Hitzegefahr

Ein Plädoyer für mehr Spielplätze im Schatten

Knüppelharte Hitze für die Kleinsten? Nun, das wollen wir im Sommer wohl niemandem antun – und schon gar nicht unseren Kiddies. Dennoch gibt es super viele Spielplätze ohne Schatten. Ohne Worte!

Auf vielen Spielplätzen kommen Kinder schnell ins Schwitzen – aber nicht nur, weil sie sich auspowern.
© Foto: iStock/yaoinlove
Auf vielen Spielplätzen kommen Kinder schnell ins Schwitzen – aber nicht nur, weil sie sich auspowern.

Mein kleiner Sohn schüttelt jedes Mal wild mit dem Kopf, wenn ich ihm erklären will, dass es heute leider zu heiß ist, um auf seinen Lieblingsspielplatz ums Eck zu gehen. Und mir zerreißt es das Herz. Möglich wäre lediglich eine kurze Stippvisite. Doch es ist in der Regel kaum möglich, ihn nach einer halben Stunde wieder einzupacken. Protest, Mama, Protest! Der Grund dafür, dass ich manchmal leider der Spielverderber sein muss: Es gibt dort keinen Schatten! Weit und breit. Rutsche, Wasserpumpe, Schaukel, Wippe, Fußballplatz: Jedes, ja, jedes Spielgerät steht in der prallen Sonne. Da werden Erwachsene und Kinder ordentlich gegrillt. Ein Missstand, der leider in vielen deutschen Städten keine Seltenheit ist. Dabei kann das durchaus gefährlich für unsere Kinder werden …

Den Kindern zuliebe: Es braucht MEHR Spielplätze mit Schattenplätzen

Im Sommer sind viele Spielplätze leider kaum bespielbar. An alle deutschen Stadtplaner da draußen: Warum nur plant ihr so viele Spielplätze ohne Schatten? Kann da nicht etwas nachgebessert werden? Ein paar Bäume hier und da würden doch schon helfen. Okay, leider brauchen die recht lange im Wachstum. Also eher keine kurzfristige Lösung. Aber es gibt doch auch noch Sonnendächer zum Unterstellen. Oder Sonnensegel. Bitte, liebe Städte, liebe Bürgermeister, denkt an eure kleinsten Mitbürger.

Übrigens: Besonders gefährlich, und dennoch oft gesehen, sind Rutschen (aus Metall oder Plastik) in der prallen Sonne – hier können sich böse verbrennen. Dennoch könnte ich – und das ohne groß nachdenken zu müssen – auf Anhieb fünf Spielplätze in meiner unmittelbaren Umgebung aufzählen, auf denen man so etwas sieht. Geht es euch genauso? Hier erfahrt ihr mehr darüber:

Wichtig: Schatten zwischen 11 und 16 Uhr

Auch Larissa von erstehilfekind macht auf ihrem Instagram-Profil auf diese Problematik aufmerksam. Sie sagt: "Theoretisch sollte eine größere Fläche der Spielbereiche zwischen 11 und 16 Uhr im Schatten liegen. Dies gilt insbesondere für Flächen mit Wasser oder Sand."

Die Sommer werden jedes Jahr heißer

Eine Hitzewelle mit bis zu 40 Grad ist heutzutage nichts Ungewöhnliches mehr. Kommt vor. Ein Blick auf die langfristigen Entwicklungen zeigt, dass sich die Hitzetage tatsächlich verdoppelt haben: Jedes Jahr hält der Deutsche Wetterdienst (DWD) für alle deutschen Regionen die sogenannten "Hitzetage" fest. Das sind solche Tage mit Temperaturen über 30 Grad. Das jüngste Ergebnis: In nahezu allen deutschen Regionen (eine Ausnahme bilden hier Gebiete wie z. B. die Zugspitze) hat sich die Anzahl der Hitzetage in den letzten 60 Jahren immens erhöht. Statistische Ausreißer werden immer häufiger. Das ist Fakt.

In Deutschland ist es deutlich wärmer geworden – das lässt sich nicht abstreiten. Aber ob das wirklich am Klimawandel liegt? Viele Wissenschaftler sagen: JA. Unter Forschern gelten Hitzewellen als eine Form von Extremwetter, bei der der Einfluss des Klimawandels besonders einfach nachweisbar ist. Ein Grund mehr, um auf Spielplätzen für genügend Schattenplätze zu sorgen, oder etwa nicht? Schließlich wird es mit der Hitze wahrscheinlich so weitergehen …

Spielen mit Risiko: Es drohen Sonnenstich und Hitzeschlag

Eigentlich sollte es zumindest überall dort, wo unsere Kids längere Zeit ohne viel Bewegung in einem begrenzten Bereich spielen, Schatten geben. Zum Beispiel in Sandkisten oder in der Nähe von Wasserspielzeugen (z. B. Pumpen und Wasserstraßen). Halten sich Kinder längere Zeit in der prallen Hitze auf, so drohen sie, einen Sonnenstich oder Hitzeschlag zu erleiden. Letzteres ist ein medizinischer Notfall! Hier lest ihr mehr dazu:

DAS können Eltern tun, um Spielplätze in der prallen Sonne erträglicher zu machen

Nun, leider ist es so, dass all das Jammern und Beklagen erst mal nichts hilft. Leider. Bis etwas passiert, genehmigt und umgesetzt wird, dauert es meistens Monate bis Jahre. Irgendwie muss man sich damit arrangieren. Und wer (wie ich) sein Kind nicht immer davon überzeugen kann, einen großen Bogen um den liebsten Spielplatz zu machen, der muss eben in die Trickkiste greifen. Hier ein paar Ideen, um einen Sommertag auf einem sonnenreichen Spielplatz gut zu überstehen: 

  • Sonnenschirm oder Sonnensegel am Kinderwagen oder Buggy anbringen. Dann kann sich euer Kind dort zwischendurch erhohlen
  • Ausreichend viele Getränke einpacken
  • Sonnenhut nicht vergessen
  • Sonnenschutz und/oder UV-Kleidung sind ein absolutes Muss. Nachcremen nicht vergessen!
  • Den Wetterbericht im Auge behalten: Wann ziehen ein paar Wolken auf? Sie schützen zumindest etwas vor einem Sonnenstich oder Hitzschlag. Die Mittagshitze sollte sowieso gemieden werden
  • Spielplatzbesuch lieber gegen Abend planen
  • Seinem Kind das Problem ehrlich erklären: Communication is key! In der Regel zeigen selbst die Kleinsten schon mehr Verständnis, als wir manchmal denken
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