Babys Intelligenz fördern
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Damit Babys zu intelligenten Kindern heranwachsen, muss man sie fördern. 

Manchmal ist es gar nicht so schwer, wie man denkt, dem Baby das zu geben, was es braucht. Wir haben einige Punkte zusammengestellt, wie Eltern die Intelligenz ihres Babys optimal fördern:

Dem Baby Liebe und Geborgenheit geben

Kinder brauchen die Gewissheit, dass sie in der Welt gut aufgehoben sind. Ihre lebenswichtigen Bedürfnisse nach Nahrung, Wärme und Geborgenheit müssen erfüllt sein; dann sind sie offen für Neues und trauen sich, ihre Umwelt selbstständig zu erforschen. Darum spielen Kinder auch viel lieber in der Nähe der Eltern als allein im Kinderzimmer.

 
Störungen im Verhältnis zwischen Eltern und Kindern können zu biologischen Veränderungen im Gehirn führen. Die Gefühle von Babys haben also nach allem, was bekannt ist, einen dauerhaften Einfluss auf ihre soziale und geistige Entwicklung.

Möglichst lange stillen

Die langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren in der Muttermilch fördern die Entwicklung der Hirnzellen. Es gibt auch Säuglingsnahrungen im Handel, denen solche Fettsäuren (LCP) zugesetzt sind. Doch Babys profitieren auch von der emotionalen Nähe beim Stillen und Füttern.

Streicheleinheiten satt

Die zärtlichen Berührungen helfen dem Baby, eine Vorstellung von seinem Körper zu gewinnen. Besonders schön ist hierfür die Babymassage. Finger- und Krabbelspiele fördern zudem auch die Sprachentwicklung.

Ausgiebig unterhalten

Einfühlsame Eltern erklären ihrem Kind ganz spontan alles, was sie tun und was es sieht. Durch dieses Bad in der Sprache helfen sie ihm, seine Welt zu durchschauen. Ganz unwillkürlich verfallen sie dabei in die Ammensprache: heben die Stimme, übertreiben Sprachmelodie und Mienenspiel, benutzen einfache Wörter und Sätze. Und: Sie machen Pausen und laden zum Antworten ein.

Das Mienenspiel nachahmen

Kleine Kinder sprechen mehr durch ihren Gesichtsausdruck und durch Gesten als durch Worte; das gilt besonders für Gefühle wie Freude, Trauer oder Wut. Eltern ahmen dieses Mienenspiel oft ganz spontan nach – runzeln die Stirn, reißen den Mund auf. Die Kinder lernen dadurch, sich selbst (und später auch andere) besser zu verstehen.

Für Bewegungsfreiheit sorgen

In der Wippe angeschnallt lernen Kinder nicht krabbeln, stehen und laufen. Das schaffen sie nur, wenn sie sich auf dem Fußboden frei bewegen können und Matratzen und andere Hindernisse zum Rauf- und Runterkrabbeln sowie kippsichere Möbel zum Hochziehen finden.

Aufs Lernen vorbereiten ohne Reizüberflutung

Harte und weiche, eckige und runde, warme und kalte Alltags-Dinge wie Taschen, Schränke, Schubladen und anderes (Spiel-)Zeug eröffnen Möglichkeiten zum Erforschen und Lernen. Außerdem fordern solche Ziele besonders zum Robben und Krabbeln heraus.

Wodurch Babys lernen:

  • Gesichter und Stimmen
  • Farben, Düfte
  • Finger- und Schaukelspiele
  • Hartes und Weiches
  • Rundes und Eckiges
  • Warmes und Kaltes

All dies bietet Babys neue Eindrücke und lässt ihr Gehirn reifen, vor allem wenn dabei mehrere Sinne gleichzeitig angesprochen werden.

Aber: Zu viele schreiende Farben, zu viele Spielsachen, ständige Musik-, Radioberieselung oder Fernseh-Geräusche, aber auch Eltern mit immer neuen Spiel-Ideen verwirren die Kleinen. Deshalb brauchen sie Schutz vor Reizüberflutung. Dazu gehört auch ein geregelter Tagesablauf mit festen Zeiten und Ritualen fürs Essen, Ausfahren, Schlafengehen.

Kindersicher einrichten

Ist die Wohnung kindersicher, können Eltern ihre Krabbelkinder unbesorgt auf Entdeckungstour gehen lassen. Sie sollten vor allem an die Sicherung von Steckdosen und Zerbrechlichem sowie an ein Herdgitter denken.

Immer wieder wiederholen

Alles zu seiner Zeit: Lernforscher sprechen von sensiblen Phasen, in denen Kinder besonderes Interesse am Essen mit dem Löffel oder an der Funktion von Lichtschaltern zeigen. Gut, wenn Eltern diese Interessen und Vorlieben beobachten und darauf eingehen. Auch die ständigen Wiederholungen dürfen sie nicht beirren. Euer Kind möchte euch nicht ärgern, wenn es das Licht ein ums andere Mal an- und ausknipst; es braucht die Wiederholungen zum Lernen. Das hilft ihnen, die Regel dahinter zu erkennen. Zudem stärkt es ihr Selbstbewusstsein, wenn beispielsweise der Reiter ihre Erwartung bestätigt und plumps macht.

Sensible Phasen beachten

Am besten erkennen Eltern die sensiblen (d. h. besonders lernbereiten) Phasen des Gehirns, wenn sie sich ihr Kind ansehen: Womit spielt es am liebsten? Wobei zeigt es die größte Ausdauer? Da bislang nur wenige Daten darüber vorliegen, wann das menschliche Gehirn welche Informationen benötigt, ist wohl die beste Strategie, sorgfältig zu beobachten, wonach die Kinder verlangen, erklärt Professor Wolf Singer, der Leiter des Frankfurter Max-Planck-Instituts für Hirnforschung.

Das Baby selbst lernen lassen

Erkenntnisse, die Kinder durch eigene Beschäftigungen gewinnen, prägen sich ihnen am besten ein. Belehrungen von außen nutzen da wenig. Deshalb sollten Eltern ihr Kleines möglichst nicht stören, wenn es sich gerade selbstständig beschäftigt – auch nicht durch scheinbar sinnvolle Angebote wie Möchtest du nicht lieber das Bilderbuch anschauen?

Interesse zeigen

Babys finden Beschäftigungen und Spielsachen umso attraktiver, je mehr auch Mama und Papa sich dafür interessieren. Das heißt vor allem: zuschauen, ermutigen, sich über die Kreativität und Fortschritte der Kleinen freuen.

Bemühungen loben und Mut machen

Auch für Anstrengungen sollten Eltern ein aufmunterndes Wort parat haben. Sonst können ihre unvermeidlichen Misserfolge die Kleinen entmutigen.

Anstrengung zumuten

Auch wenn es ächzt und knötert, weil es den bunten Ball nur unter größten Mühen erreichen kann: Statt ihm das Objekt der Begierde zuzurollen, begnügen Eltern sich besser mit Anteilnahme (Der Ball ist wirklich weit weg!) und Ermutigung. So lernt das Kleine, sich anzustrengen statt sich bedienen zu lassen. Das gilt ähnlich fürs Füttern bzw. Essen – trotz der Matscherei am Anfang.

Alles zu seiner Zeit

Professor Wolf Singer: Es macht keinen Sinn, Entwicklungen forcieren zu wollen. Die Kinder werden aufgezwungene Angebote nicht annehmen, unnütz Zeit damit verbringen, sie abzuwehren und es schwer haben, das für sie Wichtige herauszufiltern.

Mithelfen lassen

Wenn Papa Kartoffeln schält, die Oma Kuchen backt oder Mama den Einkaufszettel schreibt, schauen knapp Einjährige fasziniert zu. Und bald möchten sie mitmachen, beispielsweise die Schalen untersuchen und selbst kritzeln. Eltern fühlen sich dadurch oft gestört, aber für die Kleinen sind das ganz wichtige Schritte beim Erlernen von Gemeinschaft.

Bezugspersonen wechseln

Es schadet keinem Kind, wenn es ab und zu von der Oma oder einem Babysitter versorgt wird (solange die Betreuer nicht ständig wechseln). Im Gegenteil: Es lernt dadurch, mehrere Menschen und ihr jeweiliges Verhalten zu unterscheiden.

Auf in die Krabbelgruppe

Andere Babys sind ein toller Spiegel. Die Kleinen ahmen sich gegenseitig nach und gucken sich viel voneinander ab. Und die Eltern können sich austauschen.

Ruhezeiten gönnen

Die Kleinen brauchen nicht nur Anregungen, sondern auch Zeit, sie zu verarbeiten. Wann es ihnen zu viel wird, zeigen Babys durch eindeutige Signale: Sie drehen den Kopf weg, reiben sich die Augen oder werden unleidlich. Eltern sollten darauf reagieren.

Individuell fördern

Jedes Kind bringt andere Anlagen mit auf die Welt und wächst in einer anderen Umgebung auf. Deshalb braucht jedes auch andere Anregungen. Unterschiede im Entwicklungstempo von mehreren Wochen und sogar Monaten sind bei Kleinen völlig normal und sagen nichts darüber aus, wie gut die Kinder als Fünf- oder Zehnjährige sprechen oder laufen werden.

Selbst neugierig sein

Eltern, die selbst staunen können und den Dingen auf den Grund gehen möchten, sind für Babys die besten Vorbilder beim Lernen.

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