Ungeliebte Medikamente

Dein Kind will keinen Fiebersaft nehmen? Das hilft!

Der Kopf wird weggedreht, der Mund fest zugepresst: Viele Eltern kennen dieses Szenario, wenn der Nachwuchs krank ist. Mit unseren Tipps wird das Verabreichen von Fiebersaft ein bisschen leichter.

Bäh! Viele Kinder haben schlichtweg keinen Bock auf Medikamente!
© Foto: Getty Images/timsa
Bäh! Viele Kinder haben schlichtweg keinen Bock auf Medikamente!

Wenn dein Kind den Fiebersaft verweigert ...

Viele Arzneimittel in flüssiger Form gibt es für Kinder in angenehmen Geschmacksrichtungen wie zum Beispiel Fiebersaft mit Erdbeergeschmack. Meistens schmecken diese Säfte schön süß und haben auch noch eine tolle Farbe, sodass sie von Kindern gerne genommen werden. Manchmal können Medikamente, allen voran Antibiotikasäfte, aber auch richtig bitter sein. Dann ist Tricksen gefragt: Wenn es das Medikament verträgt (in der Packungsbeilage nachlesen), deponiert man es am besten im Kühlschrank. Gut gekühlt schmecken die Säfte nicht ganz so stark, da die Kälte kurzfristig die Geschmacksnerven auf der Zunge betäubt. Sollte der Saft immer noch fies schmecken, kann man dem kleinen Patienten anschließend etwas Süßes zum Trinken oder auch einen Keks als Belohnung für große Tapferkeit anbieten. 

Fiebersaft verabreichen mit Pipetten oder Medikamentenschnullern

Eine Alternative – gerade für ganz kleine Kinder – sind Pipetten (am besten schön bunte) oder Einmalspritzen, die man für wenig Geld kaufen kann. Eltern können die Arznei damit ganz hinten auf die Zunge oder in die Backentaschen ihres Babys geben. Dort gibt es kaum Geschmacksnerven.

In besonderen Härtefällen kann auch ein sogenannter Medikamentenschnuller weiterhelfen, mit dem das Kind die Medizin quasi durch den Schnuller aufsaugt. Eine altbewährte Methode, einem größeren Kind die Einnahme von Saft oder Tropfen zu versüßen: Die Arznei vor dem Verabreichen auf ein halbes Stück Würfelzucker tröpfeln.

Antibiotika für Kinder schmackhaft machen

Wichtig bei der Dosierung von Medikamenten: Mit Saft, Cola oder Milch nehmen kranke Kinder ihre Medizin eventuell bereitwilliger. Allerdings kann das die Wirksamkeit von Wirkstoffen beeinflussen. Zum Beispiel bindet Kalzium in der Milch die Wirkstoffe von Antibiotika, sodass sie nicht durch die Darmwand ins Blut gelangen können, sondern in die Toilette wandern. Einige Inhaltstoffe von Obstsäften und Limonaden können etwa mit den Wirkstoffen von Medikamenten reagieren und so deren Wirkung verstärken oder, wenn auch selten, Nebenwirkungen auslösen. Die beste Lösung deshalb: klares Leitungswasser. Denn auch Stoffe im Mineralwasser (wie etwa Kalzium) können die Wirksamkeit von Tabletten oder Tropfen beeinflussen. Wenn Eltern sich unsicher sind, fragen sie am besten direkt beim Kinderarzt oder in der Apotheke nach, ob ein bestimmtes Präparat mit Milch oder Saft eingenommen werden darf. Gleiches gilt übrigens auch für Medikamente, die man in Fruchtmark oder Joghurt eingerührt. Außerdem sollte man darauf achten, dass das Kind auch die volle Dosis erhält – die Medikamente also nicht in den ganzen Joghurtbecher geben, sondern nur in zwei, drei Löffel einrühren.

Autorin: Jana Kalla

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