Kind wird in sein Zimmer geschickt
© iStock/Tetiana Soares
Ein Satz wie "Geh in dein Zimmer und beruhige dich" hilft dem Kind nicht weiter.

Wir tun es aus Überforderung, aus Hilflosigkeit, oder weil wir es selbst nicht anders gelernt haben: Es kommt im turbulenten Alltag einfach vor, dass wir auch mal fragwürdige Erziehungsmethoden anwenden. Kinder richtig bestrafen ist immer wieder ein Thema bei Eltern. Denn oftmals wissen wir gar nicht, was es mit unseren Kindern macht, wenn wir sie auf eine bestimmte Art behandeln oder bestimmte Sätze zu ihnen sagen. 

Kinder bitte nicht einfach aufs Zimmer schicken

Dani von "friedvollemutterschaft" hat dazu bei Instagram ein paar hilfreiche Slides veröffentlicht. Auf ihnen schreibt sie: 

  • "Geh auf dein Zimmer und komme erst wieder, wenn du dich beruhigt hast!" Was macht das mit deinem Kind?
  • 1. Du bist überfordert mit der aktuellen Situation, dem Verhalten deines Kindes und seinen darunter liegenden Bedürfnissen.
  • 2. Du erwartest von deinem Kind eine emotionale Selbstregulierung, die es alleine noch nicht leisten kann. 
  • 3. Dein Kind wird in seiner Not alleine gelassen und bekommt ein Gefühl von "Ich bin falsch!", "Ich bin zu viel!" usw.
  • Liebe Mama, du darfst nach und nach lernen, mit deiner eigenen emotionalen Überforderung umzugehen, um dein Kind in herausfordernden Situationen begleiten zu können. Lasse dich immer wieder neu darauf ein und begegne dir und deinem Kind mit Verständnis und Weichheit.

Hier seht ihr die Slides im Original:

Time-Outs sind eine veraltete Erziehungsmethode

Dani schreibt dazu sinngemäß außerdem Folgendes: Sogenannte Time-Outs, also Auszeiten, seien eine Erziehungsmethode aus dem vorigen Jahrhundert, die das Schlagen oder andere Formen physischer Gewalt ablösen sollten. Doch vor allem kleinere Kinder besitzen noch nicht die Fähigkeit, alleine zu reflektieren. Sie müssen dabei begleitet werden und sollten nicht mit ihren Emotionen allein gelassen werden. Ein Kind, das in sein Zimmer geschickt wird, fühle sich abgelehnt, da es noch nicht unterscheiden kann, ob sein Verhalten nicht richtig war oder das Kind an sich. Es besteht die Gefahr, dass das Kind einen Glaubenssatz verinnerlicht wie "Wenn ich nicht den Erwartungen von jemandem (den Eltern) entspreche, werde ich nicht geliebt."

Wir als Eltern sind also angehalten, selbst die Situation auszuhalten, bei unserem Kind zu bleiben und einen anderen Umgang mit der Situation zu finden. Auch wenn das manchmal gar nicht so leicht ist. 

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