Risiko fürs Baby

Mit dem Rauchen aufhören in der Schwangerschaft: So kann's klappen

Was für viele selbstverständlich ist, ist für andere unvorstellbar. Warum ihr in der Schwangerschaft nicht rauchen solltet und wie ihr den Absprung schafft, lest ihr hier.

Wenn Schwangere rauchen, zeigt sich das deutlich an der Plazenta.
© Foto: Getty Images/Westend61
Wenn Schwangere rauchen, zeigt sich das deutlich an der Plazenta.

"Ich habe doch immer geraucht, warum sollte ich jetzt damit aufhören, wenn ich schwanger bin?", mag sich die ein oder andere fragen. Doch immerhin geht es hier nicht nur um euch selbst, sondern vor allem um die akute UND langfristige Gesundheit eures Kindes. Daher appellieren wir an euch, liebe (bald) schwangere Raucherinnen: Bitte überlegt es euch noch mal und versucht eurem Kind zuliebe, einen rauchfreien Weg zu finden. Ihr werdet es nicht bereuen, ganz sicher!

Schwanger und mit dem Rauchen aufhören – gar nicht so leicht

Liebgewonnene Gewohnheiten loszulassen ist wirklich nicht einfach. Das wissen wir. Und dennoch ist die Schwangerschaft ein guter Zeitpunkt, verschiedene Dinge noch mal zu überdenken und vielleicht anders anzugehen als bisher. Fragt euch am besten, was es ist, das euch immer wieder zur Zigarette greifen lässt. Und ob es nicht vielleicht eine Alternative gäbe. Voraussetzung ist natürlich, dass ihr überhaupt aufhören wollt und vor allem in der Schwangerschaft die Wichtigkeit erkennt. Klar ist: Gemeinsam aufhören ist immer leichter als alleine. Vielleicht könnt ihr euren Partner ja mit ins Boot holen.

Was das Rauchen mit eurem (ungeborenen) Kind machen kann

Diese Liste soll euch dafür sensibilisieren, wie sehr ihr eurem Kind helft, wenn ihr nicht mehr raucht. Das Rauchen in der Schwangerschaft kann sich nämlich – wie auch Alkohol – sehr negativ auf die Entwicklung eures (ungeborenen) Babys auswirken. Beim Rauchen nehmt ihr hochgiftige Stoffe wie Nikotin und Kohlenstoffmonoxid auf. Das führt dazu, dass euer Baby nicht genügend Sauerstoff und Nährstoffe erhält, die es aber für eine gesunde Entwicklung unbedingt braucht. Stellt euch vor, ihr würdet euch hinter einen laufenden Auspuff eines Autos stellen und tief einatmen – in den Abgasen ist ebenfalls Kohlenstoffmonoxid enthalten und es kann sich wahrscheinlich jeder vorstellen, dass das nicht gut sein kann. Dazu kann Rauchen in der Schwangerschaft führen:

  • erhöhtes Fehlgeburtsrisiko
  • doppelt so hohes Risiko für Frühgeburt
  • Gefahr, ein untergewichtiges Baby zur Welt zu bringen
  • Möglicherweise entwickeln sich die Lungen des Babys bis zur Geburt nicht vollständig
  • erhöhtes Risiko einer vorzeitigen Plazentaablösung
  • erhöhtes Risiko eines vorzeitigen Blasensprungs
  • um ein Drittel erhöhtes Risiko für eine Totgeburt
  • erhöhte Häufigkeit von Infektionserkrankungen (z.B. Atemwegserkrankungen, Asthma oder Ohrentzündungen) oder allergischen Reaktionen des Kindes
  • erhöhte Gefahr eines plötzlichen Kindstods (SIDS)

Das Rauchen ist auch an der Plazenta sichtbar

Auf der Seite ana-tomie.de/raucherinnen-plazenta/ könnt ihr euch den deutlichen Unterschied zwischen der Plazenta (dem Mutterkuchen) einer nicht rauchenden Schwangeren und der Plazenta einer Raucherin ansehen. Eine gesunde Plazenta ist kräftig rot, glatt und glänzend. Die Plazenta einer rauchenden Schwangeren ist hingegen dunkel und eher gräulich, stumpf und deutlich flacher.

Vorteile einer rauchfreien Schwangerschaft

  • Ihr könnt eurem Baby einen optimalen Start ins Leben ermöglichen.
  • Ihr seid selbst gesünder, wenn ihr nicht raucht.
  • Ihr könnt euch selbst zeigen, wie stark ihr seid, indem ihr mit dem Rauchen aufhört.
  • Ihr habt mehr Geld für schöne Dinge wie Babysachen (oder auch mal eine Massage für euch selbst) zur Verfügung, wenn ihr es nicht mehr für Zigaretten ausgebt.
  • Ihr müsst später kein schlechtes Gewissen haben, weil euer Baby unterversorgt zur Welt kommt.

"Ich will ja mit dem Rauchen aufhören, schaffe es aber nicht"

Natürlich ist es nicht immer leicht, seine Vorhaben umzusetzen. Doch eure Absicht ist schon der erste Schritt in die richtige Richtung. Überprüft euch doch einmal selbst: Verspürt ihr vielleicht in Stressmomenten ein verstärktes Bedürfnis zu rauchen? Nehmt dann erst mal ein paar tiefe Atemzüge und schaut noch mal, ob ihr die Zigarette jetzt wirklich braucht. Vielleicht hilft es euch, dabei an euer Baby zu denken, dem ihr natürlich beste Gesundheit wünscht.

Im Ratgeber "Rauchfrei in der Schwangerschaft" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt es den Tipp, sich auf einen "Stopp-Tag" in der nächsten Woche festzulegen. Nehmt euch ganz fest einen bestimmten Tag vor, an dem ihr aufhören wollt zu rauchen. Diesen Tag markiert ihr deutlich in eurem Kalender. Und ihr informiert auch euren Partner, Freunde und Verwandte darüber. Und dann beginnt ihr mit der Vorbereitung eures Stopp-Tags. Auch dafür und die kommende Zeit der Rauchentwöhnung hat die BZgA einige hilfreiche Hinweise:

  • Ausprobieren, wie ihr die Zigarettenlust in den Griff bekommt.
  • Etwas Neues zum Entspannen ausprobieren.
  • Überlegen, wie ihr euch fürs Nichtrauchen belohnen wollt.
  • Immer nur EINE Packung Zigaretten kaufen.
  • Nur die Hälfte jeder Zigarette rauchen.
  • Das Rauchen aufschieben.
  • Fünf Minuten warten, bevor ihr euch eine Zigarette anzündet – möglicherweise ist das Verlangen nach der Zigarette dann verschwunden.
  • Mehrmals tief durchatmen und einige Minuten entspannen.
  • Partner und Freunde bitten, nicht in eurer Gegenwart zu rauchen.
  • Keine Bars mehr besuchen, wo es keine Nichtraucherbereiche gibt.
  • Statt zur Zigarette zu greifen, lieber die Lieblingsmusik auflegen, einen Spaziergang machen oder sich auf eine andere Art entspannen.
  • Lobt euch selbst, wenn ihr es geschafft habt, auf eine Zigarette zu verzichten. Und wenn ihr (wieder) einen rauchfreien Tag geschafft habt.
  • Wenn euch der Anspruch "nie mehr zu rauchen" zu viel Druck macht, nehmt euch einfach jeden Tag einen weiteren Nichtrauchertag vor.

Wenn ein Ausrutscher passiert

Nach dem Stopp-Tag habt ihr doch wieder eine Zigarette geraucht? Macht euch daraus keinen Vorwurf – "Nobody is perfect!". Nehmt euch einfach erneut vor, nicht mehr zu rauchen – auch eurem Kind zuliebe. Es kann sein, dass ihr das Gefühl bekommt, versagt zu haben, es nicht zu schaffen. Haltet euch dann lieber eure bisherigen Erfolge vor Augen: Ihr macht das toll, ihr habt es schon geschafft, einen Tag (odere mehrere Tage) nicht zu rauchen. Lasst euch nicht unterkriegen und gebt es nicht auf. Ihr selbst und euer Kind werdet es euch danken.

Das Baby ist da

Und wenn euer kleiner Schatz dann endlich auf der Welt ist, heißt es, ihm weiterhin eine rauchfreie Umgebung zu bieten, auch wenn das Rauchen erneut verlockend erscheint. Denn auch jetzt ist eine rauchfreie Umgebung für Babys Gesundheit sehr wichtig. Und es lohnt sich: Euer Baby wird weniger anfällig sein, krank zu werden und insgesamt ruhiger sein.

Ihr braucht Unterstützung mit dem Rauch-Stopp in der Schwangerschaft?

Bei dringenden oder persönlichen Fragen könnt ihr euch an die kostenlose BZgA-Beratungs-Hotline zur Rauchentwöhnung wenden: Tel. 0800/831 31 31 (montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr, freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr).

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