Ich schau dir in die Augen, Baby!

Babys Augen: Entwicklung der Augenfarbe und Sehkraft

Babys Augen sind faszinierend, vor allem für die frischgebackenen Eltern. Warum die Augenfarbe anfangs oft blau sind, wie Babys das Sehen lernen und wann ein Besuch beim Augenarzt nötig ist.

Die Augenfarbe der Babys entscheidet sich erst mit ungefähr zwei Jahren.
© Foto: iStock/Artem Peretiatko
Die Augenfarbe der Babys entscheidet sich erst mit ungefähr zwei Jahren.

Ganz aufmerksam schauen die großen blauen Baby-Augen um sich, bevor sie schließlich auf Mamas Gesicht verweilen. Neugeborene blicken so neugierig umher, dass Eltern oft den Eindruck haben, die Kleinen könnten alle Einzelheiten ihrer Umgebung sehen. Aber das stimmt nicht! Genau weiß man das zwar nicht - schließlich kann man ein Neugeborenes nicht danach fragen. "Man vermutet aber, dass ein Baby bei der Geburt nur einige Prozent der späteren Sehschärfe besitzt", sagt Dr. Georg Eckert vom Berufsverband der Augenärzte. Das heißt, dass Neugeborene gerade einmal Umrisse erblicken können. Vertraute Menschen erkennen sie eher am Geruch und an der Stimme - weshalb es sie beruhigt, wenn die Eltern mit ihnen sprechen und ihnen viel Hautkontakt schenken. Was ihr über Babys Augen(farbe) wissen müsst …

Zum Greifenlernen: Knallige Farben sind für Babys Augen am besten zu erkennen

Bunt und knallig soll es sein? Na gut, aber warum? Babys Augen können diese Farben einfach viel besser wahrnehmen. Mehr dazu und weitere Infos rund um die Sehkraft unserer Kleinen:

  • Kräftige Farben sind für Babys im ersten Jahr leichter zu erkennen als Pastelltöne.
  • Spielzeug in knalligen Farben wie Rot, Orange oder Grün ist deshalb praktisch, um das Greifen zu üben. Gut sind außerdem klare Umrisse, zum Beispiel in den ersten Bilderbüchern.
  • Um den ersten Geburtstag herum sehen Kinder klar genug, um andere Gesichter scharf zu erkennen. Es dauert etwa bis zum zweiten Geburtstag, bis sie die volle Sehschärfe erreicht haben.

Bei Vorbelastung besser früh mit Baby zum Augenarzt

Wichtig: "Wenn mit den Augen etwas nicht stimmt, merken das die selbst meist nicht", erklärt Dr. Eckert. Sie wissen ja nicht, wie scharf sie sehen müssten. Deshalb rät er Eltern, mit ihrem Kind im Laufe des dritten Lebensjahres zu einem Augenarzt zu gehen. Er leuchtet in die Pupille und kann am Weg des Lichtstrahls messen, ob das Kind gut sieht. Die Untersuchung tut nicht weh und kann entscheidend sein: Denn im Kleinkindalter lassen sich Sehfehler noch gut korrigieren, zum Beispiel mit einer Brille oder indem ein Auge zeitweise abgedeckt wird.

Sind Eltern oder Geschwister stark fehlsichtig? Dann empfiehlt Dr. Georg Eckert, das Kleine schon früher zum Augenarzt zu bringen: "Am besten bald nach dem ersten Geburtstag." Außerdem ist es wichtig, immer dann zu reagieren, wenn an den Augen des Babys etwas auffällig ist, etwa wenn es schielt. "Zu warten, ob sich das Schielen von selbst auswächst, ist gefährlich", meint der Experte. Zumal der Augenarzt mit einfachen Mitteln helfen kann.

Blaue Augen beim Baby: Augenfarbe noch veränderbar?

Auch wenn es viele Eltern vielleicht enttäuscht: Die Augenfarbe der Babys ändert sich. Zumindest meistens. Mit etwa zwei Jahren hat das Kind meist auch seine endgültige Augenfarbe.

  • Wenn Babys auf die Welt kommen, haben die meisten blaue Augen, zumindest bei uns in Europa.
  • In Asien, Afrika und Lateinamerika kommen die meisten Kinder mit braunen Augen zur Welt, erklärt die Augenärztin Dr. Dietlind Friedrich.

Häufig verändern sich die blauen Augen "unserer" Neugeborenen in den ersten Lebensmonaten und werden dunkler. Das liegt daran, dass sich die Melanin-Schicht, die dem Auge seine endgültige Farbe gibt, erst mit der Zeit in die Iris einlagert. Weltweit haben etwa 90 Prozent der Menschen braune Augen. Im Raum um die Ostsee gibt es die meisten blauen Augen, je weiter man nach Süden geht, desto seltener werden sie. Vielleicht liegt es an der Seltenheit, dass viele von blauen Baby-Augen so entzückt sind.

So entwickelt sich die Sehkraft von Kindern in den ersten Lebensjahren

Das Sehen ist – neben dem Riechen – der Sinn, der am wenigsten entwickelt ist, wenn das Baby auf die Welt kommt. Kein Wunder, denn während es in der Gebärmutter jede Menge zu hören, zu ertasten und zu schmecken gibt, bietet sie für die Augen nur den Unterschied zwischen hell und dunkel, um das Sehen zu üben. Dafür trainieren die kleinen Lider im Bauch schon mal das Blinzeln.

Erst um ihren zweiten Geburtstag sehen Baby-Augen so gut wie Erwachsene. Zu Beginn können Säuglinge nur Umrisse erfassen und erkennen Mama und Papa eher am Geruch und an der Stimme. "Im ganzen ersten Lebensjahr sehen Babys Dinge, die weiter weg sind, unscharf", sagt Dr. Georg Eckert. Deshalb ist es gut, wenn Eltern sich nah zu ihrem Kind beugen, so dass ihre Gesichter etwa 30 Zentimeter von Babys Augen weg sind.

Wie lässt sich die Augenfarbe des Babys (vorher)bestimmen?

Hell + hell = hell? Die Augenfarbe, die das Baby bzw. Kleinkind um seinen zweiten Geburtstag herum hat, ändert sich nicht mehr. Sie ist genetisch beeinflusst, aber nicht festgelegt. "Wenn beide Eltern dunkle Augen haben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch das Baby dunkle Augen bekommt", erklärt Dr. Georg Eckert. Im umgekehrten Fall, bei Eltern mit blauen oder grünen Augen, ist es nicht so einfach: Denn auch die Gene der Großeltern können für dunkle Augen beim Baby sorgen.

Hilfe, mein Baby schielt – was tun?

Schielen bedeutet, dass die Augen sich nicht gleichzeitig auf einen Gegenstand richten können. Ein Auge blickt dann zu weit nach innen oder nach außen. Besonders in den ersten sechs Monaten ist es normal, wenn das Kleine hin und wieder schielt, denn es muss erst lernen, die Augenmuskeln zu kontrollieren. Auch wenn das einen sehr breiten Nasenrücken hat, kann es so aussehen, als schiele es. Dennoch rät Dr. Georg Eckert den Eltern, bei einem Verdacht  einen Augenarzt nachschauen zu lassen: "Je eher echtes Schielen behandelt wird, desto leichter ist es in den Griff zu bekommen."

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