Trügerische Schwangerschaft

Blasenmole – was ist das und wie wird sie behandelt?

Bei einer Blasenmole handelt es sich um eine sozusagen fehlerhaft befruchtete Eizelle, durch die es dann zu (gutartigen) Wucherungen in der Gebärmutter kommt. Der Schwangerschaftstest ist stark positiv, doch ein Baby kann aufgrund dieser seltenen Schwangerschaftskomplikation nicht heranwachsen.

Blasenmole in der Schwangerschaft
© iStock/nensuria
Eine Blasenmole in der Schwangerschaft ist sehr selten.

Liebe Mamas-to-be, erst einmal vorweg: Solltet ihr von einer Blasenmole betroffen sein, macht euch bitte bewusst, dass ihr nichts dafür könnt. Und vor allem: Ihr könnt wieder schwanger werden und ein gesundes Kind bekommen!

Was ist eine Blasenmole genau?

Von einer Blasenmole (auch Molenschwangerschaft oder molare Schwangerschaft genannt) spricht man, wenn ein Fehler bei der Befruchtung der Eizelle dazu führt, dass sich die Zellen, die eigentlich den Mutterkuchen bilden, unkontrolliert ausbreiten. Diese – in der Regel gutartigen – blasenförmigen (daher der Name Blasenmole) Wucherungen können neben der Gebärmutter auch den Gebärmutterhals betreffen und sogar darüber hinauswachsen. Bei der fehlerhaft befruchteten Eizelle kommen die falschen Chromosomen zusammen und sorgen für eine Fehlbildung der Zellen. Mutterkuchen (Plazenta) und Fruchtblase mit Embryo können sich nicht ausbilden. Bei einem Windei hingegen handelt es sich um eine Einnistungsstörung. Das befruchtete Ei nistet sich zwar in der Gebärmutterschleimhaut ein, kann sich dann aber nicht weiterentwickeln. Beim Ultraschall sieht man nur eine leere Fruchthöhle. In der Regel führt ein Windei zu einer sehr frühen Fehlgeburt.

Wie häufig kommt es zu einer Blasenmole?

Eine Blasenmole ist eine seltene Schwangerschaftskomplikation. Sie tritt bei etwa einer von 1000 (also 0,1 Prozent) der Schwangerschaften auf. 

Wie erkennt man eine Blasenmole?

Symptome sind zum Beispiel die folgenden:

  • sehr hoher Wert des Schwangerschaftshormons humanes Choriongonadotropin (hCG), stark positiver Schwangerschaftstest
  • schnell wachsender Bauch
  • starke Übelkeit, mitunter mit Schwindel und Erbrechen
  • Blutungen, in der Regel ab der 11. Schwangerschaftswoche, manchmal aber auch schon ab der 6. SSW – Vorsicht: Nicht alle Blutungen in der Schwangerschaft deuten auf eine Blasenmole oder Fehlgeburt hin.

Bemerkt ihr diese Symptome bei euch, sucht bitte schnellstmöglich euren Gynäkologen auf, der mit euch die weiteren Schritte bespricht und euch behandelt.

Ist eine Blasenmole gefährlich?

Das wuchernde Gewebe muss auf jeden Fall entfernt werden (siehe unten), da es sich sonst ggf. weiter ausbreitet. Nach einer Ausschabung steht einer erneuten Schwangerschaft in der Regel nichts im Wege. Nach einer Blasenmole muss der hCG-Wert für einige Zeit (mitunter ist von einem Jahr die Rede, aber besprecht das bitte mit eurem Arzt) wieder normal sein, bevor ihr erneut schwanger werdet. Natürlich solltet ihr euch nach einer Blasenmole ohnehin engmaschig von eurem Frauenarzt untersuchen lassen und mit ihm Rücksprache halten. Es gibt offenbar kein überdurchschnittlich erhöhtes Risiko, nach einer Blasenmole wieder eine Fehlgeburt oder eine weitere Blasenmole zu erleiden. Wer älter als 40 Jahre ist, hat ein leicht erhöhtes Risiko für eine Blasenmole.

Was macht der Arzt?

Eine Blasenmole kann im Ultraschall und mithilfe eines Bluttests erkannt werden. Der Arzt tastet die Gebärmutter ab, die für die entsprechende Schwangerschaftswoche sehr groß ist. Auf dem Ultraschallbild sieht man statt einer Fruchthöhle nur "Schneerauschen", ein Herzschlag ist nicht vorhanden. Der Bluttest ergibt eine hohe hCG-Konzentration.

Wie wird eine Blasenmole behandelt?

Zunächst muss man zwischen vollständiger und partieller Blasenmole (oder Partialmole) unterscheiden. Die partielle Blasenmole ist schwerer zu erkennen, die vollständige kann schon früh im Ultraschall festgestellt werden. Bei der vollständigen Blasenmole entwickelt sich kein Embryo. Bei der partiellen schon, doch er wird nicht lebensfähig sein. 

Eine Molenschwangerschaft sollte beendet werden, wenn sie nicht schon von alleine abgegangen ist. Das kann durch Medikamente, die der Arzt verordnet, erfolgen. Anschließend muss die Gebärmutter unter Vollnarkose ausgeschabt werden. Manchmal ist vier bis sechs Wochen nach der ersten eine weitere Ausschabung notwendig, um alle Gewebereste vollständig zu entfernen. Im Anschluss muss der hCG-Wert regelmäßig kontrolliert werden. Erst wenn dieser für mehrere Monate wieder auf normalem Niveau war, sollte eine erneute Schwangerschaft angegangen werden (hier bitte auf jeden Fall beim Arzt nachfragen, bevor ihr erneut versucht, schwanger zu werden). Werdet ihr zu früh wieder schwanger, kann der Arzt nicht erkennen, ob der steigende hCG-Wert an der erneuten Schwangerschaft oder am wachsenden kranken Gewebe liegt.

Handelt es sich um eine invasive Blasenmole, bedeutet das, dass die Wucherungen in die Gebärmuttermuskulatur hineingewachsen sind. Hier wird unter Umständen mit einer Chemotherapie behandelt. In sehr wenigen Fällen kann eine Blasenmole bösartig werden und nennt sich dann Chorionkarzinom. Diese Krebsform ist aber sehr gut heilbar.

Die Heilungschancen bei Blasenmolen liegen bei nahezu 100 Prozent. Übrigens: Auch nach einer Chemotherapie ist eine gesunde Schwangerschaft möglich.

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