Babys im Doppelpack: Aber wie entstehen Zwillinge eigentlich?
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Babys im Doppelpack: Aber wie entstehen Zwillinge eigentlich?

Welche Zwillingsarten gibt es?

Prof. Dr. Meike Watzlawik: Man unterscheidet eineiige, zweieiige und siamesische Zwillinge. Eineiige Zwillinge stammen aus einer befruchteten Eizelle (Zygote) und teilen damit beinahe ihr gesamtes Erbgut, weshalb sie auch im Aussehen so ähnlich sind. Zweieiige Zwillinge sehen äußerlich genauso unterschiedlich aus wie andere Geschwister, nur sind sie gleich alt. Zweieiige Zwillinge stammen aus zwei befruchteten Eizellen. Zwei Jungen, zwei Mädchen oder ein gemischtgeschlechtliches Paar (Pärchenzwillinge) können zweieiige Zwillinge sein. Bei Pärchenzwillingen entwickelt sich das Mädchen in der Pubertät oft etwas schneller, sodass die Kinder in dieser Zeit nicht gleich alt zu sein scheinen. Siamesische Zwillinge sind eineiige Zwillinge, die aufgrund verspäteter Eizellteilung „zusammengewachsen“ sind. Sie können gemeinsame Organanlagen aufweisen. Gut zwei Drittel aller Zwillinge sind zweieiig.

Wie entstehen Zwillinge?

Eineiige Zwillinge entstehen, wenn sich eine befruchtete Eizelle spaltet. Sie werden monozygote Zwillinge genannt. Je nachdem, an welchem Entwicklungstag die Zellspaltung stattfindet, verfügen die Kinder über eine gemeinsame oder jeweils eine eigene Plazenta.

Wenn die Zellspaltung bis zu 24 Stunden nach der Befruchtung stattfindet, entwickeln sich Zwillinge mit je einer Fruchtblase und einer Plazenta. Dieser Fall tritt allerdings eher selten auf. Wenn sich die Zellspaltung zwischen dem dritten und achten Tag ereignet, entstehen Zwillinge mit nur einer Plazenta, einer gemeinsamen äußeren Eihaut und zwei getrennten inneren Eihäuten.

Dieser Fall tritt am häufigsten auf: Zwischen dem achten und zehnten Entwicklungstag entstehen Zwillinge mit gemeinsamer Fruchtblase und gemeinsamer Plazenta. Dieser Fall ist jedoch sehr selten. Findet die Spaltung ab dem 14. Tag statt, ist dies zu spät für eine vollständige Trennung. Es entstehen
siamesische Zwillinge.

Bei der Entstehung von zweieiigen Zwillingen werden zwei Eizellen gleichzeitig oder hintereinander von je einer Samenzelle befruchtet. Man bezeichnet sie als dizygot. Jeder Embryo wächst in seiner eigenen Fruchtblase mit eigener Plazenta heran. Es kann aber nicht – wie häufig noch angenommen – allein anhand der Anzahl der Fruchtblasen oder Plazenten bestimmt werden, ob die Zwillinge eineiig oder zweieiig werden.

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