen wie Hydrochinon, Arbutin oder Kojisäure raten Experten jedoch ab, da es keine gesicherte Studienlage gibt. Viele der Flecken verblassen zudem nach der Geburt wieder, durch konsequent hohen Sonnenschutz können Schwangere zudem vorbeugen. Hautexperten raten zu einer Tagescreme mit Lichtschutzfaktor 50+*.

4. Bleaching-Produkte für die Zähne und Whitening-Zahnpasta in der Schwangerschaft

Aufhellende Zahncremes sollten in der Schwangerschaft nicht benutzt werden, da Bleichmittel das Zahnfleisch angreifen können. Durch die Hormonumstellung ist das Zahnfleisch ohnehin besonders empfindlich und anfällig für Entzündungen. Im schlimmsten Fall kann eine Paradontose Schwangerschaftskomplikationen wie Frühgeburten, Präeklampsie oder ein geringeres Geburtsgewicht begünstigen. Auch Bleachings beim Zahnarzt sollten daher warten, bis der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt hat. Besser und zudem in der Schwangerschaft sogar empfehlenswert ist eine professionelle Zahnreinigung, die die Zähne etwas heller macht und sich positiv auf die Mundgesundheit auswirkt.

5. Haarentfernung bei Schwangeren

Enthaarungscremes sind Chemiekeulen – das merkt man schon am Geruch. Die Wirkstoffe dringen aber nur in die obersten Hautschichten ein und können dem Baby im Bauch daher nicht gefährlich werden. Allerdings reagieren viele Frauen in der Schwangerschaft empfindlicher auf bestimmte Wirkstoffe, daher am besten erst an einer kleinen Stelle testen. Im Intimbereich sollten die Cremes nicht eingesetzt werden, da sie das empfindliche Scheidenmilieu schädigen können, was zu Infektionen führen kann. Epilierer und  Wachs sind in der Regel kein Problem – allerdings sind viele Schwangere schmerzempfindlicher, so dass das Ausreißen der Härchen ordentlich schmerzen kann.

6. Anti-Schuppen-Shampoos

Schuppen sind in der Schwangerschaft durch den veränderten Hormonhaushalt leider keine Seltenheit. In vielen Spezial-Shampoos steckt jedoch Salicylsäure, die – wie bei den Anti-Pickel-Produkten – in höherer Konzentration problematisch sein kann. Eine Spülung mit lauwarmen Brennnesseltee oder Apfelessig rückt den Schuppen auf natürliche Weise zuleibe und lindert den Juckreiz.

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