Stillprobleme

Milchstau – was tun?

Wenn die Brust schmerzt und spannt, sich rötet und heiß ist, sind das häufig erste Anzeichen eines Milchstaus. Was stillenden Müttern jetzt hilft.

Woran kann man einen Milchstau erkennen?

Zuerst spürt ihr ein schmerzhaftes Spannen in der Brust, dann wird sie heiß und ist stellenweise gerötet. Meistens sind auch nach dem Stillen noch Knubbel oder kleine Knoten zu ertasten — das sind die blockierten Milchgänge. Manchmal kommt zu den Symptomen in der Brust auch noch Fieber hinzu. 

Welche Ursachen gibt es für einen Milchstau?

Viele Mütter haben gerade in den ersten Wochen nach der Geburt mit einem Milchstau zu kämpfen, da sich die Milchproduktion und die Nachfrage des Babys erst aufeinander abstimmen müssen. Gerade im Wochenbett solltet ihr daher besonders gut auf euch achten. 

Weitere Ursachen können sein:

  1. Wenn euer Baby einen oder mehrere Milchgänge nicht richtig austrinkt, kann sich die Milch darin stauen. Nehmt euch zum Stillen genug Zeit und achtet auch darauf, euer Baby immer abwechselnd an der linken und rechten Brust anzulegen. Es kann auch passieren, dass euer Baby plötzlich längere Pausen zwischen den Stillmahlzeiten einlegt, weil es vielleicht krank ist oder nachts für längere Zeit durchschläft. Da sich die Milchproduktion erst auf die neue Nachfrage einstellen muss, kann es so zu einem Milchüberschuss und letztlich zu einem Milchstau kommen.  
  2. Stress und Erschöpfung können dazu führen, dass der Milchspendereflex beeinträchtigt wird. Geht nicht nur sorgsam mit eurem Baby um – auch ihr selbst dürft nicht zu kurz kommen! 
  3. Das Tragen zu enger BHs oder Tragetücher begünstigt die Entstehung eines Milchstaus. 
  4. Auch beim Abstillen kann sich die Milch leider schnell stauen, da das Baby seltener angelegt wird. 

Wie kann man einem Milchstau vorbeugen?

Schon bei den kleinsten Anzeichen eines mögliches Milchstaus solltet ihr handeln und euer Baby möglichst sofort an der Brust trinken lassen. Nur wenn die Milch die verstopften Milchgänge verlassen kann, wird der Druck weniger und der Milchstau lässt sich eventuell noch verhindern.

  1. Ein häufiges beziehungsweise regelmäßiges Anlegen eures Babys sorgt dafür, dass sich die Milch nicht in den Milchgängen stauen kann. Achtet auch darauf, dass die Brust beim Stillen vollständig entleert wird. 
  2. Bei wunden Brustwarzen möchten Mamas manchmal am liebsten gar nicht mehr stillen. So kann es aber sehr schnell zu einem Milchstau kommen. Stillhütchen können das Anlegen erleichtern. Wenn das Stillen zu schmerzhaft sein sollte, könnt ihr zeitweise eventuell Milch abpumpen oder mit der Hand ausstreichen. Auch beim Abstillen kann euch das helfen. 

Wie lässt sich ein Milchstau lösen?

Wenn die Brust schmerzt, kann auch das Stillen unangenehm sein. Doch gerade bei einem Milchstau ist es besonders wichtig, dass die Brust entleert wird. Diese Maßnahmen helfen euch, die Verhärtungen in der Brust zu lösen:

  1. In Ruhe stillen: Schaltet einen Gang zurück — keine Termine, keine Besucher! Legt euer Baby beim Trinken zuerst an die schmerzhafte Brust an, und zwar so, dass es mit dem Kinn auf die verhärtete Stelle gerichtet ist. Wechselt die Stillpositionen — das hilft beim Entleeren der Milchgänge. Ist die Brust sehr prall, vorab am besten etwas Milch mit der Hand ausstreichen.
  2. Nutzt die Schwerkraft: Stillt euer Kind im Vierfüßlerstand. Das kann den Milchfluss begünstigen und das Stillen erleichtern.
  3. Wärme vor dem Stillen: Die Milch fließt besser, wenn ihr die Brust vorab mit Thermoperlen- oder Körnerkissen oder Waschlappen wärmt. Auch eine warme Dusche kann helfen. 
  4. Kälte nach dem Stillen: Kältekompressen, Kohlblätter aus dem Kühlschrank oder Quarkwickel helfen bei einer Entzündung und kühlen. Beim Wickel sollten Brustwarze und Warzenhof ausgespart werden.

Der Milchstau geht nicht weg?

Wenn sich der Milchstau nicht lösen lässt, sprecht unbedingt mit eurer Hebamme. Einen Milchstau dürft ihr nicht auf die leichte Schulter nehmen – daraus kann sich schnell eine sehr schmerzhafte Brustentzündung, eine sogenannte Mastitis, entwickeln. 

Gut zu wissen: Milchstau oder Brustentzündung?

Symptome einer Brustentzündung: Die Brust ist gerötet, heiß und sehr druckempfindlich. Ihr fühlt euch richtig schlapp, wie bei einer Grippe, habt Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen.

Ursachen: Bei wunden Brustwarzen können durch offene Stellen Keime eingedrungen sein. Eine Entzündung kann aber auch durch einen Milchstau, Stress und Übermüdung entstehen.

Erste-Hilfe-Maßnahme: Absolute Bettruhe, bis ihr wieder gesund seid!

Was noch hilft: 

  1. Unterstützung:  Bittet jemanden aus dem Familien- oder Freundeskreis, sich um euer Baby zu kümmern. Lasst euch auch umsorgen, zum Beispiel mit einer stärkenden Hühnersuppe. Bei einer Brustentzündung fühlt ihr euch nicht nur richtig krank, ihr seid es auch!
  2. Wärmen und Kühlen: Wie beim Milchstau tun jetzt Wärme bzw. Kälte sowie häufiges Anlegen (mindestens alle zwei Stunden) gut.

Wann zum Arzt?
Bessern sich die Symptome nicht innerhalb von 24 Stunden, solltet ihr einen Arzt aufsuchen. Er wird euch eventuell ein stillverträgliches Antibiotikum verschreiben. Eine Stillpause müsst ihr nicht einlegen.

Milch abpumpen und ausstreichen

Beim Ausstreichen der Brust per Hand könnt ihr ganz gezielt die Milchkanäle oder -drüsen ertasten und entleeren, in denen sich zu viel Milch angesammelt hat. So könnt ihr das Druckgefühl schnell lindern. Ihr könnt auch versuchen, mithilfe einer Milchpumpe eure Brust zu entleeren. Allerdings solltet ihr nur so lange abpumpen, bis das Spannungsgefühl nachlässt. Ansonsten würdet ihr die Milchbildung angeregen, was den Milchstau noch verschlimmern könnte. 

Wie genau ihr eure Brust mit der Hand entleeren könnt, zeigen wir euch in diesem Artikel: 

Brust ausstreichen: So fließt die Muttermilch per Hand

Unsere Autorin

Jana Kalla ist Chefredakteurin bei Leben & erziehen. Vorher war sie viele Jahre lang hauptsächlich im Beauty-Kosmos unterwegs.

Seit sie einen eigenen kleinen Sohn hat, ist ihr Leben nicht nur um einiges turbulenter geworden, es hat auch dazu geführt, dass sie ihr Themenspektrum erweitert hat. Und was könnte es Schöneres geben, als über Windeln und Wimperntusche zu schreiben?

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