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Farbenfroh soll's sein

Kleine Farbenkunde fürs Baby- und Kinderzimmer

In welcher Farbe sollte man das Babyzimmer streichen? Welche Farbkombinationen eignen sich für ältere Kinder? Wir haben Farbexpertin Isabelle Wolf gefragt, was sich für die ersten Lebensmonate und das Kita-Alter empfiehlt, um die Bedürfnisse von Kindern gezielt zu unterstützen.

Ob Baby- oder Kinderzimmer: Es sollte grundsätzlich ein übergeordnetes Farbkonzept geben, das Ruhe und Harmonie verleiht. Gleichzeitig gibt es im Raum jedoch viele verschiedene Bereiche mit unterschiedlichen Funktionen, z. B. die Spiel-, Tob-, Schlaf- oder Kuschelecke. Ist das Zimmer groß genug, bietet es sich an, die verschiedenen Bereiche farblich voneinander abzugrenzen. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Wand in einer anderen Farbe gestrichen werden muss. Oft genügt es, sich für eine zentrale Wandfarbe zu entscheiden, die das Kinderzimmer als farbliche Klammer zusammenhält. Die verschiedenen Bereiche können dann durch farbige Accessoires wie Boxen, Kissen, Bettwäsche oder Lampenschirme abgegrenzt werden. 

Je älter die Kinder, desto kräftiger dürfen die Farbkontraste sein

Viele tendieren bei der Farbauswahl – besonders für die Wände – seit langen Jahren zu Pastelltönen – denn ihre unaufdringliche Farbpersönlichkeit wirkt beruhigend und ausgleichend auf Kinder. Das sei im Prinzip gut und richtig, denn durch die abgesofteten entsättigten Pastellfarben wird der Farbreiz für Babys und Kinder nicht zu stark, sagt die Farbexpertin Isabelle Wolf. Allerdings sollten Pastelltöne bei Kindern im Kindergartenalter gezielt mit kräftigeren Akzentfarben kombiniert werden. Der kleine Bewohner erhält so eine anregende Umgebung, die zum Entdecken einlädt und kann sein räumliches Denken besser ausprägen.

Gut funktionieren Kalt-Warm-Kontraste. Etwa ein weiches Apricotgelb neben einem milden, hellen Blau bietet dem Auge mehr Gegensätze, ohne die Kinder visuell zu überfordern. Ebenso stimulierend wirkt es, wenn vor einer hellblauen Wand einige knallig orange Möbel stehen. Da das dreidimensionale Sehen und die Tiefenwahrnehmung im Kleinkindalter noch nicht voll ausgebildet sind, helfen die Farbkontraste den Kindern dabei, den Raum besser zu erfassen. Farbexpertin Wolf rät: "Je älter die Kinder werden, desto kräftiger dürfen die Farbkontraste im Kinderzimmer sein. Aber aufgepasst: Je knalliger der Farbton, desto kleiner sollte die gestrichene Fläche sein."

Babys mögen Apricot-Töne

Vor allem Babys bis etwa zwei Jahre brauchen in ihrem Raum Geborgenheit, Ruhe und eine liebevolle Atmosphäre, was vor allem weiche Apricot-Töne leisten können. Das gilt übrigens für beide Geschlechter. Es ist auch die Farbe, die Kinder im Mutterleib wahrnehmen. Deswegen wird sie von ihnen als sehr angenehm empfunden. Zusätzlich sollte die Entwicklung des dreidimensionalen Sehens untertützt und die Orientierung im Raum erleichtert werden. Im Idealfall nutzt man lichte, ruhige Farben wie Blassgrün, Zartrosé oder zartes Hellorange und kombiniert diese mit wenigen harmonischen Akzenten. 

Gute Farbkombinationen fürs Babyzimmer

Zartes Rosa und helles Grau​: Das zarte Rosa verleiht dem Babyzimmer eine unbeschwerte und verträumte Romantik. Für sich alleine genommen wirkt ein Raum in Rosa zwar sehr besänftigend, kann aber auch als "überzuckert" wahrgenommen werden. Deshalb ist es sinnvoll, die zarte Flächenfarbe mit der Akzentfarbe Grau zu kombinieren. Es sorgt für eine gemütliche Grundstimmung, erdet das pudrige Rosa und bringt es dabei verstärkt zum Leuchten. Zusammen versprühen die beiden Farben Geborgenheit und Vertrauen und wirken wie eine schützende Umarmung.

Blau-Weiß mit warmen Akzenten: Mit leichten Blautönen, die beruhigen und entspannen, wird aus dem Babyzimmer ein Raum der Vertrautheit. Blau strahlt Ruhe aus und hilft dem Baby beim Einschlafen. Eine ideale Kombination für das Babyzimmer ist etwa "Libellenblau" als Flächenfarbe mit leichten Akzenten in zart getöntem "Eisbärweiß". Durch die Akzente gewinnt der Raum an Struktur und strahlt eine friedliche Atmosphäre aus. "Bei der Kombination aus Blau und Weiß sollte man auf warme Elemente achten, damit der Raum nicht zu kühl wirkt“, empiehlt Farbexpertin Isabelle Wolf. Warme Töne, etwa das Braun vom Holzfußboden, gleichen die kühle Wirkung von Blau-Weiß aus und vermitteln eine natürliche Farbgebung – wie der Himmel und die Erde.

Gute Farbkombinationen fürs Kinderzimmer

Zartes Gelb mit warmem Pink: Ein zartes Gelb wirkt munter und fröhlich. Als zentrale Flächenfarbe verströmt es gleichzeitig Wärme und Lebendigkeit und regt die Kreativität an. Mit einem warmen Pink als Akzentfarbe findet das Gelb den passenden Partner. Ein freches Pink im Korallenton spendet als Farbtupfer lebhafte Energie und entfaltet im Zusammenspiel mit Gelb eine intensive Wirkung ohne zu bedrängen.

Helles Blau in Kombination mit fröhlichem Orange: Helle Blautöne schaffen Offenheit und einen Raum voller Klarheit und Leichtigkeit. Diese Wirkung wird durch ein fröhliches Orange noch einmal gesteigert. "'Fuchsorange' wie von 'Farbenfreunde' erzeugt eine heitere Atmosphäre und sorgt als Akzentfarbe für eine glückliche und ausgelassene Stimmung im Spielzimmer“, sagt Farbexpertin Isabelle Wolf.

Grün in Kombi mit Gelb und Lila: Grün ist die Farbe des Wachstums – und vitalisiert das Kinderzimmer durch seine regenerative Wirkung. Ähnlich wie in der Natur lassen sich hellere Grüntöne sehr harmonisch mit dunkleren Grünnuancen kombinieren. Wer sich mehr farbliche Abwechslung im Kinderzimmer wünscht, kann Grün als Flächenton perfekt mit Gelb- oder Lilanuancen aufpeppen. Die Kombination wirkt inspirierend und stärkt die Fantasie der Kleinen.

Spezielle Farben fürs Kinderzimmer

Der Hersteller Alpina hat mit "Alpina Farbenfreunde" eine ganze Palette, speziell für Kinderzimmer entwickelte Farbtöne auf den Markt gebracht. Die 24 Farbnuancen sind sorgfältig aufeinander abgestimmt und unterstützen die Entwicklung eurer Kinder. Erhältlich im Baumarkt, UVP 29,95 Euro/2,5 l. Mehr Infos: www.alpina-farben.de/kinderzimmer-farben

Unsere Expertin

Isabelle Wolf, Publizistin und Buchautorin; Einrichtungsberaterin u. a. für Alpina

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