Ungewöhnliche Geburtsgeschichte

Baby wird zweimal geboren – wie geht das?

In den USA wird ein Baby tatsächlich zweimal zur Welt kommen. Mit 14 Wochen Abstand! Eine Geburtsgeschichte mit Seltenheitswert ...

Das medizinische Phänomen zweimal geborener Babys ist relativ selten und geht mit großen Risiken einher (Symbolbild).
© Foto: iStock/FatCamera
Das medizinische Phänomen zweimal geborener Babys ist relativ selten und geht mit großen Risiken einher (Symbolbild).

Jacqueline Schumer ist schwanger. In wenigen Tagen erwartet sie ihr erstes Baby. Soweit, so ungewöhnlich. Doch die junge Amerikanerin hat ihre kleine Tochter bereits einmal zur Welt gebracht. In der 23. Schwangerschaftswoche. Dem medizinischen Fortschritt sei Dank konnte die Kleine fetal operiert werden, um dann für die restlichen Wochen wieder in die Gebärmutter zurückzukehren ... ja, richtig gelesen!

Fetale Operation am Rücken

Der Hintergrund: Bei einer Routineuntersuchung in der 18. Schwangerschaftswoche erfährt die junge Frau aus Florida, dass ihr ungeborenenes Baby an einem offenen Rücken leidet, im medizinischen Fachjargon Spina bifida genannt. Eine der häufigsten Fehlbildungen im Mutterleib. Eine Behandlung bedeutet hier immer auch: Operation. Entweder direkt nach der Geburt – oder aber noch während der Schwangerschaft. Werden die Kinder mit offenem Rücken bereits zwischen der 19. bis 26. Schwangerschaftswoche operiert, haben sie fast eine doppelt so hohe Chance, später ohne Hilfe gehen zu können, wie die Kinder, die erst nach der Geburt operiert werden. Die betreuenden Ärzte raten den Eltern in diesem Fall zu einer fetalen Operation, um bleibende Schäden (zum Beispiel eine Querschnittslähmung) einzugrenzen. Und so wird das kleine Mädchen in der 23. Woche für eine Wirbelsäulen-Operation aus der Gebärmutter herausgenommen – um es dann im Anschluss direkt wieder einzusetzen.

Diese Art von Eingriff gibt es bereits seit 1969. Heute werden fetale Operationen in den meisten Fällen (in Deutschland ausschließlich) minimalinvasiv vollzogen – also über kleine Operationsröhrchen, die eingeführt werden. Nicht so in Jacquelines Fall ... 

Strikte Bettruhe für die zweite Schwangerschaftshälfte

Seit der ersten "Geburt" ist Jacqueline wieder schwanger, oder immer noch. Aber nicht ohne Einschränkungen: Um ihr Ungeborenenes nicht zu gefährden, muss sie eine strikte Bettruhe einhalten – bis zum geplanten Kaiserschitt am 5. Oktober. Danach wird die Kleine erst einmal ein bis zwei Stunden umfassend von Ärzten untersucht, um dann fürs erste Bonding mit Mama zu kuscheln. So erklärt es die Schwangere auf ihrem Blog. Das Baby entwickelt sich aktuell den Umständen entsprechend gut: "Unser Mädchen hat seit der Operation große Fortschritte gemacht und heilt, was das befreiendste Gefühl der Welt ist." 

Wir wünschen der kleinen Familie nur das Beste für diese anstehende Zeit und bleiben für euch dran. 

Übrigens: Eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen, um einem offenen Rücken vorzubeugen, ist die Einnahme von Folsäure in der Schwangerschaft bzw. bereits bei Kinderwunsch. Alle Infos dazu in diesem Artikel: 

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