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Hilfe bei Brustentzündungen

Milchstau: 8 effektive Tipps

Viele Frauen leiden mindestens einmal in Ihrer Stillzeit an einem Milchstau. Meist tritt dieser in der 2. bis 3. Woche auf, in der sie ihr Baby stillen. Doch wie kannst du dem vorbeugen und was hilft am besten im Fall der Fälle?

Was passiert bei einem Milchstau?

Hierbei bildet sich eine harte schmerzhafte Stelle an der Brust – manchmal klein, manchmal auch in größerem Umfang. Wenn diese durch die Entleerung der Brust beim Stillen nicht wieder weich wird, ist das Drüsengewebe der Brust überfüllt und je nach Größe der betroffenen Stelle mindestens ein Milchgang verstopft. In einigen Fällen kann die Stelle auch gerötet sein. Oft leiden Frauen an grippeartigen Symptomen, wie hohem Fieber. Dann besteht die Gefahr, dass sich der Milchstau zu einer Brustentzündung, auch Mastitis genannt, entwickelt. Die Übergänge können dabei fließend sein, deswegen solltest du bei ersten Symptomen schnell reagieren. So ersparst du dir weitere Schmerzen und verhinderst eine noch unangenehmere Brustentzündung. Im Folgenden haben wir dir die Symptome eines Milchstaus zur Übersicht zusammengestellt. 

Daran kannst du einen Milchstau erkennen: 

  • Schmerzhafte Verhärtungen in der Brust
  • Schwellung und Rötung an einigen Stellen
  • Schmerzen beim Stillen
     

Mögliche Gründe

Wenn die Milchproduktion in den ersten Wochen stark angeregt wird und dein Neugeborenes noch nicht ausreichend trinken kann, kommt es leicht zu einem Milchstau durch den Überschuss an Muttermilch. Daher schrumpft die Wahrscheinlichkeit mit zunehmenden Alter und Größe deines Babys, das dann auch mehr Milch trinken wird. Du musst dich also nicht sorgen, dass du die gesamte Stillzeit über Probleme haben könntest. Doch auch andere Ursachen können verantwortlich sein:

  1. Die häufigsten Ursachen sind, neben zu viel Milchproduktion, Stress und Erschöpfung der Mutter in den ersten Wochen nach der Geburt. Oft übernehmen sich junge Mütter in der ersten Zeit: Sie haben viel Besuch, weil alle das Kleine sehen möchten; arbeiten viel im Haushalt, weil Sie nun sowieso fast ständig Zuhause sind und bekommen wenig Schlaf, weil das Baby ihre ganze Aufmerksamkeit fordert. Durch zu viel Stress und große Erschöpfung kann der Milchspendereflex beeinträchtigt werden, sodass ein Milchstau ausgelöst wird.
     
  2. Wenn Säuglinge die Brust beim Stillen nicht vollständig leer trinken, kann auch das zu einem Milchstau führen. Verschiedene Gründe führen zu einer unvollständigen Entleerung der Brust, zum Beispiel wenn das Kind nach dem Anlegen vorzeitig von der Brust genommen wird oder von selbst aufhört zu saugen. Manche Babys wollen auch von sich aus nur noch wenig oder gar nicht trinken oder das Kind legt lange Pausen zwischen dem Stillen ein, beispielsweise wenn es die erste Nacht durchschläft.
     
  3. Eine weitere Ursache kann die Verstopfung von einem Milchgang oder einem Teil der Milchgänge in der Brust sein. Hier kommt der Milchfluss durch Körnchen aus Fett oder Kalzium zum erliegen, die den Milchgang verstopfen.
     
  4. Durch das Tragen zu enger BHs oder Tragetücher, die die Brust einengen, kann ebenfalls ein Milchstau entstehen.
     

Behandlung des Milchstaus

Solltest du an einem Milchstau leiden, ist es wichtig, dass du deine Brust regelmäßig entleerst. Selbst wenn du im ersten Moment bei der Entleerung der Brust noch stärkere Schmerzen hast, wirst du dich im Anschluss an die Behandlung besser fühlen, denn nur so oder durch Abpumpen wirst du den unangenehmen Milchstau los. Folgende Tipps helfen dir, die gestaute Milch wieder zum Fließen zu bringen:

  1. Stillen ist das beste Mittel, um die Brust vollständig zu entleeren. Um den Milchfluss insbesondere an der betroffenen Stelle zu fördern, solltest du dein Baby mit dem Kinn zur verhärteten Stelle ausgerichtet anlegen.
     
  2. Nutze die Schwerkraft: Stille dein Kind im Vierfüßlerstand. Das kann den Milchfluss begünstigen und das Stillen erleichtern.
     
  3. Wenn dein Baby nicht häufig genug trinkt, kannst du auch eine Milchpumpe zur Hilfe nehmen und zwischen den Stillmahlzeiten Milch abpumpen. Allerdings entleert eine elektrische Milchpumpe oft nur den nicht gestauten Teil der Brust, weshalb du auf das Stillen nicht verzichten solltest. Gerade bei einem Milchstau solltest du nicht Abstillen.
     
  4. Wärme vor dem Stillen: Warm duschen, eine wärmende Kompresse oder ein warmes Körnerkissen entspannen das Gewebe der Brust und führen zu einem verbesserten Milchfluss.
     
  5. Massiere deine Brust: Du kannst versuchen den Milchstau durch Massage selbst auszustreichen. Die Massage solltest du dabei zwischen der verhärteten Stelle und der Brustwarze durchführen, da hier der verstopfte Milchgang sitzt. Beim Ausstreichen solltest du immer zur Brustwarze hin streichen.
     
  6. Kälte nach dem Stillen: Quarkwickel kühlen die Brust nach dem Stillen und lindern die Schmerzen.
     
  7. Um die Konsistenz der Milch flüssig zu halten, solltest du viel trinken. Zusätzlich kannst du durch die Einnahme von Vitamin C dein Immunsystem stärken und so einer Brustentzündung (Mastitis) vorbeugen.
     
  8. Entspanne dich: Am besten legst du dich mit deinem Kleinen ins Bett und kümmerst dich erst einmal nur um das regelmäßige Stillen und einen guten Milchfluss.

Mit Anwendung dieser Tipps solltest du nach 24 Stunden eine Verbesserung oder zumindest keine Verschlechterung der Symptome feststellen. Die Verhärtung in der Brust ist nach der Behandlung vielleicht noch nicht verschwunden, sollte aber weit aus weniger schmerzhaft sein. Abstillen aufgrund eines Milchstaus ist übrigens keine gute Idee. Dein Baby kann den Milchstau mit seiner Saugtechnik und der Massage der Brust am effektivsten bekämpfen, sodass Abstillen den Milchstau eher verschlimmert.
 

Wie kannst du einem Milchstau vorbeugen?

Wie auch bei der Behandlung kannst du diesem vor allem durch häufiges Anlegen deines Babys vorbeugen. Wenn deine Brust regelmäßig und vollständig geleert wird, hältst du das Risiko für die Entstehung eines Milchstaus gering.

Bei wunden Brustwarzen empfehlen wir direkt zu Hilfsmitteln zu greifen, die das Stillen angenehmer machen, sodass du dein Baby regelmäßig und ohne Schmerzen stillen kannst. In dieser Hinsicht helfen neben pflegendem Balsam und Brustkompressen auch Brusthütchen aus Silikon, die neue Verletzungen der Brustwarzen beim Stillen verhindern.

Weder Schwangerschaft noch Stillen sind eine Krankheit, dennoch solltest du gerade in der Stillzeit Stress reduzieren und auf genügend Ruhe und eine entspannte Situation beim Stillen für dich und dein Kind achten.

 

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